Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Sole, G. G. - Surugue, L.
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801789
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801962
Solimena , 
Franccsco. 
Austritte au: der Schule des genannten Meisters nur kurze Zeit 
bei J. del Po nach dem Nackten, und ohne sich um ein genaues 
Studium der Natur und der Antike zu bekiimmcrn, fing er gleich 
zu coloriren an. Die Vorbilder, welche er dabei wählte, waren 
1'. da Cortona, Lanfranco, Giurdano und M. Preti, durch deren 
Nachbildung er in kurzer Zeit eine grosse Piuselfertiglseit erlangte. 
Anfangsahmte er auch in eigenen Conzpositionen den P. da Cnr. 
tnna nach, und auch später noch, als er sich eingebildet hatte, 
er hönne sich in cigenthiitnlicher Weise bewegen, entlehnte er 
ganze Figuren von ihm. Nur urdnete er seine Bilder mehr im 
Style l'reti's, aber ohne ihn in dcr Zeichnung und in Wahrheit 
der Färbung zu erreichen. Doch suchte er seinen liöpfen eine grösß 
scrc Schönheit zu verleihen, und diess erwarb ihm vielleicht den 
lihrennnxnen des nCav. Calahrese ringentilitonc Der neueVerschö- 
IIQFUHgSFlllIETHlIUIlO ahcr zuweilen auch den Lanfrancn nach, besonders 
in reichen Colupositiunen, in welchen es nicht an Uebertreibung 
fehlt. Ein kräftiges Hellduxllscl, und ungemein praktische Hand- 
habung des Pinsels erwarben ihm in dieser seiner mittleren Zeit 
zahlrt-icltc Bewunderer, deren ein Mann, wie Solimena, damals über- 
lmupt leicht finden lmnnte. Begabt mit einer glühenden Phanta- 
sie und einer bewunderungswiirdigen Leichtigkeit der Ausführung 
lebte er zu einer Zeit, in welcher die Nlalerei schon ausgeartet 
war und den Glanz verloren hatte, welchen ihr die Carraccischc 
Schule noch zu verleihen wusste. Solimena huldigte der Mode, und 
strebte einer Generation Genüge zu leisten, deren Attfurdertmgett 
von jenen einer früheren Zeit verschieden waren. Gründlichkeit 
der Zeichnung, Wahrheit und Tiefe des Ausdruckes, streng durch- 
dachte Cnmpcsition, historische Richtigkeit, jene Gediegenheit in 
allen Theilen, welche die Werke der classischen Zeit der Malerei 
auszeichnen, forderte man nicht mehr. Solimena haschte daher nur 
nach dein Schein von diesen Vorzügen. Er täuschte durch ober- 
flächliche Leichtigkeit in der Behandlung und durch seine mehr 
glänzende als wahre Färbung. Seine Compositionen sind meistens 
zerstreut, nhne Eleganz und Feinheit der Formen. An streng cha- 
rakteristischen Ausdruck ist nicht zu denken, nur leere liöple und 
übertriebene Stellungen trifft das Auge. In Göthtfs Winckelmaun 
S. 258 wird cr als Haupt und Stifter der in wilde Manier aus- 
schweifenden damaligen Schule zu Neapel genannt, frevelhaft ober- 
fläehliehe Leichtigkeit im Zeichen, so wie in der Behandlung über- 
haupt, ihm vorgeworfen, schlechter Geschmack und gehaltlose Er- 
findung als sein Vermächtniss angegeben, und statt dass andere 
Grazie und Harmonie der Färbung bei ihm finden, erkennt der 
strengere liunstrichter im Winckeltnann nur eine gewaltsame Blen- 
dung des Auges durch grellen Contrast von Licht, _Schatt_en und 
färben, Fleck gegen Fleck gesetzt. Es hat aber eine Zeit gege- 
ben, wo selbst in Ilom Angesichts canonischer Meisterwerke auch 
die Bilder eines Luca Giordano, Solitnena, Pozzo und Carrado 
hneh gepriesene Muster waren. lst ihm ja selbst driicrillo ll. 555. 
noch nicht sehr abhold, und wagt es, in dieser Hinsicht auf Viel- 
seitigkeit den liiinstler mit lluhens zu vergleichen, wenn er auch 
gesteht, dass es bei grossem Iileen-llciclithutn dem Snlimexia am 
zttistlruclte fehlte. Wenn Fiorillo noch weiter behauptet, dass in 
den YVet-lxcn cliesesliiinstlters noch ein fleissigeres Studium des Nach- 
tin und (in't Natur sich cilicnbare, als in jenen seiner- letzten Zeit- 
genussen, 5-1: hat er in so ferne Recht, da in den Bildern jener 
Maler der Muuicrisxtitts auf's höchste getrieben ist. 
Solimena hintcrliess in Neapel zahlreiche Weil-c, die ihn tiaeh 
(xi u" lantfs 131d, als er für den urFtCtI itaiietiischeit Dxlcistex erklärt
        

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