Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1804116
Star 
oder 
Stnren , 
Dirk 
221 
Jahrhunderte eine Familie dieses Namens sich mitliunstartikeln be- 
nchäiftiget habe. Es gibt ein Blatt mit der schmerzhaften Maria, 
welche, auf einer Basenbank sitzend, den Leichnam Christi auf dem 
Schoosse trügt. Diese ist gegenseitige Copie nach Goltzius, Wel- 
cher damit den A. Dürer nachgeahmt hat. Die Copie ist bezeichnet: 
H G. (H. Goltzius) jnuent. Joannes star exc. Ein anderes Blatt X111! 
dem Namen dieses Verlegers stellt Johannes am Jordan taufend 
und lehrend vor, in einer Radirung von B. Spranger, Nr. 5 unser: 
Verzeichnisses. Ist nun D. van Star einer der Vorfahren dieses 
Johannes Star? 
Von den Lehensumständen dieses Künstlers ist so wenig be- 
kannt geworden, dass man nur nach den Jahrzahlen auf seinen 
Stichen schliessen kann, er habe bis 154i gelebt. Die Zahl ßeinep 
Blätter, worunter mehrere ltadirungen, ist sehr klein; allein was 
er in der liunst leistete, ist durchaus vortrefflich. Seine Stiche 
sind mit vieler Gewanrlheit und Leichtigkeit behandelt, ohne nach- 
lässig zu seyn; vielmehr machen sie eine angenehme Wirkung. 
Er war zugleich ein trefflicher Zeichner, und wodurch er uns be- 
sonders wichtig wird, ist, dass wir in seinen Werken den eigen- 
thümlichen niederländischen Styl, ohne fremde Einwirkung, in 
seiner Reife und schönsten Ausbildung erblichen. Dirk's Gestal- 
ten sind edel und kräftig, ohne dass sie etwas der italienischen 
Abstammung zu verdanken haben, und in die menschlichen Züge 
wusste er einen so herzinnigen Ausdruck zu legen, dass sie ohne 
läegelixiiissigkeit eine rührende oder ergreifende, von der Seele 
ausgehende Schönheit bekommen. Als Beweis hierzu dienen Adam 
und Eva und der kleine liain, eine seiner frühesten Arbeiten (1522), 
und sein heil. Bernhard, der ehrfurchtsvoll am Thron der Ma- 
donna kniet. D. van Staren wusste sich bis zum Erhahenen auf- 
zuschwingen; man sehe seinen Christus, der auf dem Meere wan-' 
dclt und seine Siindfluth, eines seiner letzten Werke. Aber auch 
für die komische Seite des Lebens blieb sein Sinn empfänglich, 
ohne zur Gemeinheit berabzusiulaen. Er entwarf solche Gegen- 
stände mit leichter liadirnadel. Ein solches Blatt ist jenes mit dem 
betrunkenen Trummelschläger. Nlit D. van Staren schwindet au; 
der niederländischen Schule der ihr in früherer Zeit eingehauchte 
Geist. und macht einem Streben Raum, welches auf einem Abwegß 
die Hupferstecherkunst endlich zu einer Höhe der Technik führte, 
auf welcher wir sie allerdings bewundern müssen, wenn wir auch 
bloss die künstlerische Ausbildung an sich nicht für das Höchste 
anerkennen möchten. So beurtheilt G. v. Quanclt in seinem Grund- 
risse der Geschichte der liupferstccherkunst diesen Künstler, und 
jeder, der die Werke desselben betrachtet. Wird ihm beistimmcn. 
Bartsch P. gr. VIII. p. 26 E. beschreibt IQ Blätter dieses Mei. 
sters, die von 1522  45; dadirt sind. Die folgenden Blätter sind 
nach Bartsch beschrieben, bis auf wenige Einschaltungen. Der: 
ältere Füssly behauptet, der Meister mit dem Stern (le Maitre de 
i'_etoile) habe auch in Holz geschnitten. Diese Angabe scheint nicht 
richtig zu seyn. 
1) Eva und "der kleine Cain. Sie sitzt und zeigt ihm einen 
Apfel, welchen sie mit der Linken emporhült. Rechts steht 
der Baum, links unten 1522, in der rlYlitte das Mont)- 
grau)? lund rechts AG. 19 (19 August). H. 2 Z. 1 L., Br. 
l 
,   
2) Die Sündfluth, figurenreiche Composilion. Auf der einen Seite 
zieht Gilt Greis das VVeib bei den Armen aus den Wellen 
und ein anderer IVInnn rettet sich zu Pferd. Auf der ande-
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.