Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1801504
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Sonne , 
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{Beiname 
VOR 
Terwesten. 
80306, JQhnp Architekt, einer der ausgezeichnetsten Iiiinstler seines 
Faches, wurde 1750 zu Beading in Berkshire geboren, und unter 
ungünstigen Verhältnissen begann er seine Studien. Mit grossem 
Talente begabt, eilte er aber bald allen seinen Mitschülern vor, 
und Dance, der Erbauer des Mansionbouse, unter dessen Leitung 
Soane stand, sah seinen Zögling als unmünrligen Jüngling mit der 
grossen akademischen Preistnedaille beehrt. Diese Ehre sicherte 
ihm auch ein Hcisestipendium auf drei Jahre, welche er in Italien 
zubrachte. Er machte jetzt die eifrigsten Studien nach vorhande- 
nen älteren und neueren Bauwerken, und die Pläne und Einwürfe, 
welche er einsendete, hatten ihm schon vor seiner Ankunft in Lon- 
don einen rühmlichen Namen erworben. Die erste Gelegenheit 
zur Auszeichnung bot ihm das Bankgebiinde, welches, nach den 
Plänen von Samson und Taylor 1777 begonnen, 1738 nach der 
Zeichnung Soane's vollendet wurde. Sein Werk ist aber inur die 
südöstliche und westliche Seite. worin sich eine sorgfältige Nach- 
bildung griechischer Vorbilder kund gibt. Nur ist das Ganze we- 
gen der vielen kleinlichen Unterbrechungen und Aufsätze von 
unruhiger Gesammtwirkung. Auch die innere Einrichtung des 
Gebäudes ist geschmackvoll, aber nicht so zweclttnässig als man 
wünschen könnte. Es erhoben sich auch gleich nach der Vollen- 
dungtadelnde Stimmen gegen ihn, und er musste vieles verschuldet 
haben, was eigentlich auf Rechnung seiner Vorgänger fällt. Man 
nannte das Gebäude einen Steinlslumpen ohne Sinn und liunst, 
und ein Mr. Norris liess seiner Satyre in einem von Witz spru- 
delnden Gedichte unbarmherzig freien Lauf. Es hat die Aufschrift: 
der Gothe des 18. Jahrhunderts, als welcher Soane keineswegs er- 
scheint. Der Architeltt leitete auch einen Prozess ein, den er aber 
verlor. Die Anfechtungen dauerten noch einige Zeit fort; selbst 
Dallaway I. 167. nennt das Bankgebiiude einWerlt ohne Charakter, 
dessen Fronton einemSarkophage gleiche. Sei dem aber, wie ihm 
wolle, das Palais der Bank gehört zu den merkwürdigsten Gebäu- 
den damaliger Zeit, und es dient zum Beleg des wiederkehrenden 
besseren Geschmackes in der Architektur. Es gründete auch im 
In- und Auslande den Ruf des Künstlers, und von dieser Zeit an 
ab es keinen englischen Baumeister, der eintriiglicher in seinem 
älVirkungskreise beschäftiget wurde. Soane ist auch der Erbauer 
von Burnhall und des neuenHandelsgerichts-Gebäudes, des Council 
Office in Whitehall, eines der schönsten Gebäude Londons. Von 
korintischen Säulen getragen bildet die Faeade eine lange Halle, 
die zu beiden Enden durch vorspringende Flügel geschlossen ist. 
Das dritte Geschoss steht gegen die anderen zurück und wird 
durch eine Balustrade halb verdeckt. 
Im Jahre 1806 folgte er Dance in derProfessur an der k. Aka- 
demie zu London, und von dieser Zeit an weihte er seine meiste 
Zeit dem Unterrichte und derHerausgabe einiger architektonischen 
Werke. Ueberdiess lieferte er auch noch einige Plane zu ausge- 
führten Gebäuden, und andere zu projektirten Bauten, die in ih- 
rer Art als Meisterwerke bezeichnet werden können. Im Jahre 
1822 leitete er den Anbau des Westminster Palastes. Auch das 
Landhaus Shotisham ist von Soane erbaut, so wie mehrere andere 
Edelsitze. In der letzten Zeit Seines Lebens legte er eine kostbare 
Klmßlßanlmlung im, in Wßlßllßr sich Seltenheiten erster Art befin- 
den. Darunter sind zahlreiche antike und mittelalterliche Frag- 
mente von Ötnamenten, ein reich verzicrtes indisches Cuyitiil, ein
        

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