Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1806356
Stradanns , 
Johannes. 
445 
Vasari hielt aufdiesen seinen Schützling grosses Lob, da er in 
ihm einen Verehrer seines divino Michelagnuolo erkannte. Er führte 
ihn selbst in die tlorentinische Akademie ein, und nennt thnnwva- 
lent uomo, e d'aver hene appreso la maniera italianam Er rühmt 
seine Gabe der Erfindung, seine Fruchtbarkeit in der Composition 
und die gute Zeichnung im Style SalvintPs. Auch spätere italieni- 
sehe Schriftsteller, wie Borghini, zählen den Strada zu den be- 
rühmtesten Malern seiner Zeit. Reichthum der Phantasie und Ge- 
schick zur Composition kann man ihm auch jetzt noch nicht ab- 
sprechen, in seinen Werken zeigt sich aber eine misslungenc Nach- 
ahmung des MichelAngt-lo, welche sich in übertriebenen Bewegun- 
gen, statt durch wahres Leben ausspricht. Seine Färbung spielt ins 
Bläuliche, ist aber nicht ohne Kraft. In deutschen Gallerien findet 
man wenig von ihm. In der Gallerie zu Wien ist ein kleines Bild 
auf liupfer, welches ein Giittermahl vorstellt. Die Gäste erschei- 
nen in einer Felsengrtatte am Meere, auf welchem Neptun mit der 
Amphitrite einherfährt. Eben so klein ist ein zweites Bild, wel- 
ches die Geisslung Christi in einer Halle zeigt, und durch deren 
OeHnung die ohnmächtig in den Armen der Frauen liegende Mut- 
ter. In grosser Anzahl kommen Iiupferstiche nach Zeichnungen 
und Gemälden dieses Meisters vor, welche als Beweise seiner grus- 
sen Fruchtbarkeit dienen. ' 
Stradanus starb zu Florenz 1605. H. Golzius stach sein Bild- 
niss, Medaillun mit der Malerei und Bildhauerei zur Seite. Ein 
anderes Bildniss ist von Jansonius, mit der Adresse von H. Golzius. 
Ein drittes stach Joh. W. (Wierix), Oval mit allegorischen Figu- 
ren. Dann kommt es auch bei rFArgensVilIe, und in der ilorentini- 
sehen Serie de" ritratti vor, mit der Grabschrift: Vixit annos LXXXlL 
ubiit lV. Nonas Nuveml). MDCV. 
Ausser den obigen Werken . welche zu den bessten des Mei- 
sters gehören, erwähnen wir hier noch folgende nach ihrem ln- 
halte, mit Angabe der Stiche. 
Altes Testament. 
lAdam und Eva aus dem Paradiese vertrieben, gest. von P. 
Ga le. 
Die Propheten. Frescogemiilde in St. Annunziata zu Florenz: 
Icones Prophetarurn Veteris 'I'estarncnti a J. Stradano delineatae, 
a J. Gallaeo excusae. a Cor. Gallaeo sculptae Antuerpiae 1613. 
Eine Folge von 20 Blätter mit {igurirtem Titel. Halbe Figuren. 
H. Ö Z. tL-, Br. 4 Z. 10 L. 
Die Thaten des Joshua. Cartons zu Tapeten, von Baldinucci 
erwähnt. 
Die Schlacht des Saul gegen clie Philister, Zeichnung in schwar- 
zer Kreide, 1573 zu Neapel getertiget, später in der Sammlung 
des Prinzen de igne. 
David, Salomon, Esther, von Vasari genannt. 
Esthcr vor Ahasverus, von Baldinucci erwähnt. 
Das Gastmahl des Baltazar, gest. von C. de Passe, 
Sieben Darstellungen aus dem alten Testamente, mit zwei 
lateinischen Versen unter jeder derselben. Adr. Collaert exc. 
Neues Testament.  
Herodias tanzt vor ihrem Vater, gest. von C. Galle. 
Der kleine Johannes in der Wüste von zwei Engeln vnehrt, 
gest. von A. Cullaert. 
Das Leben und der Tod des 'I'äufers Johannes. Gest. von C. 
Galle. 10 Bliiüer, qu. fol.
        

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