Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807127
Stuntz, Johann Baptist, Maler und Lithograph, wurde 1755 zu 
Arlesheim im Bisthum Basel geboren, und früh zur liunst ange- 
wiesen, da er lsein gewöhnliches Talent zur Landschaftsmalerei 
offenbarte. Der Ausbruch der französischen Revolution wirlste  
dessen nachtheilig auf seine Verhältnisse ein. und Stuntz musste 
als Mann in den Dreissigern einige Jahre in den Reihen der neu- 
fränkischen Armee stehen. Früher gab er mit dem Maler Johann 
Hartmann zu Biel Schweizerprospel-zte in Gouache heraus, Wnrun- 
ter die Ansieht der St. Peters-Insel im Bieter-See vielen Beifal] 
fand. Dann haben wir von ihm auch 18 Ansichten des englischen 
Gartens zu Arlesheim, die ebenfalls colorirt erschienen und mit Lob 
erhoben wurden. Im Jahre 1802 beschloss er in Strassburg eine 
Folge von malerischen Bheinansichten herauszugeben, es erschie- 
nen aber nur zwei Ansichten von Strassburg, von Beinermunn i" 
Aquatinta gestochen. Diese Blätter, welche einen geschickten Zeich- 
ner verrathen, aber in der Ausführung auf liupfer hinter anderen 
Erzeugnissen dieser Art zurücltbliehen, erschienen in dem eigenen 
Verlage des Iiiinsllers, der um jene Zeit einen kleinen Iiunsthandel 
trieb, den er bis 1808 fortsetzte. Jetzt verliess er politischer Ver- 
 liältnisse wegen Strasshurg, und zog mit seiner Familie nach Mün- 
chen, wo ihm König Maximilian alsbald die Gnade erwies, seinen 
Sohn Joseph Hartmann. den jetzigen berühmten ls. b. Capellmei- 
ster Stuntz. bei der k. l-lofkapelle anzustellen- Seine Tochter 
Elektrine widmete sich unter Aufsicht des Vaters der Iiunst, und 
beide übten auf die damals im Autschwunge begrillcne Lltbngrg- 
phie nicht unbedeutenden Einfluss. Stuntz errichtete eine lithu_ 
graphische Presse, unter welcher viele der älteren Erzeugnisse der 
Lithographie hervorgingen, namentlich auch jene seiner Tochter 
 Elelttrine. Er druckte einen Theil der sogenannten Oenvres litho- 
graphiques, nämlich der Handzeichnungslmitationcn von Strixner 
und Piloti, deren wir im Artikel des ersteren näher erwähnt lm_ 
lien. Stuntz war einer der Thcilnehmer an diesem Ullt0rtl0l'll1te1,' 
trat aber aus der Gesellschaft, als Ch. von Mannlich nach dem Ab. 
gange des Baron von Aretin die Leitung übernommen hatte. Stumm 
besorgte eine Ausgabe der Handzeichnungen A. Dürer's, Womit 
dieser das angebliche Gebetbuch des Kaisers Maximilian geziert 
hatte, lieferte aber nur Copien nach den älteren von B. v. Aretin 
besorgten Imitationen desselben, und fügte das polyglotte Vater 
Unser bei, unter dem Titel: Oratio Dominica Polyglotta Singulu- 
rum Linguarum Characteribus Expressa etc. Mit Dedication an 
den Herzog" Engen von Leuchtenhergt 45 farbig gedruckte Blätter 
mit dem Bildnisse Dürer's. Ein Theil der Abdrücke erschien un 
ter englischem Titel: London 1817, fol. Üeber dieses Werk ha- 
ben wir schon im Artikel Strixnerß S. 487 näher gehandelt, und 
wir bemerken hier nur noch, dass die meisten Copien von der 
Elelttrine Stuntz herrühren dürften. Die Originalplatten der alten 
Aretinischen Ausgabe gingen in den Besitz des Direktors Mann- 
lieh über, und blieben bis 1859 im Nachlasse desselben, aus We]- 
chem sie F. X. Stüger kaufte. Üeber die neuen Abdrücke haben 
wir ebenfalls im Artikel Strixnefs benachrichtet. Bei der von 
Stuntz veranstalteten Ausgabe der Dürefschen Randzeichnungen 
war Strixner nicht betheiliget. Er liess nicht einmal die Original- 
hausen ab, so dass also Stuntz Copien von den Copien lieferte_ 
Beim Tode desselben wurde der ganze Vorrath von Abdrücken 
zerstreut, und es kommen jetzt wenige vollständige Exemplare mehr 
vor, nur einzelne Blätter. Ebenso erging es mit dem Vorruth der 
Zeichnungsimitationen, die in vollständigen Exemplaren selten ge.
        

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