Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1805795
Stoclzel , 
Christian 
Ernst. 
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erregte bereits die Hoffnung zu ausgezeichneten Leistungen in 
diesem Fache, die um so weniger täuschen konnte, da Stölzel als 
Zeichner auf einer hohen Stufe stand. Später ging er mit könig- 
licher Unterstützung nach Italien, wo jetzt die Werke des Angelico 
da Fiesole, llafaePs und anderer Meister einen unvergesslichen 
Eindruck auf ihn machten- Er zeichnete einige derselben, und 
darunter das berühmte Bild der Krönung Mariä im Vatikan, wel- 
ches Hafael in seiner Jugend für Sa Francesco in Perugia gemalt 
hatte. Stiilzel zeichnete dieses Gemälde mit dem Stifte, und kehrte 
1828 nach Dresden zurück, um den Stich zu beginnen, der erste, 
welcher nach diesem Bilde unternommen wurde, und zugleich ein 
Werk, welches dem Künstler unter den vorziiglichsten deutschen 
liupferstechern seine Stelle anwies. Im Jahre 1852 war das Blatt 
vollendet, und Dr. Kugler sprach sich im Museum S. 59 höchst 
beifällig aus. VVir führen hier die Worte desselben an, da sie 
die Vorzüge erheben, welche sich in allen Werken dieses Künst- 
lers kund gehen, und in den späteren nur noch in höherem Grade. 
vvStölzel hat den Charakter des Gemäldes in allen Theilen wieder- 
gegeben, und in der Behandlung der Werkzeuge seiner Kunst 
unstreitig etwas ihm ganz Eigenthiimliches geleistet. Von den ver- 
dienstvollen Kupferstechern, welche, nicht ganz mit Unrecht den 
schreienden Metallglanz der modernen Kupfer-sticht: vermeidend, 
oft in den entgegengesetzten Fehler einer ganz flach lassenden 
Manier verfallen sind, unterscheidet er sich in den Köpfen durch 
eine geistreichere Führung der Nadel und des Grabstichels, in 
den Geivandern durch weichere Andeutung und Durchführung des 
Localtones bis in die Lichtpartien, welches Letztere eine ange- 
nehmere sinnliche Erscheinung gewiihrt, als bei deutschen Kupfer- 
stcchern seiner Richtung insgemein wahrgenommen wird. Bei 
grossem Fleisse und trefilichem Machwcrk nimmt man überallZüge 
einer freieren, mehr geistigen und ganz auf seinen Gegenstand ge- 
richteten Behandlung wahxnn Stölzel lieferte im Sinne dieser Rich- 
tung noch mehrere andere treßliche Blätter, so dass er jetzt zu 
den ausgezeichnetsten Meistern seines Faches gehört. Im Jahre 
1853 wurde er lNIitglied der Akademie in Dresden, 1854 jenes der 
Akademie in Perugia, und jetzt bekleidet er auch die Stelle eines 
Professors der Iiupferstecherkunst der genannten Anstalt in Dres- 
den. ln der Portrait-Sammlung des Professors Vogel von Vogel- 
stein ist das von ihm selbst gezeichnete Bildniss des Meisters. 
1) Moses im Gebete während der Schlacht der Amalekiter, nach 
G. Jäger, für die Bilderchronik des Dresdner Kunstvereins, 
qu. fol. 
2) Die Rückkehr des Tobias. nach dem Gemälde von C. Hen- 
nig bei Medicinal -Bath Olberg in Dessau, für die Bilder- 
chronik des Dresdner liunstvereins, qu. ful. 
5) Hiob in seinem Elende von den Freunden umgeben, nach 
G. Jäger, fiir dasselbe Werk gestochen, kl. qu. fol. 
4) Jakob und Rahel, nach A. L. Richter, qu. m. 
5) Hagsarlin der Wüste, nach Barocci, hübsches früheres Blatt 
131 a  
6) Die Himmelfahrt oder die Krönung Mariä, mit musicircn- 
den Engeln und aus dem Grabe sprossenden Rosen und 
Lilien. Nach Bafaefs Bild im Vatikan. Coronatio S. S. 
Virginis Raphael S. pinxf. Perusiae 1504. E. Stölzel del. et 
sculpt. Dresdae 1352, roy. fol. 
l. Vor der Schrift (lettres grises), auf chinesisches Papier, 
23 'I'l1l., auf wcisscs Papier 2-1 Thl.
        

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