Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1803533
Spinello 
di 
Forzore. 
163 
dem ersteren Gemälde St. Gregor und Donatus erscheinen. Dieses 
Bild wird alle Jahre von der Bruderschaft in Prozession herumge- 
tragen. Auf der Predella sieht man in kleinen Figuren die Mar- 
tcr dieser Heiligen, welche nach Vasari als ein Wunder erscheint. 
Die Marter der heil. Catharina, die drei Ellen hohe Maria lYIag- 
dalena in der Iiirche von Muriello, beide in Fresco gemalt, sind 
zu Grunde gegangen, erhalten ist aber das grosse Crueilix und 
vier Heilige in der Nicolaus-Capelle bei S. Domenico. Da sieht 
man an dem Bogen auch noch zwei andere Bilder: St. Nicolaus, 
wie er den Mädchen die goldenen Aepfel znwirft, und die Be- 
freiung zweier zum Tode Verurtheilten durch denselben Heiligen. 
Während der Arbeit in dieser Capelle wurde Parri meuchlerisch 
angefallen, was ihm solchen Schrecken verursachte, dass er, wie 
Vasari behauptet, von dieser Zeit an alle Figuren nach einer Seite 
gebogen und mit dem Ausdrucke des Schreckens malte. In der 
genannten Capelle ist auch ein Bild, welches er in Folge böser 
Nachsage und giftigen Neides malte. Er stellte Zungen und Flam- 
men dar, wie Teufel das Feuer schüren, während Christus oben 
die Verfolger verflucht. Auf einer anderen Seite steht: wLingna 
dolosauc Dann erwähnt Vasari auch noch einer Zeichnung, welche 
in Form eines Frieses Darstellungen aus dem Leben des heil. D0- 
natus enthält. Parri schenkte sie seiner Schwester, die vortrefflich 
sticlste. Vasari selbst besass mehrere Federzeichnungen von ihm. 
Dann behauptet dieser Schriftsteller, dass Marco da Monte Pul- 
ciano im lircuzgang von S. Bernardo zu Arczzo das Bildniss die- 
ses Meisters angebracht habe, während Bottari bemerkt, dass unter 
den Köpfen jenes Gemäldes [seiner dem Holzschnitte vor dem Le- 
ben dieses Meisters bei Vasari gleiche. Auch Bottari gibt das Bild- 
niss Parri's.  
Vasnri lässt diesen Meister 56 Jahre axlt werden. Seine Ge- 
bcine ruhen in der Gruft von S. Agostino zu Arezzo neben jenen 
des Vaters. 
Spinello, FOFZOTG dl, Goldsclnnid von Arezzo, der Sohn des 
Spinello, war Schüler des Meisters Cione, und besonders geschickt 
in Ciselirarbeiten aller Art, wie Vasari 1. 183 im Leben des Agoslinu 
und Aguolo da Sienn sagt. Er rühmt besonders eine Bischofsmiitzc 
mit kostbaren Emailverzierungen, und einen sehr schönen Bischofs- 
stab von Silber, ehedem im Domezu Arezzo. Für den Cardinal 
Gaoletto von Pietramala fertigte er viel Silbergeschirr, welches nach 
GaolettVs Tod den Brüdern von Vernia zmheimfiel. Von allen die- 
sen Werken soll nichts mehr vorhanden seyn. Sein Werk ist auch 
 der Sarg, in welchem die Reliquien der Heiligen Laurentinus und 
Pergentinus in ihrer Kirche aufbewahrt wurden. Jetzt dient ein 
moderner Sarg zu diesem Zwecke, und jener von Forzore ge- 
arbeitete ist in der Snkristei der Kirche. Forzore arbeitete bewun- 
dernswerth in Niello, wie Vasari versichert. Sein '1'0desjahr be- 
stimmt er nicht. Seine Bliithezeit fällt um 1550. 
SPlnBllO dl FOPZOPB, der Suhn des obigen Künstlers, war Maler. 
Baldinucci erzählt im Leben des Parri Splnellx nach einem Manu- 
scripte der Bibliothek Struzzi, dass von diesem Forzore die Ma- 
lereien in der Sukristei von S. llliniato bei Florenz herpühren, wel- 
che Vasari dem älteren Spinello bcilegt. Balrlinucci meint, es 
könnten Grossvater und Enkel daran gearbeitet haben, da ersterer 
sehr lang lebte. Vgl. Försterk Beiträge S. 121. 
11 "
        

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