Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1806175
Stoss 
oder 
Sluos, 
Veit. 
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rlatltel" Stoss das Modell zu diesem Monumente wohl gefertiget 
haben, wie I-IeideloH glaubt. Stoss hatte schon früher in Krakau 
seine Tüchtigkeit zu solchen Arbeiten bewiesen, und vielleicht wa- 
ren gerade die Monumente in Magdeburg und ßömhild die Ver- 
anlassung seiner zweiten Reise nach Nürnberg. Adam Iiraßt kommt 
bei diesen Arbeiten in keine Berührung. Er war gerade mit gros- 
sen Werken beschäftiget. Dann spricht der Styl der Grabmonu- 
mcnte in keiner Weise für ihn. Dem Peter Vischer will aber Hei- 
deluff in keinem Falle die Ehre der Erfindung gönnen, wenn auch 
nicht zu läugnen ist, dass er sich über die gewöhnlichen Giesser 
erhob. Sein Iiunststrehen ist entschieden; denn wir wissen, dass 
er sich an bestimmten Abenden bei A. Iiralft einfand, um zu 
zeichnen und zu modelliren, und sich über Iiunst zu besprechen. 
Er wollte indessen, wie es scheint, immer nur als Rothgiesser an- 
gesehen werden, denn das Magdeburger Monument hat die Auf- 
schritt: 
wGemacht zu Nürnberg von mir Peter Vischer rotgiesser etcm 
Dieses Monument ist aber nicht das erste unter den genann- 
ten, sondern jenes des Grafen Otto IV. von Henneberg in der 
Stiftskirche zu Iiömhild. Es wurde in den achtziger Jahren ge- 
gossen, so dass V. Stoss bei seinem ersten Aufenthalte in Nürn- 
berg dasselbe modellirt haben müsste. Beim Gusse der Attribute 
dcr Evangelisten bediente sich Vischer bei beiden derselben Form, 
denn sie sind am Magdeburger Monumente vollkommen dieselben. 
Als weitere Arbeiten Vischer's in dieser Kirche gelten dann die 
Grabmiiler des Grafen Hermann VIII. und seiner Gemahlin Elisa- 
beth, worin Heideloff ebenfalls den Geist und die Manier des V. 
Stuss erkennt. 
In Nürnberg ist Veit Stuss nur als Bildschnitzer bekannt, aus 
dessen Werkstätte die mannigfaltigsten Holzschnitzarbeiten in alle 
YVelt ausgingen, deren aber viele zu Grunde gegangen zu seyn 
scheinen. Für den Iiönig von Portugal fertigte er die lebensgros- 
sen Statuen von Adam und Eva, welche mit solcher Naturwahrheit 
dargestellt waren, dass sich der König beim Auspacken darüber 
entsetzte. Den Figuren fehlte nur die Sprache. In der gothischen 
Stadtkirche zu Schwabach ist ein ausgezeichnet schöner Altar- 
schrein von Stoss. Das Innere enthält in vergoldeten und be- 
malten: Schnitzwerk die Statuen der Maria und Anna, wie diese 
von der ersteren das Jesuskind empfängt. Dabei sind Joseph und 
Joachim. Auf dem Inneren der Flügel sieht man in zehn Reliefs 
andere Mitglieder der Familie Christi, feine Köpfe, und alles fleis- 
sig ausgeführt. Die Aussenseite der Flügel zeigt wieder Joachim 
und Anna, aber in Gemälden. Zwei unbewegliche Flügel enthal- 
ten die Heiligen Andreas und Loy. Diese Bilder zeigen nach 
YVaagen (H. und Ii. in Deutschland I. 248) viele Verwandtschaft 
zu den früheren Werken des Hans Burgkmayr, Das Schnitzwerk 
schreibt Heideloff dem V. Stoss zu, dessen Monogramm es nicht 
trägt. In der Kirche zu Bothweil ist ein Christusliilcl von Stoss, 
und in der oberen Pfarrkirche zu Bamberg ein in Holz geschnilßlef 
Altar mit lebensgrossen Figuren, welche die Anbetung der Hirten 
vorstellen. Auf den Flügeln ist die Geburt der Maria, die Ver- 
kündigung. die Heimsuchung und die Darstellung im Tempel ge- 
schnitzt. Diese Tafeln zierten ehedem den Hauptaltar, jetzt ist er 
aber zertheilt an der Wand innerhalb derThüre neben dem Thurm 
zu sehen. Am Schlussstein eines Bogens liest man die Jaltrzahl 
1525 und daneben ist das Zeichen (Brulliot I. 5'270) des Vcil 
Stuss, welches man früher nicht als solches erkannte. lVlurr wollte
        

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