Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1804847
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Stcinkopf, 
Gottlob 
Friedrich. 
schiift, wobei er die StaFfage häufig den classischen Schriften des 
Alterthuiiis entlehnte, für welches er überhaupt eine grossc Vorliebe 
trug, Der liiinstler begab sich desswegen schon frohe nach lia_ 
lien, und hielt sich einige Jahre in Rom auf, wo dieErinnerungc" 
aus der Vorzeit lebendig an ihm voruberschwebten. Iir malte du 
mehrere gepriesene Bilder, meistens im strengen historischen Cha. 
rahter, die sich von seinen späteren Werken Wesentlich unter- 
scheiden. Er brachte meistens grosse Schattenmassen an, welche 
leicht das Bild verdiistern und ein sehr reines Licht erfordern, um 
nicht trübe zu erscheinen. Seine Gemälde zeichnen sich aber 
durch Klarheit in den Schatten aus, wie er immer auf Wärme 
und Harmonie der Farbe sah, so dass sich viele seiner Werke vor 
jenen des Joseph Hoch, der mit Steinkopf, Beinhard, Reiiiliold und 
Hhoden als der Gründer der neueren landschaftlichen Schule in 
Boni angesehen werden muss. vorthcilhaft auszeichnen. Nach Sei. 
ner Rückkehr nach Deutschland, während eines mehrjährigen Auf. 
eiithaltes in Wien, fühlte er aber das Bedürfniss eines helleren 
Tuns, und so sehen wir ihn in seinen späteren Bildern bei zu. 
nehmender Wahrheit und Kraft des Colorits einen Grad V00 Helle 
und Klarheit gewinnen, welcher nur durch die zarteste AbSltlfung 
des Lichts, wie durch wohl verstandenen Gegensatz. und durch 
äusserst sorgfältige Behandlung der Farben zu erreichen _ist. [m 
Jahre 1821 kehrte Steinknpt" nach Stuttgart lflrülilh WC Ihm der 
König die Professur der Landschattsiiialcrei an_ der Akademie 
übertrug. Von dieser Zeit an lebte er in dieser btadt der liunst, 
aber fast alle seiner Bilder athmen die heitere Naturgrösse des 
Südens. 
Steinkopf lieferte eine grosse Anzahl von Werken, deren i-neh- 
rere in den verschiedenen Jahrgängen des lVIorgen- und iiunsg- 
blattes gepriesen wurden, und_die in )cder Hinsicht ausgezeichnete 
Beachtung verdienen. wenn wir._ abgesehen vornden neuesten Leb 
stiingen der Landschaftsmalerei, das gr0ssartige_ Streben sein" 
Schule in: Auge fassen, auf welches wir i'm Artikel des Maler; 
Joseph Anton Koch hingewiesen haben. Im hunstblatte von Sühorn 
lesen wir 1827 eine genaue Beurtheilung der Leistungen diese; 
Meisters, der unstreitig zu den aiisgezeichnetsten Landschaften, 
seiner Zeit gehört. Seine Gemälde tragen alle das Gepräge einer 
Originalität, welche hauptsächlich auf dem Gedanken beruht. Ei- 
malte selten wirkliche Gegenden; seine Compositionen entsprangen 
nicht aus Motiven zufälliger Anschauungen, sondern aus freier 
poetischen Erfindung, die eine Idee _in landschaftlicher Darstellung 
ausspricht. Daher sind auch die Figuren darin niemals Wlllkiihr. 
lich hinzugesetzt, um eine Lucke zu fullen, oder Effekt zu machen, 
sondern sie sprechen entweder den flauptgcdanl-ien des Gedichte; 
aus. oder geben wenigstens eine bestimmte Andeutung von dessen 
Charakter und Ton. Die Art der Darstellung aber hat immer du; 
Gepräge des Grossartigeii, selbst dann, wenn_der zum Grunde 
liegende Gedanke mehr lieblich, heiter und naiv, als ernst Oder 
erhaben ist, Gewöhnlich schilderte er die südliche Natur, und es 
macht einen Hauptzug seiner künstlerischen Eigenthümlichkeit aus, 
dass eßmit grandiosen Formen, in _welcheii doch der grossartigu 
Charakter der Landschaft hauptsächlich besteht, einen uiierschöpf. 
liehen lieichthuin im Einzelnen verbindet. Ueberall sieht man dir, 
fülle der üppigsteii Natur ausgebreitet, und es ist kein Punk], 
auf welchem das Auge nicht mit Wohlgefallen ruht. Sonach Vef- 
dienen diese poetischen Gemälde mit vollem Hechte die Piencnnung 
idyllischer Lnndschatten, indem sie stcts eine dichterische Idee 
durch den reichsten Zauber der Natur versinnlichen, und uns in
        

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