Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1806194
Stoss 
0 der 
Stuos , 
Veit. 
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Hefte des Sammlers von Nürnberg. In der Frauenhirche in der 
Orgel gegenüber eine bunt bemalte Wiederholung von geringerem 
Werthe, 57': F. hoch, 2 F. breit. Im Jahre 1822 fand Dr. Campe 
in der hl. lireuzkirche in der St. Johannis Vorstadt das Schnitz- 
werk eines Altares, welches in Geist und Behandlung an den 
Altarschrein in Schwabach erinnern soll. Campe glaubte, der Al- 
tar der lireuzkirche sei früher gemacht, und der grbssere in Schwa- 
bach nach dem Muster desselben gefertiget worden. Dann sind 
auch hie und da im Privatbesitz Reliefs von ihm; so war in der 
v. Derschau'schen Sammlung ein kleines Relief von Holz, welches 
die Abgötterei Salolnon's vorstellt. Es war früher im Besitz der Fa- 
milie Ayrer. Schliesslich erwähnen wir noch eines Schnitzwcrlses; 
welches Stoss für die Begentenstube des Rathhauses ausführte. Es 
war diess ein Leuchter, welchen ein dreihiipfiger Drache mit zwei 
Schweilen bildete. Die Köpfe und Schweile dienten als Licht- 
halter, und auf dem Rücken des Thieres waren zwei prächtige 
Hirschgeweihe angebracht. Die Zeichnung fertigte A. Dürer, und 
sie ist in unserm Besitz. Wir haben darüber im liunstblatt 1847 
Nachricht gegeben. 
Veit Stoss, der in Cralaau als ein tugendhafter, ehrlicher und 
unbescholtener Mann geehrt wurde, soll in Nürnberg der Fäl- 
schung überwiesen worden seyn. In den Nürnbergfsehen Malefiz- 
büchern liest man mit Erstaunen folgende Stelle: a: Anno 1505 am 
St. Barbaratag wurde Veit Stuss, ein künstlicher Bildhauer, wegen 
falscher Briefe durch die Backen gebranntn Diese Briefe schrieb 
er, um dadurch in den Besitz unrechtmässigcn Gutes zu gelangen. 
In einem alten Gedichte heisst es: wwodurch er viel Güter thät 
erzwackenm In seinem hohen Alter erblindete er, und starb im 
Spitale zu Schwabach 1555 oder 1542, im 95. Jahre. 
Iiupferstiche. 
Sandrart sagt in seiner deutschen Akademie, dass V. Stoss 
nicht allein Bildhauer, sondern auch des Beissens, Malen: und 
Iiupferstechens kundig gewesen sei. Von Malereien ist indessen" 
nichts bekannt. Iiupferstiche können ihm aber mit vollem Rechte 
zugeschrieben werden. Es scheint sich auch durch Tradition er- 
halten zu haben, dass ein liupferstecher Stolzen, Stolzhirs, Stol- 
zius oder Franz Stoss gelebt habe, und dieselben Namen werden 
auch einem Formschneider gegeben, worüber wir unten im Arti- 
kel des Martin Stuss handeln. Einen Franz Stoss oder Stolzhirs 
will A. Marolles kennen, ist aber wahrscheinlich nur durch das 
Monogramm des Veit Stuss verleitet worden, einen Franz Stuss 
anzunehmen. Unser Künstler schrieb nämlich seinen Taufnamen 
nicht immer Vit und Veit, sondern Fit und Fitus, und dess- 
wegen stehen zu den Seiten des Monogrammes die Buchstaben 
F. S. in gothischer Form. Fit ist wahrscheinlich auch am Grab- 
male des Königs liasimir in Crakau zu lesen, weil auf Hupfefgti. 
ehen das gothische F. in etwas dem E. ähnelt, und das Mono. 
gramm ist sicher jenes, welches auf Iiupferstichen mit F. S. vor- 
kommt. bei Bartsch Vl. 66., bei Brulliot I. 5270. II. 2852. Auch 
Ottley II. 627. führt dieses Zeichen an, hält es aber für das eines 
unbekannten Meisters. Dieser soll nach Strutt im Dictionary, und 
Heinecke, Idee gen. p. 219., der Lehrer des Martin Schön gewe- 
sen seyn, nach welchem letzterer eine Passion copirt haben dürfte. 
Diese Angaben sind ohne Grund, so wie es auch keinen Franz 
Stoss gegeben hat. Die Blätter aber mit dem Monogramm und 
den Buchstaben f, S. gehören aber sicher dem Veit Stuss an.
        

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