Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1805264
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Steubcn , 
Carl. 
Das Naive. Zarte, _Feinß, die unbewusste Grazie und die uuschiiL 
dige Schclmerei dieses reizenden Geschöpfes bezaubern. Sie ist 
halb nackt auf dem Buhebette mit ihrem weissen Büchlein. Links 
im Hintergrunde bemerkt man Quasimorlrfs Figur, aber keinem 
Wegs den Originaltypus, welchen V. Hugo's Phantasie ersunneyL 
Der Besitzer dieses Bildes ist Uroy de St. Berlan in Nantes. Zwei 
andere Darstellungen sind in grösserem Formate, und davon ist 
die eine dem biblischen Iireise entnommen. Dieses Bild stellt die 
Judith dar, wie sie mit der Alten in das Lager des Holofernes geht 
Das zweite, früher als die Judith gemalt, zeigt die wahnsinnige 
Johanna von Castilien, wie sie am Paradebette das Wiedereiwwh 
chen ihres Gemahls erwartet, wo die Beivverlse so glänzend sind 
dass die handelnden Personen im Schatten stehen. Ein kleines: 
Bild im Palais lioyal stellt den Hut des liaisers in den verschie- 
denen Phasen von dessen Leben dar. 
Im Jahre_1845 brachte Steuben zwei vorzügliche Bilder zur 
Ausstellung, Joseph und Putiphafs Frau, und Hagar vor Ab_ 
raham, beide durch den Stich bekannt, welcher aber die Feinheit 
der Originale nur sehr unvollkommen wieder gibt. in der Bei_ 
lage zur allgemeinen Zeitung 13116 Nro. 525, sagt ein Bericht- 
geber über die Hunstausstellung zu Berlin, dass wohl keine von 
allen Darstellungen jener bedenklichen Scenc an Zartheit mit die_ 
ser Steubedschen vergleichbar sei, auch nicht die des Rafael, weicher 
der Frau ein so hässliches Gesicht gab, dass die entsetzliche Hast 
mit welcher er den Joseph davonlaufen lässt, auch ohne Keusch: 
hcit erklärlich wird. Bei Steuben sehen wir dagegen die SChÖne 
Frau mit grossen lieizen halb. verhüllt auf ihrem Lager, Sie sieht 
auf den jungen, am Fusse des Bettes stehenden Joseph mit einem 
beredten, aber jeden widerlich verletzenden freien Blick,_ und 
reicht ihm die Hand dar. Der Jüngling flieht nicht; er senkt 
züchtig den Blick und tritt betroffen zurück. Iieiner hat viel- 
leicht diesen Gegenstand sinniger und anziehender behandeh 
wenn sich auch ein gewisser Mangel an Charakteristik ausspricht: 
In dieser Hinsicht ist die Hager auf dem anderen Bilde weit die 
vorzüglichste Figur, leider ist aber der Abraham durchaus v"- 
rifien. Der genannte Berichtgeber meint, dem Talente diese; 
glalers seyen vielleicht sehr bestimmte Gränzen vorgezeichnet, aber 
innerhalb derselben, so wie auch in seinen Bildnissen, zeige e,- 
sich als einen Mann von feinem Gefühl und nicht gewöhnlichem 
Geist. Steuben hatte viele Bildnisse gemalt, welche an Wahrheii 
Feinheit und Klarheit der Färbung, wie an Leichtigkeit und Sicher: 
heit der Touche zu dem Bessten gehören, was _in unsern Tagen 
gemacht wird. Zu seinen früheren gehört das Bilduiss Napoleoifg 
welchen er für den Colonel Chanibure malte, dann jenes des Pi-in- 
zeu von Preussen, des Alexander von Humboldt u, s. w. Ei" 
Verzeicbniss derselben zu geben ist nicht möglich, denn in den 
Ausstellungs -Catal0gen steht häufig nur: Portrait de Mr. und 
Mme. N. N. 
C. Steuben wurde 1828 Ritter der Ehrenlegion. 
Stiche und Lithographien nach Bildern dieses 
 M e is t e rs.  
The Emperor Napoleon, Brustbild, gcst. von A. Lefevre, fuL 
Der Prinz von Preussen, gest. von Liguon, fol. 
Alexander von Humboldt, gest. von Lignon, lol. 
Jean Saus-peur, duc de Bourgogne, in Stahl gestochen von 
Sichling, gr. 8.  
Louis de France, in Stahl gest. von Sichling, gr. 8.
        

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