Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796675
Schulz , 
J ulius. 
Schulz, 
Lebrecht 
Wilhelm. 
65 
Dann haben wir von J. Schulz auch radirte Blätter. 
1) Zwei Esel mit Arabeslsen. Wir bleiben die Alten. Neu- 
jahrslsarte für 1857. Ohne Namen und selten, qu. 12. 
2) Ein rauchender Bauer. Ik hin niederträchtig falsch, Lucle. 
Mit dem Zeichen S. Seltenes Blatt, wie die folgenden, 8. 
5) Der Luhnkutsclmer. Noch eine Perschon. Mit dem Zeichen, 
1815- 8- 
4) Landschaft mit Reiter und ein den Weg zeigender Bauer, 
qu. 8. 
'5) Gefecht preussischer Infanterie und französischer Cavallerie, 
qu. ful. 
Schulz (Schultz), Juhus, Maler, wurde m09 zu Carlsruhe 
geboren, und daselbst in der Iiunst unterrichtet. Er. widmete sich 
der Historienmalerei, ohne die Portraitirlumst auszuscliliessen, so 
dass ihm diese anfangs den meisten Erwerb sicherte. Uebrigens 
haben wir von diesem liiinstler romantische Darstellungen und 
Scenen aus dem Mittelalter. Eines seiner neuesten Werk stellt 
die Befreiung der Catlmrina von Bora aus dem Kloster Nimtsch 
durch die Bürger der Stadt Grimma dar. 
Sßlllllz, IlebreCht Vvllhelm, Elfenbeinarbeiter, einer der be- 
rühmtesten Meister seines Faches, wurde 1774 zu Meiningen ge- 
boren und in seiner Jugend zum liunstdrechsler herangebildet. 
Er fertigte als solcher die geschmackvollsten Arbeiten, allein bald 
wurde aus dem Drechsler einer der geschicktesten gravirenrlen 
Künstler. Seine früheren Arbeiten bestanden vorzüglich in Tabaks- 
und Waidmannsgerätlischaftcn, wobei sich Schulz der Iiupferstiche 
des bekannten Riedinger bediente. Der Herzog von VVellingtun 
und Fürst Blücher erhielten von ihm Tabakspfeifen mit Bataillen- 
stiicken von vortreßlicher Arbeit. Die Pfeife des letzteren sich! 
man jetzt in der k. Iiunstkaminer zu Berlin, neben einigen Leuch- 
tern, die mit mannigfachen Reliefdarstellungen geschmückt sind 
und der Ilauptsache nach aus Hirschhorn bestehen. Von viel 
grösserer Bedeutung sind aber seine späteren Arbeiten, die eine 
Sorgfalt und eine Feinheit der Behandlung zeigen, welche seinen 
Produkten einen eigenthümlichenWerth verleiht. Eine der frühe- 
ren Arbeiten aus der hessten Zeit des Künstlers ist ein Pokal von 
Elfenbein mit einem erhobenen Bildwerke, welches den auf seiner 
Troschke von der Jagd zurückkehrenden Grossherzog von Weimar 
vorstellt. Dieses Kunstwerk kaufte der König von Preusscn um 
30 FriedrichscYor. Diesen Gegenstand behandelte Schulz zum 
Zweitenmale an einem (35 Zoll hohen und im oberen Durchmesser 
d; Zoll haltenden Becher von Elfenbein. Dieses bewunderns- 
werthe Werk kaulte die Königin von England um 100 Pf. St" 
um es ihrem königlichen Gemahle zum Geburtstagsgeschenke zu über- 
reichen. Hierauf fertigte er, unterstützt von seinen Zwillings- 
söhnen, verschiedene für den kirchlichen Gebrauch bestimmte Ge. 
füsse, deren man in der ltfliunstkammer zu Berlin findet. Da 
siebt man eine Hostienxluse, auf deren Deckel die Flucht nach 
Aegypteti dargestellt ist; dann drei Kelche, wovon jßdßl" Hä- Zoll 
hoch ist und 5 Zoll im Durchmesser hat. Der Erste Kelch zeigt 
auf der einen Seite die Einsetzung des Abendmahls, auf der ande- 
ren Christus am Oelberge mit den schlafenden Jüngern. Am Fuääe 
dßß Iielches ist das Gepräge eines Silherlings eingeschnitten, und 
1511"?- llnten am Kelche das Reliefbildniss des Künstlers. Auf dem 
ltagleris Künstler-Lax. Bd. XVI. 5
        

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