Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801683
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Solario , 
Antonio 
stimmt. Vornehmlich gilt dieses von den als Zingaro bekannten 
Gemälden des Museum in Neapel, so wie von mehreren Altarbil- 
dern dortiger Kirchen. Etwas anders, doch wiederum sehr be- 
deutend erscheinen die ihm zugeschriebenen (leider beschädigten) 
Fresken im Klosterhofe von S. Severino. Diese zeichnen sich u. 
a. auch durch die meisterhafte Ausbildung der landschaftlichen 
Gründe aus. Lanzi sagt, seine Altar- und Staffeleibilder seyen in 
Tempera gemalt, was sich nicht so verhält. Sie sind in der Art 
der Oelmalerei behandelt, wie Colantonids St. Hieronymus in den 
Studj zu Neapel. Auch Domenici ist im Irrthum, wenn er sagt, 
dass Zingaro seinen Styl nach dem des Matteo da Siena gebildet 
habe. In den Werken des letzteren zeigt sich keine Spur von 
oberdeutscher Art. 
Der grüsste Schatz von Werken des Zingaro ist in Neapel, 
dn der Künstler in dieser Stadt arbeitete und eine Schule gründete, 
aus welcher tüchtige Künstler hervorgingen, und die bis auf Te- 
sauro herab blühte. Unter diesen Schülern haben mehrere rühm- 
liche Werke hinterlassen, wie Angela di Boccadirame, die Stief- 
söhne des Agnolo Franco, Pietro und Polito Donsello, deren Ar- 
beiten mit jenen des Meisters verwechselt werden können. An 
Solorio und die beiden Donselli erinnert auch Silvestro und Si- 
mone Papa. Ilebcr diese Meister s. Le belle arti, del G. Grossi 
II. 58. 
In S. Domenico zu Neapel ist in der Capelle des Gekreuzigten 
eine noch jetzt wohl erhaltene Kreuzabnahme, die ihm zugeschrie- 
ben wird, welche aber nach Hirt (Kuglefs Museum 1835. S. 165) 
offenbar niederländisch und ganz in der Art des van Eyck gemalt 
ist. Allein andere behaupten, dass Zingards Werke in vieler Hin- 
sicht eine Nachahmung des van Eyck verrathen. In S. Severiuo 
sieht man eine Madonna mit dem Kinde, und umher Heilige in 
mehreren Feldern auf Goldgrund. Da sieht man auch Frescoge- 
mälde von ihm, die besonders gepriesen wurden. Sie stellen in 
mehreren Abtheilungen das Leben des hLBenedikt vor, wo seiner 
Phantasie das reichste Feld geöffnet war. Er begann dieses Werk 
in Helldunkel; allein die Mönche sahen auf Farbenpracht, und 
somit entsprach ihnen der Künstler, vollendete aber das Werk 
nicht. Die Ursache der Unterbrechung ist nicht bekannt. Die 
vorhandenen Bilder werden aber noch immer als die Haupt- 
werke' des Meisters gepriesen. Die Neapolitaner sind stolz auf 
ihren Solario. Die Mönche von Monte Oliveto liessen ihre Klo- 
sterhapelle durch ihn mit Bildern ausschmiicken. Hier malte An- 
tonio das Leben des Erlösers und der hl- Jungfrau, was ihm so 
wohl gelang, dass von nun an jede Kirche in Neapel Gemälde 
von ihm haben wollte. Diese überhäuften Arbeiten sind viel- 
leicht die Ursache, dass er die Malereien in S. Severino nicht 
vollenden konnte. In S. Lorenzo sieht man ein Gemälde mit St. 
Franz, der seinen Brüdern die Ordensregel ertheilt. In S. Pietro 
Martyre wird diesem Künstler ein Bild des hl. Vincenz im Gebete 
zugeschrieben, ein von jeher gepriesenes Gemälde. Im Kreuzgange 
dieses Klosters malte er einige Darstellungen aus dem Leben des 
Heiligen, in welchen sich der Künstler selbst übertroffen haben 
soll. Diese Bilder führte Solario in Fresco aus. In der 
Carthause von Neapel sind mehrere Figuren von A osteln, die 
man für Werke des Zingaro hielt, P. della Valle (ftett. llI.  
fand aber in den Denkbüchern des Klosters angemerkt, dass einige 
Figuren von Matteo da Siena, andere von Zingaro und seinen 
Schülern herrühren.
        

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