Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1804267
235 
Steen , 
Jan 
hellen, abendlichen Sonnenlichtes und feiner geistreicher Tauchen 
Dieses reizende Bild lässt sich von der Sammlung Poulain bis zu 
der von Talleyrand durch sieben Cabinette verfolgen (H. 1 F. 1; Zu 
(Br. 10; Z.) Auch in der Sammlung in ASPlByhOllS e, dem Pa- 
laste des Herzogs von Wellington, sind einige sehr vorzügliche 
Bilder dieses Meisters. Ein Arzt, welcher einem kranken. elegam 
gekleideten Mädchen in Gegenwart der Mutter den Puls fühlt, gen 
hört zu den delikaten. solide impastirtcn Werken des Meisters, 
worin er sich dem Metsu nähert. Ein Iinabe mit Pfeil und Bogen, 
und ein Bild mit Venus und Adonis deuten die wahre Ursache de, 
lirankheit an. (H. I F. O Z., Br. 1 F. 5; Z.) Das zweite Bild, 
eines der geistreichsten des Künstlers, stellt eine Familie dar, weh 
che sich das Einnicken der herauschten Mutter auf verschiedene 
Weise zu Nutzen macht. Der Knabe leert ihre Tasche aus, zwei 
andere stimmen ihm freudig bei, die älteste Tochter überlässt sich 
den siissen Empfindungen für ihren Liebhaber, der Fiedler mach; 
sich mit der Magd zu schaffen, der Affe spielt_mit_ den Gewichten 
der Uhr, und Austernschalen und andere reichliche Ueberreste 
zeigen, dass der Tisch nicht mager besetzt war. Ausser der Le. 
bendigkeit und Wahrheit der Affekte hat dieses ungefähr 2 F. 6 z. 
liolie und 5 F. breite Bild das Verdienst einer fleissigen Ausfüh- 
rung und einer guten und klaren Färbung. Zwei andere, noch 
grössere Gegenstiicke enthalten zwar einen seltenen Beichthum 
der originellsten Züge, wozu Wein, Tanz und Liebe eine flusgg. 
lassene Gesellschaft der niederen Stände bringen lionnen, gehören 
aber übrigens zu den zahlreichen Bildern Steen's, welche durch 
einen durchwaltend braunen  ein einfürmiges und dunkle; An. 
sehen haben. H. T. Hope in London bewahrt drei ausgezeich. 
nete Werke von Steen. Das eine, mit Namen und Jahrznhl 1661, 
stellt einen Schleiiimer dar, wovon Waagen sagt, dass nicht leicht 
der Ausdruck des bodenlosen Lcichtsinns und des gänzlichen Auf, 
gehens im augenblicklichen Lcbensgcnuss mit solcher Meisterschaft 
dargestellt worden sei, als in diesem lustigen Kameraden, der mit 
dem ganzen Gesicht lachend iin ausgelassensten Beliagen ein hüb. 
sches Mädchen ansieht, welches ilim ein Glas Wein reicht, wäh- 
rend eine alte Frau ihm Austern aufmacht. In einem hinteren 
Raume spielen zwei Herren Tric-Trac und im Vorgrunde ist ein 
llund. Das Bild einer Fortuna über dem Camin hat die Unter- 
sclirift: S00 gerwonnen so verteerd. Die sorgfältige Behandlung 
dieses Geinültlcs ist dabei so geistreich und frei, wie die Auffas- 
sung; die Farben sind blühend und kräftig, die Lichtwirliung von der 
lilarheit und Tiefe des deHooghe (H. 2 F. 7  Br.5F.5Z.) Da, 
Gegenstück isteinliindslaufschinaiis. Dieser wird am Tische im hin. 
teren Raume gehalten, und vorn bemerkt man neben dem Täuf. 
ling in der Wiege die junge Mutter, welcher die alte Gevatterin 
etwas vorschwätzt. Dieses Bild ist voll Humor und steht auch in 
andern Stücken dem ersten nicht nach, nur sind beide durch Ver- 
waschen hart angegriffen. (H. 2 F. Q-ä. Z., Br- 5 F. 311- Z.) Ein 
drittes Bild stellt eine grosse Gesellschaft vor, die sich im Hof 
und unter der Wcinlaube einer Dorfschenke init Tanz und Schmaus 
unterhält, 166.3 gemalt. Reich an humoristischen Motiven und VQ" 
Lebens-lost, fleissig beendigt und klar in der Färbung. (H. 3 F" 
Br. 4 F.) Lord Duclley besitzt ein Gemälde, welches die Hoch. 
zeit zu Ciina vorstellt, aber in der Sphäre des Meisters. Doch 
enthält diese reiche Coiuposition so glückliche, humoristische Ziige. 
ist so geistreich behandelt, dass sie viel Vergnügen gewährt. (H_ 
2 F. 1 Z_, Br. 2 F. 8 Z.) Der Scliottliinder Munru in London 
besim ein Bild, welches J. Stcen vorstellt, wie er raucht, während
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.