Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1804616
Steinbacb , 
Erwin 
VOD- 
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rungen erkliirlichen Eigenthümlichkeiten der Facadc wurde schon 
früher in Schriften über den Dom berührt, aber nie erschöpfend 
dargestellt und erwiesen; den Beweis lieferte aber die neueste Zeit 
durch die im Archive des Frauenhauses zu Strassburg aufbewahr- 
ten Baurisse, die jedoch schon oft, aber nur im Allgemeinen, und 
zwar meistens auf unrichtige Weise besprochen wurden. Dem 
Herrn Prof. v. Görres gebührt das Verdienst zuerst eine Uebersicht 
derselben in einer geistreichen Abhandlung über den Strassburger 
Münster in den Heidelberger Jahrbiicltern 1846 gegeben zu haben, 
und in der allgemeinen Zeitung desselben Jahres lesen wir Nr. '24. 
auch eine Anzeige des Alchivar Dr. L. Schneegans, mit der freu- 
digen Aussicht einer Veröffentlichung dieser Bisse unter dem Schu- 
tze der ßrlunicipalbehörde von Strassburg, nach den meisterhaften 
Facsimiles des Architekten Perrin. Diese Sammlung besteht aus 
13 auf Pergament gezeichneten geometrischen Aufrissen und Grund- 
rissen, welche sich beinahe siimmtlich auf den im Jahre 1277 durch 
Erwin begonnenen und im Jahre 145g durch Hans Hültz von Cöln 
beendigten Bau des Münsters beziehen. Sie gehen den bessten 
Aufschluss über die verschiedenen Zusätze und Abänderungen des 
ursprünglichen Planes durch die späteren Werkmeister. Die älte- 
sten Zeichnungen rühren ohne Zweifel von der Hand des unsterb- 
lichen Erwin her. Diese bestehen 1) in dem Entwurfe der linken 
Seite einer Facade, welche zvirar in der allgemeinen Anordnung 
ziemlich mit der seitdem ausgeführten übereinstimmt, im Einzel- 
nen aber ganz davon abweicht; 2) in einer inneren Ansicht der 
zwei unteren Stockwerke der Erwin'schen Vorderseite; 5) und lt) 
in zwei auf diese letztere bezüglichen Grundrissen. Diesen älteren 
Rissen reihen sich 5) und 6) zwei beinahe gleiche an, welche der- 
selben Zeit anzugehören und Entwürfe eines anderen, in Hinsicht 
seines Iiunstvermögens geringeren Meisters zu seyn scheinen. 
Dann folgen die späteren Zeichnungen: 7) ein Grundriss, alles 
vom Fusse der Vorderseite bis hinauf zur Pyramide in sich hal- 
tend. 8) Der grösste auf einem Pergament von 12 F. befindliche 
Aufriss des ganzen lVlitlelstiickes der Fnoade bis zur Höhe der 
jetzigen Plattform, mit dem Entwurf des, in der zweiten Hälfte des 
14. Jahrhunderts, zwischen den Untersätzen der Erwiifschen Thü- 
ren eingesetzten Glockenhauses, wodurch die Vorderseite um ein 
- ganzes Stockwerk erhöht wurde, und wodurch aber auch des un. 
vergleichlich harmonische Verhältniss zwischen Höhe und Breite, 
so wie das Ebenmass der einzelnen Theile des Erwin'schcn Baues 
getrübt wurden. g) Ein ziemlich werthloser Aufriss der südlichen 
Hälfte der jetzigen Faeade. Ferner kommen die auf den jetzigen 
Thurm bezüglichen Zeichnungen: 10) zuerst die linteressanteste 
derselben, der Aufriss des ganzen Thurmgebäudes von der Platt. 
form hinweg bis zur Krone, in den unteren Theilen, und bis oben 
an den Schluss der sogenannten, hier mit Thürmchen überbauten 
vier Schnecken genau das Bestehende wiedergcbend, von dort hin- 
weg aber den ersten Entwurf zur jetzigen Thurmspitze oder Py- 
ramide aufweisend. Diesem Aufrisse schliessen sich 11  12), 15) 
und 14) mehrere auf eben diesen Thurm bezügliche Grundrisse 
an. Die übrigen Zeichnungen begreifen 15) und 16) den Aufriss 
und Grundriss der prachtvollen, im J. 1485 von Hans Meyger oder 
Hammer errichteten Kanzel, 17) den gemalten Aufriss der OrgßV), 
und 13) den Aufriss des sogenannten, von 1494  1595 durch 
t") Die Qrgel wurde 1527 von dem Zimmermanne Claus Karl 
gefertiget, und ihreliosten betrugen 450 Pfund. Vgl. StrobePs 
Liesch. des Elsasscs ll. 171. lu Holz geschnitten v. T. Stilmucp,
        

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