Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1807048
514 
Stuerbont, 
Dierick. 
Stuerhelt 
oder 
Steurhelt, 
blicken wir diese Frau mit dem Haupte vor dem auf dem Tllfüng 
sitzenden Kaiser, wie sie die Unschuld des Mannes betheuert, und 
zugleich ein gliihendes Eisen in der Linken hält. Der Kaiser, 
von seinem übereilten Urtheil überzeugt, lässt seine Gemahlin ver- 
brennen. Diese Scene sieht man im Uintergrunde. Das letztere 
dieser Gemälde ist in Passavanfs Iiunstreise S. 585 im Umriss ge- 
stechen. Da sind diese Bilder auch beschrieben, und dabei findet 
man xiachgevviesen, dass sie 1468 gemalt sind. Diess wissen wir 
durch L. de Bast, der in den handschriftlichen Annalcs et anti- 
quites de Louvain, den Meister und die Zeit der Vorfertigung 110- 
tirt fand, und diese Nachricht im wMessager des scienses et des 
arts 1832 p. 18. gab. Aus diesen Annalen geht hervor, dass die 
Stadt Löwen den 20ten Mai 14'463 dern liiinstler diese Gemälde über- 
tragen habe. Sie werden nOnses Heeren Oordeelew genannt. Die 
genannten Bilder waren bis 1820 in das Getüfel des Bathhauses ein- 
gelassen, und da sie in unscheinbarem Zustande sich befanden. 
verkaufte sie die städtische tiegierung an den Prinzen von Oranien 
um geringen Preis. 
Herr Lanoli in Cölu besitzt ein Bild des Täufers Johannes mit 
Flügeln aufGoldgrund, welches so sehr in der Art Stuerbout's aus- 
geführt ist, dass es Passavant ohne Bedenken diesem Meister beilegh 
Im Hunstblatt von 1841 und darnach im Mcssagcr p. 527 wil-d 
ihm muthmasslich auch ein kleines Bild im Besitze des Schöffen 
Brentano von Frankfurt beigelegt, da es ebenfalls mit den Bildern 
in Brüssel übereinstimmt. Dieses Gemälde stellt die Tiburtinische 
Sibylle dar, welche den Augustus auf die Madonna mit dem liiltitlß 
hinweist. Die Scene geht in einem Saale von fliimischer Archi- 
tektur vor, wo mehrere Personen versammelt sind, sämmtlich Pur- 
traitfiguren. 
Dann besitzt auch der Ober-Frocurator Abel in Stuttgart zwei 
grosse liundbilder, welche mit den beglaubigten Bildern des Iiö- 
nigs von Holland übereinstimmen. Sie stellen Jakolfs Freiwer- 
bung bei Laban und die Verkaufung Josephs vor, letztere mit 
dem falscher: Bericht an seinen Vater. ln E. Förstefs Nachträgen 
zu Passavanfs fieitriigen, im liunstblatt 1845 5- 270, gelten als 
übereinstimmende Kennzeichen ein fast italienischer. an Ghirlan_ 
dajo erinnernder Charakter der Zeichnung, namentlich bei den 
markirten und ausdrucksvollen Hüpfen, ein bei den Extremitäten 
mangelnder Formensinn und eine unverkennbare, fast handwerlis- 
massige Gleichgültigkeit in Behandlung von Nebendingen. 
Bilder aus des Diericlfs, oder überhaupt aus der Ilarlemel- 
Schule, scheinen Passavant auch jene zwei Seitenbilder im Museum 
zu Nca el zu seyil, von denen das eine liünig Robert von Sicilien, 
das andere Carl Herzog vun Calabrien in ganzen Figuren darstellt. 
worüber das Kunstblatt vom 15. Mai 1825 Näheres berichtet. 
sliüerhelli OdCT Sl-Curhelll, Fq Zeichner und Iiupferstecher, m. 
beitete um 1650  60 in Amsterdam, und auch in Hamburg, ist 
aber nach seinen Lebensverhältnissen unbekannt. Er scheint sich 
Stuerhelt und Steurhelt genannt zu haben, denn wir finden unter 
beiden._Namen Blätter von ihm angezeigt. Dann ist er wuhl auch 
jener H, Stiirhuld, dessen Brulliot ll- 12tl5 erwähnt, welcher ihn 
aber von F. Stuerhelt unterscheidet. Allein ein H. Stiirhold ist 
in der Kunstgeschichte unbekannt, und wenn man ihm ein Blatt; 
nach Diireus Gemälde, welches den Leichnam des Herrn auf dem 
Schoosse der Maria vorstellt, beilegen will, so beruht diese An- 
gabe wahrscheinlich nur auf einer willkürlichen Deutung der Buch-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.