Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801700
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Solnrio, 
Antonio 
Solnrio, 
Andrea 
Prinzen Ludwig von Neapel, nachher Bischofs von Toulouse, im 
Ordenskleicle dar, ebenfalls ganze Figur. 
Durch Kupferstiche ist bisher wenig von diesem Meister be- 
kannt. Das liebliche Madonnenbilrl des Abbate Celotti wurde ge- 
stochen. Das Museo Borbonico wird vermuthlich auch Proben 
nach diesem Meister geben. Wenn auf Kupferstichen Antonio So- 
lari steht, bedeutet es clen Anrl. Solario. Sein Bildniss ist in der 
obgenannten Schrift MoschinPs, 
SOlälrlO, Andrea de, genannt del Gobbo, Maler von Mailand, 
war Schüler des Leonardo da Vinci, und wird als solcher öfters 
mit Andrea Salai oder Salaino verwechselt. Später trat er unter 
Leitung des Gaudenzio Ferrari, und wusste jetzt, ovieKugler (Hand- 
buch S. 707) sagt, die Eigenthümlictilseiten dieses Meisters aufs 
Liebenswürdigste mit der durch Leonardo vorgebildeten zarteren 
Gefühlsweise zu verbinden. Auch Vasari achtete die Verdienste 
des Andrea Milanese, wie er ihn im Leben des Correggio nennt. 
Er rühmt ihn als Coloristen und überhaupt als trettlichen Maler, 
der von Liebe zur Kunst beseelt war. Die Lebensgrenzen dieses 
Meisters sind nicht genau bestimmt, man weiss nur, dass er um 
1550 in seiner Blüthe war. 
 Eines der Hauptwerlie dieses Meisters ist die Himmelfahrt 
Mariä in der neuen Sakristei der Carthause zu Pavia, ein Bild, 
in welchem der Künstler mit ungeineinem Fleisse alle Vorzüge 
vereinigte. In der Gallerie zu Neapel wird ein Bild der Himmel- 
fahrt Mariä dem Andrea de Salerno zugeschrieben, welches wahr- 
scheinlich von Andrea de Stilariu herrührt. 
Im Museum des Louvre sind interessante Bilder von ihm. 
Eines derselben, Maria dem auf einem [iissen liegenden liinde in 
einerLandschaftdie Brust reichend, ist mit wAndreas de Solario fecm 
bezeichnet. und nach Waagen (K. u. li. llI. S. 455) besonders 
charakteristisch für dicEigetitliiimlichheit der Lombardischen Schule. 
Nur in den lieblichen Hüpfen, in dem zarten Modell der Formen 
findet sich l'iiei' ein Anklang des Leonardo. In dem sehr hellen 
Gesammtton, den blühenden, heiteren, durchsichtigen Farben, in 
dem fliessenden verechmolzencn Vortrag erkennt man dagegen den 
treuen Schüler des Gaudenzio aus dessen mittleren Epoche. Ein 
zweites Gemälde stellt die Salome vor, wie sie vom Henker in einer 
Schüssel das Haupt des Tiiufers erhält, und das feine zarte Gesicht 
von dem Gegenstande abwendet. Der Ton ist hell und klar und 
die Behandlung zart. Dieses Bild wurde anfangs dem Leonardo 
da Vinci zugeschrieben, später von Ludwig XIV. als ein Andrea 
Solario gekauft, und seither immer als solcher angegeben. Erst im 
Iiunstblatt 18.11 Nro. 22 erhob sich eine Stimme dagegen, welche 
dieses Bild als ein ausgezeichnetes Werk des Bernardino Luini 
erklärt, und zwar nach der edlen Auffassung, nach der meisterli- 
chen Behandlung der Form, nach der freien, gediegenen, und von 
der iiberfliessigen, unsäglichen und oft ins Iileinliche gehenden 
Ausführung des Solario durchaus verschiedenen Malerei, und nach 
dem milden, liebenswürdigen Gefühl, welches in den feinen Ge- 
sichtszügen athmet, besonders aber nach der warmen, klaren und 
tief gesättigten, weder bei Leonardo noch bei Sulario vorkommen- 
den Färbung. Auch Luini war in gewisser Beziehung von Leo- 
nardo abhängig. und xiamentlllch ist dessen Einfluss in dem wun- 
 derschöxien Gesichte der Salome unverkennbar. 
ln der Gallerie Aguado, welche 1345 in Paris versteigert wurde, 
war eine llladonna, welche jener im Museum des Louvre ähnelt, 
aber im Cataluge als Andrea Salaiuo angegeben ist.
        

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