Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807283
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Subleyras , 
Pierre. 
nicht aufgestellt. Im Museum des Louvre ist von Subleyras auch 
ein Bild der Marter des heil. Hippolyth. dessen früherer Stand- 
ort unbekannt ist. M. d'Argensville nennt ferner die Geschichte 
der Psyche, einen St. Hieronymus und ein Crucilix bei den Hiero- 
nimitanern zu Mailand, die Himmelfahrt der heil. Jungfrau zu 
Grosse in der Provence, und einen St. Joseph mit dem Jesuskinde 
zu Toulouse. Bei der Versteigerung der Gemälde des Cahinet 
Boisset kamen zwei kleine, H Z. hohe und ß Z. breite Bilder vor. 
welche zwei Scenen aus Lnfontaine's Fabeln vorstellen: den Fal- 
ken und das verliebte Freudenmädchen. Siewurden mit H00 Livr; 
bezahlt. Darstellungen dieser Art, aus dem Gebiete des Genrek, 
sind von Subleyras äusserst selten zu finden, so wie überhaupt die 
Zahl seiner Werke sehr geringe ist. lm Museum zu Berlin ist ein 
thronender St. Januarius, dem drei Geistliche die Hand küssen, 
4 F. ä Z. hoch. 
Suhleyras malte auch viele Bildnisse, worunter sich jene des 
Pabstes Benedikt XIV. von 1741, und des Carclinals Valenti beson- 
ders auszeichnen sollen. Das erstere kam nach Paris, und wurde 
in einem der Säle der alten Akademie autbewahrt. Ein drittes ge- 
ruhmtes Bildniss ist jenes des Herzogs von St. Aignan, wie er den 
Prinzen Vanui zu Rom mit dem" französischen blauen Ordensbande 
beehrt. Auch dieses Gemälde kam nach Paris, wir kennen aber 
den jetzigen Besitzer nicht. Dann malte Subleyras auch den Hrn, 
de Vieuville, Vice-König von Sicilien zu Pferd, den Churprinzen 
von Polen , und andere Bildnisse, deren Besitzer unbekannt sind. 
Ueberdiess finden sich auch Zeichnungen von diesem Meister, in 
schwarzer Kreide und mit Weiss gehöht, und ä la Sanguine. Im 
Cabinet Silvestre war bis 1810 der erste Entwurf zum Gastmahl 
des Pharisäers im Louvre, und mehrere Studien. In der Saturn- 
lung des Freiherrn von Rumohr war eine Begräbniss Christi, mit 
der Feder und in Tnsch ausgeführt. 
Suhleyras ist vielleicht der ausgezeichnetste Historienmaler sei- 
ner Zeit, und genoss des vollen Huhmes der Mitwelt. Doch ent- 
ging er der Critik nicht ganz. Es erhoben sich hie und da Stimmen 
gegen ihn, die aber zuletzt immer mehr Vorzüge als Mängel bei 
ihm fanden. Er lebte in einer Zeit, in welcher durch C. le Brun 
die theatralische Scheingrösse zur künstlerischen Ausbildung gg- 
langt war, bei ihm und einigen anderen Meistern der franziisi- 
sehen Schule des 18. Jahrhunderts hatte aber ein süssliches Element 
jene affektirte Grossartigkeit mehr und mehr verdrängt. Inneres 
Gefühl, individualisirende Gestaltung, Hlarheit und Gemessenheit 
in Auflassung und Anordnung werden nach Kugler (Handbuch 
5.324) in den Werken jener Meister in höherem oder geringerem 
Grade vermisst. Würde der Charaktere, tiefe Wahrheit des Aus- 
druckes, strenge Beobachtung des Costüms wurde auch nicht 
gefordert, und selbst mit der Zeichnung wurde es nicht so ge. 
nnu genommen. Subleyras besass aber alle Vorzüge, welche man 
schätzte, und er wurde gepriesen. Doch sind diese nicht ge- 
ring. besonders in seinen Hauptwerken. Seine Compositioneu 
enthalten edle Formen, die jedoch mehr der Phantasie entnom. 
man, als auf dem Wege eines strengen Studiums der Natur er- 
zeugt sind. Er beabsichtigte eine für das Auge angenehme oder 
auch schlagende Wirkung, strebte nach erkiinstelter Grazie, und 
verfiel dabei nicht selten in ein manierirtes Wesen. Er hatte aber 
einen feinen Sinn fiir Harmonie der Farbe, und erzielte eine grusse 
Warme und Klarheit des Tons. Die technischen Mittel standen 
ihm in reichem Dllaasse zu Gebote. Dann war er auch in der 
Theorie der lziunst sehr erfahren, überhaupt ein Mann von wis-
        

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