Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796487
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Schiitz 
oder 
Schlitze , 
Christ. 
Schütz , 
Franz. 
Diese sehr seltenen Blätter legt Füssly dem älteren C. G. 
Schiitz sen. bei, KWeigel gibt aber in seinem liunstkatalnge Nrn. 
3988, die Jahrzahl 179g an, die mehr auf den jüngeren Künstler 
passt, sie müsste denn später hinzugefügt worden seyn. 
Schütz oder Schütze, Christoph, Maler, m: 1690 in die Maler. 
Innung zu Dresden. und arbeitete von dieser Zeit an mehrere 
Jahre in dieser Stadt. Er malte Bildnisse, deren mehrere gesto- 
chen wurden, meistens von unbekannten Männern. Schenk stach 
das Bilclniss des Hermann Franlse 
Dieser Schiitz starb um 1750 
Sßllütz, Franz, Landschaftsmaler, der Sohn des älteren Ch. G. 
Schiitz, wurde 175! zu Frankfurt a. M. geboren, und.in der ka. 
 tholischen Schule daselbst in den Elementargegenstiinden unter- 
richtet, aber in einer Weise, die aus dem, was Mcusel (Misc. 
XIV. 80.11:.) von seiner Bilduiigsgeschichte erzählt, aufden schlecli. 
testen Zustand jener Anstalt schliessen lässt. Uru die Wissenschaft 
kümmerte sich Scliiitz überhaupt wenig; er gestand selbst ein, dass 
er nicht einmal die Anfangsgründe der lleclienkunst begrillcii, und 
nie ein ganzes Buch gelesen habe. Dagegen entwickelte er schon 
frühe eine ausserorrlentliclie Fertigkeit im Zeichnen, und hatte die 
Gabe, mit geringen-Skizzen die ausgedehntesten Prospekte aus dem 
Gedächtnisse zu zeichnen, wubei man freilich eingestehen musste, 
dass mancher interessante Zug der Natur verluren ging. indem er 
denselben entweder von Vorn herein ganz übersah, oder nachher 
sich darauf nicht mehr besann. Schlitz war Nlanierist und konnte 
nie zu einem Detailstutlium der Natur gebracht werden, da ihm 
von jeher aller Zwang unerträglich war. Anfangs zeichnete er viele 
llhein- und Maingegenden, die ihm aber zuletzt keine Abwech- 
selung mehr boten, und desto erwiinscliter war ilini daher die 
Bekanntschaft mit Herrn G. Burgkard, einem kunstliebenden 
Schweizer, der für ihn in Basel auf das väterlichste sorgte. Vun 
1777 an datiren sich also die Schweizerprospeltte, deren Schiitz eine 
grosse Anzahl lieferte. Allein er konnte sicli von_ den Fesseln der 
Manier nie ganz frei machen, da sein unstatei- Geist _ihm auch jetzt 
nicht gestattete, genaue Naturstudien zu machen. Seine Bäume sind 
selten naturgetreu; am besten die Eichen und Tannen. Dagegen 
fasste er mit Leichtigkeit selbst die vnrubergehendsten Phänomene 
der Natur auf, und das Wasser stellte er mit Meisterschaft dar. 
Ehen so schön sind auch seine Schweizerhiiuser, um deren Details 
er sich aber nicht viel bekümmerte. Auch bei der Darstellung der 
Felsen licss er seiner Einbildungskraft den Zügel. Diese blassen, 
so wie die Vprgrüiitle. sind oft sehr pastus gemalt, wie einige 
glaubten, selbst zuin Nnclitheil der Harmonie des Ganzen. In der 
letzteren Zeit legte er seine wilde Manier immer mehr ab, und 
iii den Werken aus dieser Periode herrscht mehr Ruhe und Harmu- 
nie. Einen besonderu Huf erwarb sich Schutz als Zeichner, und 
man behauptete geradezu, er habe die lireide wie den Pinsel zu 
führen gewusst. uiid-seineZeichnungen seyen Gemälde geworden. 
In der letzteren Zeit führte er auch mehrere Werke in Aquarell 
und in Gouache aus, und erwarb sich damit unbedingten Beifall. 
Seine ausgeführten Arbeiten sind indessen nicht sehr zahlreich, 
obgleich man von der Leichtigkeit und dem instinktartigen Kunst- 
triebe dieses Mannes es erwarten sollte. Seine Liebe zur Musik, 
(er. war Virtuose auf der Vrvllllß): flle lange" Mallllßllßn. die 
lustigen Trinkgelage, und die auf seine Aufregung erfolgte Er- 
matlung, hinderten ihn häufig an der Arbeit, und so hätte er bei
        

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