Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1803518
Spinello 
di 
Luca. 
SPÜIBHÜ n 
Parri 
In der Sammlung des Mr. Young Ottley zu London istleine 
Kreuzigung von Spinello, welche aber da als Werk Orcagnaä 
(Arcagnuoli) erklärt wird. 
lm k. Französischen Museum ist eine Predella in Abtheilungen: 
i) Christus zwischen den Schächern. 2) die Enthauptung des Johan- 
nes , 5) das Haupt des Täufers gebracht, 4) Herodes vom Teufel 
geholt. Dieses Werk gilt für T. Gaddi, nach Waagen llI. 402 ist 
es ein treftliches, ungemein gut erhaltenes Bild des Spincllo. 
Spinello Aretino wurde in S.Agostino zu Siena begraben, wo zu 
Vasari's Zeit sein Grabmahl noch zu sehen war, mit dem Wappen 
des Meisters, welches einen Igel enthielt. In der ersten Ausgabe 
von Vasarfs Vite etc. liest man folgende Grabsclirift: 
Spinello Aretino patri opt. pictorique suae aetatis nobiliss: 
giliius opera et] ipsi et patriae maximo ornamento fuerunt, pii 
i ii non sine acrimis poss. 
Vasari gibt das Bildniss des Meisters, welches er im alten 
Dome zu Siena gezeichnet hatte. Auch Bottari gibt sein Bildniss, 
und dann kommt es in Lavatefs Physiognomik vor. 
Einige Bilder dieses Meisters sind in Abbildung bekannt, durch 
C. Lasinio's Stiche in M. Lastri's Etruria pittrice ovvero storia della 
pittura Toscana. Firenze 1791, 1797, gr. t'ol., und in Lasanio's 
Werk über den Campo santo zu Pisa. Lasinio stach das reiche 
Frcscobild des Eiigelsturzes in S. Agnolo zu Arezzo, den Tod des 
heil. Benedikt in S. Miniato, St. Potitus mit der Mutter vor Dio- 
cletian , denselben, wie er die Fahne erhält, dessen Kampf gegen 
die Heiden, den Engel des Herrn vor ihm und die Mai-ter des 
Heiligen) alle diese Bilder im Campo santo zu Pisa. Ueber das" 
Werk Lusiniuü haben wir im Artikel desselben Näheres angegeben. 
Spinello, Parri (ll, Maler, der Sohn des Spinello Aretino, ist uns 
durch Vesari näher bekannt, als viele andere Künstler seiner Zeit, 
da er dessen Leben beschreibt, deutsche Ausgabe von Schorn ll. 
1. S. 157 (T. Parri war Schüler seines Vaters, bis ihn Lorenzo 
Ghiberti in Florenz aufnahm, wo er aber mit der_ Ciselierkunst 
sich beschäftigen musste. Er ciselirte mit anderen die Thliren von 
S. Giovanni in Florenz,.bei welcher Gelegenheit er den Masolinu 
da Panicale kennen lernte, dessen Zeichnungsinethode ihm so wohl 
gefiel. dass er ihn in manchen Dingen nachahnite. Spinello hat 
aber in der Proportion und im Farhenauftrag etwas Eigeutliumli- 
 Qhes, worauf Vasari namentlich aufmerksam macht. Er zeichnete 
 seine Figuren schlanker und grösser, als irgend ein" Maler vor 
ihm. Wenn diese gewöhnlich im Verhältnisse zehn Kopfe gaben, 
 machte er sie eilt, bisweilen zwölf Köpfe hoch, ohne dass siedess- 
wegen ein ungeschicktes Ansehen hatten; denn, sagt Vasen, sie 
sind zierlich und immer nach der rechten oder linken Seite gebo. 
gen, Wodurch sie nach ParrPs Meinung mehr Bravour erhalttn 
gullten. Auch war er der erste, welcher es dunterliess, die Frische; 
farben mit riiner Erde zu untermalen, un dann rnit tiot uu 
Hell in dergArt der Aquatinta daruber zu gehen, wie Giotto und 
die andern alten Meister getlßan hätten. [Earri bediänte lsicl-i) da- 
e en, wie Vasari bemerkt, eiin uterma en sowo , es {im 
gegbermalen immer körperlicher Farben _unrl setzte sie mit Vlflßl" 
Sorgfalt auf, wo es ihm am besstenschien; Licht aut den hoch- 
sten Punkten. Mitteltinten an den Selten, und Schatten neben die 
Umrisse. Durch dieses Verfahren erhielten seine Werke mehr 
Leichtigkeit und die Frescomalereien mehr Dauer, denn llüchdüm 
Nugleris 
Künsller- Lex. 
Brl. XVII.
        

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