Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1803497
Spinello 
Luuu . 
159 
fiir die Bruderschaft der Puraccioli (der unschuldigen und iitJSgB. 
setzten Kindlein) noch wohl erhalten. Dann erwähnt Vasari im 
Gange des Klosters daselbst einer Madonna mit St. Jakob und 
Antonius und einem knieenden Soldaten. Von diesem Bilde ist 
nur noch die Figur des Soldaten erhalten. mit der Inschrilt: Hoc 
opus fecit fieri Clemens Pucci de Monte Catino etc. Ano Domini 
156? H". Ferner schreibt Vasari dem Spinello auch viele Figuren 
in einer Siiulenhalle des Spitals von S. Marco zu, welches jetzt 
Nonnenltloster vom hl. Iireuz ist, aber von den Bildern Spinellrfs 
keine Spur mehr zeigt. In S. Domrnico ist von ihm noch ein 
Gemälde mit St. Jacobus und Philippus in ihrer Capelle wohl er- 
halten, verschwunden ist aber die Figur des hl. Antonius an der 
Vorderwantl der liirche desselben, von welcher Vasari sagt, dass 
er zu leben scheine. Um ihn waren Darstellungen aus dem Leben 
des Heiligen. ln S. Lurenzo malte er einige Geschichten aus dem 
Leben Mariä, und an der Fueade sie selbst sitzend mit vieler An. 
muth in Fresco; doch ist keine Spur mehr vorhanden. Ein Glei- 
ches ist auch mit den Bildern der Fall, welche Spinellu in einem 
kleinen Sanle. den Nonnen von S. Sptritu gegenüber malte. Da 
war eine Madonna mit dem todten Christ, und Christus sitzend, 
in sittnreicher theologischer Bedeutung, wie Vasari sagt; denn er 
hatte die Dreieiniglseit inmitten einer Sonne so abgebildet, dass 
man von jeder der drei Figuren dieselben Strahlen und denselben 
Glanz ausgehen sah. An der Iiirche der Bruderschaft von St, 
'l'rttiit:'x ist noch ein Täzhernakel utit einem erhaltenen Frescu. 
bilde vnn Spinello. Er malte da die Dreieinigheit und die Hei- 
ligen Petrus. Cosimus und Darnianus itu _C0sttime der Medicäer. 
Prot. Franchini hat dieses Gemälde restaurtrt. 
"Alle diese Gemälde fiihrte Spinello in Arezzo aus, und meh. 
rare im Aultrage des schon erwähnten Abtes Don Jacopo Aretino, 
der jetzt nach neunzehn Jahren zum General der Bruderschaft 
von Nltnttt- Oliveto bei Florenz lebte. Der General berief den 
lriiinstler dahin. um für die Hauptcapelle ein Bild in Temltera zu 
malen. Er stellte da eine unendliche Menge Figuren von mitt- 
lt-rer Grilsse auf Goldgrund dar, mit einer Flittlassung in hßlbvf. 
ltulment-r Arbeit von Sintune Cini. Das Gentitltle ist von 1585, 
Später malte Spinellu attsserltallrdes Tlltores Yon S. llietru Gattolini 
in einem Tahetnnltel die Verlsundigutig, die aber schon zu Va. 
s.'iri's Zcil halb verdorben war, und bei dem Wirthshause des 
Galuzzn andere Dinge. Wie Vasari sagt. 
Von Hnreitz aus begab sich jetzt der Künstler nach Pisa, um 
im (lmnpo santo Gemälde auszuführen, die nach Vasari und Burg- 
liini zu den schönsten Werben Spinelltfs gehören. Er malte da 
sechs Darstellungen aus dem Leben der Heiliger: Ephesus und 
Putitus. welch letzteren Vasari und Lanzi irrig Epirus nennen, 
Er stellte den PUliltJS dar, wie er von seiner Mutter zum liaiser 
Dtucletian gebracht wird. der ihn zutn Attluhrer der lirieger macht, 
welche gegen die Christen ziehen sollen. Hierauf sieht man ihn 
zu Pferd, und Christus, der ihm ein weisses [ireuz zeigt. Im 
dritten Bilde reicht ihtn der Engel die Faltne des Glaubens mit 
dem weisscnliretize, welches später das VVappen der Pisatter blieb. 
Neben diesem Bilde sieht man den Potittts mit Engeln gegen die 
Heiden ltämpfeti, wobei Vasari bemerkt, dass Spinello eine iVIenge 
Dinge (hergestellt habe, die sehr bcaclttenssvt-rtlt liir jene Zeit seyen,  
in welcher die Iiunst weder liraft hatte, noch irgend eine gute Me- 
thode, mit den lrltrbeti die Bewegungen des Gemiithes lebbalt aus- 
zudrucken. Er nennt tiaruentliclt tetttiäe lirieger von grussct" lie-
        

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