Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1804433
Stefani , 
Pietro 
Stefani , 
Tommaäo 
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jene seiner Gemahlin Clemenza, der Tochter Budolplfs von Habs- 
burg, stehende und sitzende Figuren, Iiarl von finsterem Ansehen. 
Von ihm sind auch die hölzernen Cruciüxe in der Sakrislei des 
Domes zu Neapel, in S. Maria a Piazza, in Carmine maggiore, 
und in der Confession di S. Severino. Er half dem Masaccio I. 
bei Ausschmiiclsung des Domes zu Neapel, und mehrere kleine 
Altäre mit heiligen Geschichten in erhobener Arbeit sind noch von 
ihm übrig; vielleicht auch EI!) gothisch überbauter Sitz für den 
Erzbischof. In der Kapelle Nlinutoli dürften ebenfalls mehrere 
Arbeiten von seiner Hand seyu, Grossi (Le belle arti etc. II. 55 E.) 
gibt über diesen Meister Nachrichten, und schreibt ihm die ge- 
nannten Werke zu. Domeuici I. 2. ist sein älterer Gewährsmarin. 
Pietro clegli Stefani starb 1310. Er hatte auch einen Sohn, der 
unter dem Namen Masuccio lI. bekannt ist. 
Sißfütlt, Tommaso (lß„ Maler, Pietro's Bruder, der Vater der 
neapolitanischen Malerei, welcher gleichzeitig mit Cimabue sich 
nach den Werken der mittelgriechischen Maler gebildet haben 
soll. G. Grossi (Le belle arti di Napoli II. 57) will aber die 
Sache näher bestimmen, und er lässt unsern Künstler bei jenem 
unbekannten Neapolitaner die Zeichenliunst erlernen, bei dein auch 
Pietro Unterricht genossen haben soll. In der Malerei dürfte er 
n h Grossi den Meister des Crucilixes von S. Toinmnso zum Vor- 
bilcde genommen, und auch nach den Malereien des Taurd 
und anderer guten Künstler jener Zeit studirt haben. Beson- 
ders zuwider ist dem Sign. Grossi die ivbarbara maniera de' go- 
tici profili nei contorni delle iigureni aber dennoch scheinen ihm 
die Gemälde dieses Künstlers ein Wunder jener Zeit, in welcher 
die Kunst weit entfernt war von der Würde der späteren Jahrhun- 
derte. Tominaso ist einer der ersten, die mehrere, Figuren zu ge- 
meinsamer Handlung verbanden und ihnen bezeichnenden Ausdruck 
zu geben suchten. ln Bildung der göttlichen Gestalten und der 
Heiligen folgte er der Weise der Griechen. Alle diese Figuren 
erscheinen grösser als die 1YIenschen,_vvelchefin Anbetung und 
Verehrung vor ihnen weilen.  
Als die merkwürdigsten seiner Tafeln erlilärtßrossi zwei Bil- 
der in Oel  eines in der Kirche della Nunziata, das andere 
in S. Maria la Nova, ehedem in der Kirche de' Zoccolanti del 
Castellu nuovo, bei welcher Gelegenheit Grossi auf die Beschrei- 
bung des M. Stanzioni verweiset. Stanzioni, und anscheinlich 
auch Grossi, wollen die Erfindung der Oelinalerei dein Johann van 
Eyck (Gio. da Bruggia) nicht gönnen , sondern Antonello diirfte 
sie nach ihrer Ansicht den Jan van Eyck selbst gelehrt, schon frü- 
her aber sollte sie Niccolantonio del Fiore in Neapel geübt haben. 
Ein solches angebliche Oelbild von Toininaso _soll auch in der Sa- 
cristei des Domes seyn. Dieses besteht in drei Abtheilungen, doch 
beschreibt es Grossi nicht. In S. Angeln a Nilo ist nach sei- 
ner Angabe der Erzengel in gleicher Weise gemalt. Ein zweites 
Gemälde stellt den heil. Andreas dar. 
Von Tommasifs Arbeiten in der Kapelle der Minutoli im Dome 
erwähnt Grossi nichts. Man sieht hier, in der alten einfaltigen 
Weise von der Mitte nach oben die ganze Leidensgeschichte 
Christi, die Kreuzigung St. Petri, die Enthauptung des Täufers, 
die Steinigung St. Stepllalfs, nebst anderen Geschichten der Apo- 
stel und Heiligen. Unten ringsuinher sind die Bildnisse von 29 
Minutoli, die von 1240  62 lebten, alle kniend und betend,
        

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