Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1806811
Strolz, 
Joseph. 
Strongylion. 
491 
Sein 
brachte. 
Sohn war ebenfalls Maler, der einige Jahre in Rom 
In Lemberg sind nicht viele Gemälde von ihm. 
SIPOIZ, JOSGPiI, Bildhauer von Tannberg in Vorarlberg, war Schii- 
lcr von Reim zu Imst, und erlangte in Ilolzschnitzarbeiten Üebung. 
Im Jahre 1323 hatte er an "die Stände des Landes Tirol ein Cru- 
ciiix von Holz eingesendet, um ein Stipendium zu erhalten. 
Strongylion, Erzbildner, wird von Pausanias und Plinius als ein 
liiinstler ersten Ranges erwähnt, und von den neueren Geschicht- 
sehreibern der liunst für einen Zeitgenossen des Praxiteles und 
des älteren Iiephisodotos gehalten, so dass man seine Lebenszeit 
um Ol. 103 setzen zu müssen glaubte. Allein L. Boss, liunstblatt 
18511 Nro. 1. hat das Unbegründete dieser Angaben dargethan. 
Schon 0. Müller hat in seinem Handbuche der Archäologie ß 124. 
die Zeitbestimmung bereits bezweifelt. dem C. Sillig entgegen, der 
im Catalogus artifieum veterum die Beziehung des Strongylion zu 
Praxiteles aus einer Stelle des Pausanias folgerte, indem er den 
alten Reisenden sagen lässt, mlass unter den Statuen der zwölf Göt- 
ter, die man zu lVlegara im, Heiligthum der Artemis Soteira als 
YVerlte des Praxiteles zeigte, die Artemis von Strongylion gearbeitet 
Seim Allein Pausanias I. 40. 2. coll.  6, sagt etwas ganz anderes. 
Er erziihlt nämlich, dass die Megareer jenes Heiligthum der Arte- 
mis Soteira zum Andenken an eine wunderbare Begebenheit aus 
den Perserltriegen errichtet hätten, und dass das eherne Cultusbild 
der Artemis selbst ein VVerlt des Strongylion gewesen sei; ausser- 
dem aber habe man von ihm dort auch Statuen der römischen 
liaiser und die Bilder der zwölf Götter angezeigt, welche letzteren 
dem Praxiteles zugeschrieben wurden. Mithin fällt nicht allein 
die vermeinte Zeitgenossenschaft des Strongylion und Praxiteles in 
nichts zusammen, sondern es wird auch einleuchtend, dass jener 
 bedeutend früher gelebt haben muss. da man nicht wird annehmen 
wollen. dass die Gründung eines Heiligthums und Stiftung eines 
Llultusbildes zur "Verherrlichung eines Vorfalls aus dem Kriege mit 
Dlartloxiios sich länger als hundert Jahre nach der Begebenheit 
selbst verzögert haben sollte. 
Nicht viel besser sieht es aus mit der zweiten Annahme, dass 
Strongylion ein Zeitgenosse des älteren Iiephisorlotos gewesen sei, 
den Plinius 54. 10. um Ol. 102 setzt. Sie beruht darauf, dass Pau- 
sanias in der Beschreibung des Helilton zwei Statuengruppen der 
lWusen anfilihrt, von denen die eine ganz von Iiephisodotos, die 
andere je zu einem Drittheile yon ihm, von Strongyliun und Olym- 
piosthenes gefertiget war. Hier mangelt jeder chronologische An- 
haltspunkt, Zumal da Olyxnpiosthenes" Zeitalter ganz unbekannt ist. 
lieptiisoilotos könnte auch der Sohn des Praxiteles, also ein jün- 
gerer Künstler seyn, und auch ein jüngerer Strnngylion könnte 
angenommen werden. Allein wenn auch Iiephisodotos der ältere 
dieses Namens ist, so folgt doch noch nicht, dass Strongylion bis 
in die 102m Ol. herabgerüclst werden müsse, selbst dann nicht, 
wenn man. wie es scheint, eine gleichmässige Vertheilung der 
Musen zu je dreien annimmt. Es hindert nichts, die Blüthezeit 
des liephisodotos 5  6 Olympiaden früher anfangen zu lassen, 
als die von Plinius angegebene runde Zahl, und ihn als jungen 
Mann mit dem bereits bejahrten Strnngylion, vielleicht als Schüler 
mit dem Lehrer, in Verbindung zu bringen. Der Strongylion des 
Pausanias ist also wahrscheinlich älter gewesen als Praxitelcs, und 
blühte um Ol. BÖ  97.
        

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