Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1804909
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Steinle , 
Johann 
Eduard. 
des schlafenden Verfolgers Saul, lt) Moses mit den Gesetztaieln bei 
dem abgöttischen Volke, 5) die Parabel vom barmherzigen Saum- 
riter, 6) Simeon im Tempel, 7) Joseph und seine Bruder, 3) die 
Enthauptung des Johannes. Steinle erscheint in diesen Bildern in 
eigenthümlicher Grösne, als ein Iiünstler, der mit sicherem _Gel'uhle 
das Maass innegehulten , welches die Darstellung von Ereignissen 
in symbolischer Form erheischt, aber ohne dcsswegen leblosum] 
conventionell zu seyn. Es herrscht im Gegentheile in allen diesen 
Bildern Geist und Leben; es hat sich das _Wort verliorpmt in 
aller Schönheit der Form. Wenn in der Ausführung nicht gleicht; 
Einheit herrscht, so kommt es vielleicht daher, dass Steinle im Tech. 
nischen der Frcskomalerei nicht gleich anfangs auf gleicher Höhe 
stand, und er für die kleineren Bilder sich fremder Hulfe bedienge, 
Die oberen führten Brentano und Sutter aus, worunter sich die 
Verkündigung durch gi-osse Anmuth, und das Noli nie tangere, 
in der Morgendämmerung gedacht, durch eine_tiefe_ harmonische 
Stimmung auszeichnet. In der Bergpredigt scheint einem Bericht. 
geber im Kunstblatt 1845 S. 55. Steinle zu_tie_f in die "materielle. 
in dem Bilde der Seeligkeit zu hoch in die ideele Farhung gg- 
gangen zu seyn.   
Auch im Domchore zu Cüln begann Steinle {845 die Ausfiih- 
rung von Freskogemälden, wobei ihn A. G. Lasinsliy unterstütz- 
te. Cherubim (flamnienroth), Seraphim (blaulichtl und Throneu 
umgeben zunächst das Heiligthurn, grossartige Köpievon vrunder. 
barem Ausdruck, mehrflügelig, ohne Leiber. An diese mltlllrrgn 
sieben Felder schliessen sich zu beiden Seiten in den. grosser." 
Gurtbögen grosse Engelgestalten an, die der Kunstler so geurdnßt 
hat, dass die der christlichen Vorstellung näher stehenden und 
gleichsam vertrauteren: die Erzengel Gabriel, Michael und Raphael, 
So wie die Schutzengel, in ermahnender, lobender, Weltrendep 
und schützender Stellung, an beiden Seiten des Qhtires sich der 
Gemeinde nähern, Figuren von 11 F. Höher Die fiemälde er. 
hielten gepressten Goldgrund, und die Bogenräume sind voii far- 
bigen Bändern begränzt. Moralt aus München diente ihm bei die- 
sen grossartigen Arbeiten als Gehiilfe. Dann restnurlrle _Steinle 
auch die Temperabilder aus den Legenden der kolnischen Bischöfe 
hinter den Chorstiihlen des Domes, wobei ihm ebenlalls tüchtige 
Gehülfen zur Seite standen. 
Nach Vollendung dieser Arbeiten übertrug ihrn das StädePseha 
Institut in Frankfurt die Ausführung eines Bildes fiir den Kaiser. 
saal, welches das Urtheil Salomon's darstellt, und den Künstlgg 
von 1844 an beschäftigte. 
Steinle gehört zu den ausgezeichnetsten Repräsentanten jene;- 
Kunstrichtung, die von Overbeclt gegründet wurde. und die für 
die Anschauung der gesammten geistigen Entwicltlungsverhältnisse 
unserer Zeit von so schlagenden Bedeutung ist. So sagt liugler 
(Kunstblatt 1846 Nr. 11) und fügt weiter bei, es sei die neue ße- 
lebung des alten Catholicisrnus, der, auf der mittelalterlichen Ge- 
staltung fussend, von dort her Kraft und Form entnehme, und in 
den Kunstwerken dieser Richtung oft eine Schönheit und Grazie 
entwiclslagawelche den Ausserhalbstehenden staunen mache und 
vielleicht mehr als irgend welche andere Erscheinungen das inner- 
liche Produlstionsvermögen dieser Seite des heutigen Lebens, allem 
Widerspruch der Andgfgfrgbenden zum Trotz, darlege. 
Die Gemälde und Zeichnungen dieses Meisters sind_als festes 
Besitzthum nur wenigen zur Betrachtung ge ünnt, in einem WQi_ 
tercn lircisc sind aber die Hupfer- und Steingruclsblätter nach dem-
        

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