Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807364
Sueur , 
Eustache 
Poussin, I0 konnte auch er nicht zur höheren Geltung gelangen, 
Charles le Brun war es, der Arbeiten und Gnaden spendete, und 
nur wer zur Fahne desselben schwor, wurde erhoben und gebraucht. 
Feind der Intrigue, und die Gunst des Hofes und der Grossen 
verschiuähend. welche man nur auf liosten seiner eigenen Unab- 
häingigkeit und des Gefühls seiner Würde erhält, lebte le Sttßllp 
arm und starb jung, verzehrt von der Sehnsucht nach edlem fiuhme, 
nach welchem er mit unermiidctem Eifer strebte. Er starb nicht 
ohne Verdacht einer Vergiftung, welche der Eifersucht Lebrunä; 
zur Last gelegt werden wollte. Zur Ehre jenes Künstlers wollen wir 
aber den frühen Tod des Meisters lieber der allzu grossen Anstren- 
gung desselben zuschreiben, welche faktisch ist, und nicht glauben, 
dass C. ie Brun als Mörder an das Sterbebett seines gefährlichen 
Gegners gekommen sei, wie man erzählt. Er konnte indessen diß 
Freude iiber den nahen Tod des armen Künstlers nicht verbergen, 
und beim Weggehen sagte er, wenn le Sueur in der Grube liege_ 
werde ihm ein starker Dorn aus dem Fusse gezogen. Die Spitze 
desselben fühlte le Brun freilich oft schmerzlich, da er hören 
musste, dass le Sueur's Werke über die seinigcn erhoben wurden, 
So äusserten einmal in seiner Gegenwart Italiener, dass Lebrunß 
Gallerie im Vergleiche mit le Sucur's Cahinet der Musen im Hötel 
Lambert Pfuschcrwerk sei, was ihn bald in Verzwcifluilg brachte, 
Und er selbst konnte den Werken seines Nebenbuhlers den inne- 
ren Beifall nicht versagen, der bei der Betrachtung der Darstellun- 
gen aus dem Leben des hl. Bruno in der Carlhause vor C. Sim- 
moneau, der sich versteckt hielt, in die Worte ausbrach: Ach wie 
schön! Wie wohl gedacht! Wie hewunderungswürrligl Einen so]. 
chen Gegner musste le Brun wohl lieber in der Grube wissen, da 
er den Edelmuth desselben nicht besass. E. le Sueur erkannte 
jedes Verdienst, und fand nur sich selbst unvollkommen. So er- 
klärte er nach dem Zeugnisse seiner Zeitgenossen die mcisterhaf. 
ten Bilder aus dem Leben St. Brunifs für blosse Skizzen. E,- 
sagte oft, sein Schwager Thomas Guulai habe ihm dabei viel ge- 
helfen, Patel die landschaftlichen Gründe gemalt u. s.w- Dennoch 
sicherte ihm die Nachwelt unsterblichen Ruhm zu, und sie bn_ 
dauert den frühen Tod des Meisters, welcher 1655 im 38. Ja hm 
erfolgte. Tailasson (Observations sur quelques grands peintres, Pa_ 
ris 1807) bemerkt, selbst dieses Bedauern reisse noch zu grüsserem 
Lobe hin, und die trauernde Cypresse, die sich durch den Lor- 
beer seines Iiranzes winde, erhöhe noch den Glanz desselhem 
Wenn man auch noch fragen sollte, mit welcher Stelle er beglückt 
worden sei, so ist diess jene eines Inspektors der Eingangs- Zoll- 
einnehrner von Paris. Die verächtliche Antwort eines Edelxnanmg, 
an der Barriere de l'Ourtine, der die Einnehmer und den IIISPEIQ- 
tor beschimpfte, soll die Veranlassung zu seinem Cyclus aus dem 
Leben des hl. Bruno gewesen seyn. Lesucur forderte Genugthu- 
ung, welche der Adelstulz verächtlich ablehnte, und erst als der 
Künstler sich nannte, glaubte der Beleidiger die Herausforderung 
doch nicht abschlagen zu dürfen. Sie begaben sich auf der Stelle 
hinter die Mauern der Carthäuser, und hier streckte Lesueur mit 
einem Stosse den Junker todt zu Boden. Er suchte jetzt im nahen 
Kloster Schutz, und dieser unfreiwilligen Zuriickgezogenheit kann 
man der Sage nach allerdings die herrliche Folge von Bildern an; 
dem Leben des hl. Bruno verdanken. 
Diese Meisterwerke waren im lireuzgange der Carthiiuser, wg 
die 'I'afeln durch Feuchtigkeit und durch böswillige Unwissenheit: 
gelitten hatten. Es Wurden einige Figuren verstümmelt, und Köpfe 
mit Messern ebgeschubt. Diesen Frevel schoben einige Schritt-
        

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