Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1806079
Storer, 
Johann 
Christoph. 
417 
Mailand sind viele Bilder von Storer, indem der Künstler mehrere 
Jahre daselbst verweilte , und 1652 mit Angela Pamphora zur Ehe 
schritt. Von Mailand aus verschickte er auch Bilder in andere 
Gegenden Italiens, und nach Deutschland, so dass die ehedem sehr 
gepriesenen Werke dieses Meisters noch gegenwärtig zahlreich 
sind. ln der St. Stephanskirche zu Cnnstanz ist von ihm ein 
schönes Altarbild, welches die Marter des Kirchenheiligen darstellt. 
In der ehemaligen Capuziner- nunmehr evangelischen Kirche da- 
selbst rühmt man den Fischzug Petri. Im Dome zu Constanz miis- 
sen sich zwei Biisten der Apostel Petrus und Paulus finden, wel- 
che 1664 nach seinen Zeichnungen ein Goldschmid von Augsburg 
in Silber trieb. Im Texte zum ersten Hefte der Denkmäler deut- 
sclier Baukunst des Mittelalters wird irrig von nicht mehr vor- 
liandenen Malereien mit diesen Darstellungen gesprochen. Auch 
in Petershausen ist eines der bessten Werbe dieses Meisters, das 
Altarblatt mit Christus am Kreuze. Die Flucht der hl. Familie 
nach Aegypten, das Altarbild der Schlusskapelle in Merseburg ge- 
liiirt ebenfalls in diese Classe. Um 1670 berief ihn der Abt Peter 
von Ottenbeuern, und liess durch ihn verschiedene Gemälde aus- 
fiihrcn, welche Gregor den Grrossen, Peter Damiani, Hermanns 
Contractus und andere alte Verehrer der Madonna vorstellen. 
Dann malte er 1675 den gelehrten und frommen ottenbeurer Mönch 
Jacob Molitur auf dem Paradebette im Capitelhause. Auch in 
Iiirchen zu Landshut, Kempten , Augsburg, Würzburg und Mün- 
chen findet man Bilder von Storer, da er zu den künstlerischen 
Notabilitäten seiner Zeit gehörte. In der demolirten St. Lorenz- 
Iiirche des alten Hofes zu München waren zwei schöne Altarbil- 
der: die Marter des hl. Franz und die Ausstellung Christi. In der 
Engelskirche zu Eichstädt ist ein knieender St. Franz im Chor. 
rocke, eine würdige Gestalt, deren Haupt durch eine Krone und 
einen Nimbus von vergoldetem Kupfer verunstaltet ist. In der 
Gallerie zu Schleissheim sind drei ziemlich grosse Gemälde von 
ihm, die Vertreibung aus dem Paradiese, Cain's Brudermord und 
die Siindfluth vorstellend. In der Gallerie zu Pommersfelden ist 
ein Ecce homo von mittlerer Grösse. Dann finden sich von Storer 
auch geistreiche Zeichnungen, die mit der Feder, in Bister und in 
Tusch ausgeführt sind. Er war jedenfalls ein Künstler von be- 
deutendem Talente, welcher aber dem Geschmacke der Zeit hul- 
digte. Er gehört zu den Manieristen, und besticht in seinen bessten 
Bildern durch eine gewisse Zartheit und Delikatesse der Behand. 
Iung, aber nur für den Augenblick. Die Bilder von gemeiner Idee, 
wie Lanzi behauptet, sind nicht zahlreich, wenn man auch nicht 
sagen kann, dass sich seine Werke durch grosse Schönheit der 
Form auszeichnen. Er starb zu Constanz 1071 im 60. Jahre. 
Mehrere Werke dieses Meisters wurden gestochen. 
Christus mit dem Iireuze zur Rechten des himmlischen Vaters, 
gest. von M. Iiiisell.  
Die hl. Jungfrau in derLuft auf dem Schlangenringe stehend, 
in welchem der Fall Adams vorgestellt ist. Unten lmieen St. Franz 
Xavier und St. lgnaz von Loyßlß. und vier andere Figuren charak- 
terisiren die vier Welttheile, gest. von B. Iiilian, roy. fol. 
Der Kampf des hl. Stephan gegen die Ungläubigen, glänzend 
gestoehenes Blatt ohne Namen, au. fol. 
St. Joseph mit dem Jesuskin e oben herabschwebend und von 
Heiligen angebetet. S. Joseph ora pro nobis. Ohne Namen des 
Stechers, fol. 
 Jesus, Maria, Joseph, Joachim, Anna, Haereditas Sancta Ne- 
potes eorum etc. Gest. von M. Küsell, fol. 
Naglefs Künstler-Lax. BtLXVII. 27
        

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