Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1805477
Stighnayer, 
Johann 
Baptist. 
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von jeder 150 Zentner Erz erforderte. J. G. Biickens hatte das 
Werk ciselirt, und den 15. Oktober 1355 wurde es zur Bewunder- 
ung der Stadt enthüllt. Hierauf (1856) begannen die Arbeiten 
zum Guss der von Thorwaldsen modellirten 17a! F. hohen Heiter- 
statue des grossen Churfürsten Maximilian auf dem Wittelsbacher 
Platze, welche am I2. Oktober 1859 aufgedeckt wurde, ein Meister- 
werk der modernen Giesskunst. Inzwischen wurden aber auch 
andere grossartigc Arbeiten theils vorbereitet, theils ausgeführt. 
Im Jahre 1356 begann der Guss der 12 colossalen Standbilder der 
Fürsten des Hauses Wittelsbach im Thronsaale der Residenz nach 
Schwanthalefs Modellen. Die Ausführung hatte Schwierigkeit, da die 
Statuen wegen der Vergoldung nicht im Ganzen, sondern in Theilen 
gegossen werden mussten. Die Zerstiicklung der Modelle und die 
Zusammenfiigung der einzelnen Theile nach dem Gosse erforderte 
grosse Kunstgewandtheit. Ueber diese glänzenden Fürstcnbilder 
haben wir sr: on im Artikel Schwanthalefs berichtet, und wir 
fügen hier nur noch bei, dass auch die Candelaber des Thron- 
saales von Stiglmayer gegossen sind. Nach Thorwaldsefs Modell 
goss er ferner die Statue Scbiller's, welche im Frühjahr 1850 auf dem 
Schlossplatze zu Stuttgart aufgestellt wurde, und sofort folgte der 
Guss der Standbilder Jean Paul's in Bayreuth, Mozarfs in Salz- 
burg, Friedrich'_s, des Markgrafen von Brandenburg in Erlangen, 
Ludwigs, des Grossherzogs von Hessen-Darmstadt in Darmstadt, 
alle nach Schwanthalcrßltllodellen, worüber wir im Leben desselben 
bereits Nachricht gegeben haben. Inzwischen dieser grossen Arbeiten 
entstanden auch noch kleinere Werke, so dass die Thätigkeit in der 
Erzgiesserei zu München ohne Gleichen ist. Die Statuen des 
Thronsaales wurden in kleinen Standbildern in Erz nachgebildet. 
Auch eine Statuette l-lolbein's goss er 1857 in Erz, und zwar nach 
Sehwanthalefs Modell, so wie den Christus am lireuze am Altaro 
des Georgenchors im Dome zu Bamberg, die Bilder der Heiligen 
Rupertus und Beno auf zwei Brunnen in Reichenhall. und die Büste 
des Ministers Ferdinand von Scbill in einer Capelle zu Braunschweig. 
Auf dem Münchner Friedhof ist das von ihm in Erz gegossene 
Monument des General Bekkers, und in der Fürstengruft zu Mün- 
chen ein anderes Grabtuonument nach Ziebland's Zeichnung. Ein 
kleineres, aber ausnehmend schönes Werk nach Schwanthaler's 
Modell ist der Tafelaufsatz mit den Gestalten der Nibelungen 
und Amelungen im Besitze 'des Kronprinzen Maximilian von 
Bayern. 
Die grosse Anstrengung bei diesen Arbeiten untergrub nach 
und nach die Gesundheit des Meisters, und er musste einen Ge- 
hiilfen heranbilden, welcher seinen Ruhm fortzupflanzen übernahm. 
Diesen fand er in der Person seines NeiTen, des Friedrich Miller, 
der im Besitze aller Erfahrungen des Onkels und als Mann von 
originaler liraft die Gussanstalt zu noch höherem Florc brachte, 
so dass sie jetzt die erste ihrer Art ist. Miller vollendete den 
Guss der Statue Göthe's in Frankfurt und des Denkmals des Gross- 
herzogs von Baden in Carlsruhe, beide nach Schwanthalerk Mo- 
dellen, sowie die Standbilder von Tilly und Wrede in der Feld- 
herrenhalle zu München. Auch die Statue des Königs Ferdinand 
in Neapel, und die Statue Bulivafs in Bolivia, beidß "will 
Teneranfs Modellen, hatte Miller im Gusse hergestellt. Zu 
allen diesen Werken leitete Stiglmayer noch die Vßrßfbßilßll, 
beim Gusse aber konnte er nicht mehr thätig seyn. Eben so 
wurde zu Stiglmayefs Lebzeiten nur der Kopf der riesenhaftcn 
Bavaria nach Schwanthalefs [Vlodcll gegossen, und Miller setzte 
die Arbeit zur Bewunderung der Nachwelt fort. Dieses in der
        

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