Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1806454
Sllfüllge I 
Robert. 
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da West's breite und theatralische Art den Geschmack der Kunst- 
liebhaber eingenommen hatte. Strange scheint in Paris nur zwei 
Blätter gestochen zu haben, den Amor nach C. Vanloo und die 
Rückkehr vom Nlarkte nach Wouvermans, die übrige Zeit brachte 
er mit dem Studium der älteren Kunstwerke imtranzösischen Mu- 
seum hin. Im Jahre 175.3 kehrte er nach London zurück, WO er 
jetzt an dem Grafen Bute einen Gönner fand, dcr ihn auch dem 
Prinzen von Wales, dem nachherigen König empfahl; allein selbst 
diese Protektion nützte dem lriünstler wenig. da der liupfersteeher 
Dalton, der Freund Bartolozzüs, welcher diesen nach London be- 
rufen hatte, sein Gegner war, und dessen Einflusse Strnnge wei- 
chen musste. Als Aufseher über alle Museen erschwerte er ihm 
die Benutzung der englischen Kunstschätze, aber mehr als alles 
dieses ist der Umstand, dass Strenger. Blätter nicht gefielen, wäh- 
rend jene ßnrtolozzVs angestaunt wurden. Welche Blätter in diese 
Zeit gehören, ergibt sich unten aus den Daten derselben von 1753 
bis 1758- Endlich wollte ihm sein Gönner Butc Gelegenheit ver- 
schaffen, im weitern Kreise seinen Ruf zu gründen, indem er ihm 
auftrug, das von llamsay gemalte Bildniss des Prinzen von Wales 
und sein eigenes zu stechen, allein Strange lehnte den Auftrag 
ab, und zog sich somit auch die Ungnade des Fürsten und des 
Ministers zu. Er wollte nach Ramsay nicht arbeiten, und da er der 
langen Chikanen bereits müde war, reiste er 1759 nach Italien ab. 
Strange verlebte jetzt mehrere Jahre zu Rom und in anderen Haupt- 
städten Italiens, wo er eine bedeutende Anzahl von Zeichnungen 
nach berühmten Malwerken ausführte, die er nach seiner Bück- 
kehr zu London in Kupfer stach. Es sind diese 19 Blätter, die 
von 1765 an erschienen, aber nicht ohne Neid und Missgunst 
Eingang fanden. Er hatte an Sharp und Bartolozzi noch immer 
gefährliche Gegner, und nur wenige Sammlungen zogen seine in 
einfacher und klassischer Weise behandelten Blätter jenen der ge- 
nannten Meister vor. Auch mit der Akademie kam er in Zwie- 
spalt, namentlich durch folgende Schrift: Inquiry into the Rife 
and Etablisment of the lioyal Academie of Arts at London 1775. 
Dieser Schrift fügte er auch ein Schreiben an den Lord Bute bei, 
worin er sich über die Hindernisse beklagt, welche man ihm in 
Italien mit der Nachzeichnung einiger Gemälde machte, und deren 
Ursache der Künstler in London suchte. Diese Schrift zog das 
Verbot der Zulassung von Kupferstichen auf den jährlichen Aus- 
stellungen nach sich. Besonders gekränkt fühlte er sich auch durch 
die Gunst und das Ansehen, welches Bartolozzi genoss, und er 
machte seinem Acrger in einem vvParnnhlete über die Creaturen- 
Beförderung eines mächtigen Ministers": freien Lauf. Diese lnvecti- 
ven machten aber seine Stellung nur noch verdrüsslieher, und dazu 
sah er sich noch immer die verdiente Anerkennung entzogen. Erst 
als er in Einigem dem herrschenden Geschmacke nachgegeben und 
die glückliche Mitte zwischen den kühnen Schrallirungen eines 
Sharp, und den weichlichen Punkten BartolozzPs gefunden hatte, 
war sein steigender Ruhm nicht mehr zu unterdrücken. Diesen 
sicherten ihm seine Stiche nach grossen italienischen Meistern. 
wozu er die Zeichnungen selbst fertigte. Im Jahre 1769 gab er 
ein Verzeichniss von 52 solcher Zeichnungen heraus, mit kritischen 
Bemerkungen über die Urbilder, und mit biographischen Nach- 
richten über die Verfertiger derselben. Im Jahre 1787 SChWIIIId 
endlich auch die königliche Ungnade, und er hatte die Ehre in 
den llitterstand erhoben zu werden. Nun öffnete ihm auch die 
Akademie ihre Schranken, und sein Ruhm blieb unangetastet, da 
mittlerweile die von ihm eingeführte Stichweise sich fast allge-
        

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