Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1805502
LSÜU 
Slilhe , 
Ilcrmann 
Anton. 
De: Zug geht aus der brennenden Stadt nach den SchilTcn, und 
wird durch den zum letzten Mal belend still sichernden Patriar- 
ehen gehemmt. Diess ist eines der trelflichslen Werke, welches 
die Difisselcliwrfer Schule hervorgebracht hat. Ein Gemälde von 1859 
stellt den Abschied des jungen Tobias dar, und dann schilderte 
er in einigen Bildern die Tbaten und den Tod der Jungfrau von 
Orleans. Im Jahre 11340 waren die Cartons vollendet und 1844 
standen die Bilder in Oel ausgeführt da. In diesem Jahre malte 
er im Auflrnge des Ilheiniseh-Westphälischen Kunstvereines für 
der; Iiaisersaal im Römer zu Frankfurt a. M. den Kaiser Hein- 
riei lll. 
Stilke's Leistungen fanden schon zahlreiche Beurtheilungen, 
snvmhl 'einzelne Bilder im Kunstblatte, als in Werken über Kunst, 
wie in Püttmnnlfs Düsseldorfer Malerschnle und ihre Leistungen. 
Leipzig 1859, u. s. w. Oefters beruhen sie nur auf freimiithigen, 
subjektiven Ansichten, die mehr oder weniger richtig mutivirt sind, 
und dann wird des Künstlers nur obenhin und fast mit Ungunst 
gedacht. Am richtigstbn scheint uns E. Förster (Kuustblatt 1344 
Nr. 5?) den Künstler zu beurtheilen, da ihm Stilke's Streben und 
Leistungen fast von frühester Jugend an bekannt sind, die 
nach seiner Ueberzeugung eine ernste Würdigung und jene An- 
erkennung verdienen, deren sich der Künstler in hohem Grade zu 
erfreuen hat. Stilke ist nach Förster eine durch und durch m- 
mantischc Natur; mit dem Nibelungen Liede aufgewachsen, heimisch 
in den Sagen der Vorzcit, träumend und dichtend von den Kreuz- 
Ziigen, von Iiitterheldcnthnt und Minnesang, hat er Phantasie, Ge. 
müth, und selbst die Wirklichkeit um sich mit den Bildßrü alter 
Tage, mit ihrem goldenen Glanzschimmer wie mit dem Eisenrost 
der Waffen erfüllt. Dieser bestimmten Richtung seiner Seele ord- 
not sich seine künstlerische Natur unter; in ihr liegen ihre Vor- 
ziige, und (wenn man sie als solche erkennen mag) ihre Mängel. 
Er ist unabhängiger vom Modell, als die meisten Künstler seiner 
Umgehung; in der Anordnung des Ganzen sowohl als der einzel. 
nen 'l'heile, in Linien und Massen, selbst in den Formen folgt 
er einem bestimmten inwohnenden, durch den Zufall natürliche;- 
Erscheinung nicht zu verändernden Impuls; allein durch seinen 
rnmnntischnn Sinn fern gehalten von den Gesetzen antiker Kunst, 
erstrebt er den Totaleindruck weniger durch Grösse und Zusam- 
menhang der Linien und Massen, und durch mächtige Formen, 
als vielmehr durch die harmonische Wirkung von Licht, Helldun- 
kel und Farbe. Auf diese Weise weder den Naturalist noch den 
Idealisten ganz angehörig, erklärt es sich, wenn seineaQNerl-ze vun 
den Extremen der 'Einen wie der Andern ausgeschlossen werden, 
während inmitten eine grosse Anzahl übrig bleibt, welche die 
Wärme, ja das Feuer seiner Empfindung, die Leichtigkeit seiner 
Phantasie, die Mannigfaltigkeit in der Darstellung und vor Allen 
die Quelle seiner Kunst, den dichterischen Gedanken mit Freuden 
anerkennt. 
In neuester Zeit erhielt Stilke eine seinem Genius in aller Be- 
ziehung entsprechende Aufgabe. Der König von Preussen hat sich 
das ltiitcrschluss Siolzenlels unweit Coblenz im mittelalterlichen 
Style neu aufbauen lassen, und 1842 den Künstler beauftragt. ein 
gcwölbtes Zimmer mit Fresken 1.u schmücken, Er hat mit Ein- 
sicht, Glück und Geschick, mit dem ihm eigenen feinen Geschmack 
seine Aufgabe gelöst. Als den Inhalt seiner Darstellungen, die in 
avrlts Haiulillclmlißrlr unrl in vier strhmälercn Abtheilungcn crsehci. 
nin. wühlt!" er die tillilrülilvrlslläChüll Zügc des christlichen lhttm.
        

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