Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1800978
Smirkc, 
Robert. 
4 95 
Cnmmemoration of the Victory of June I. MDCCXCIV. Mit 
54 Bildnissen, von Bartolozzi, Ryder und Stow gestochen. 
Commemoration of the XI. th. October MDCCXCVII. Mit 18 
Portraiten, gest. von G. Noble und J. Parker. 
Victory of the Nile. Mit 15 Bildnissen, von W. Bromley, J. 
Landseer und Lenney gestochen. 
Um diese Zeit übte der Iiünstler auch die Malerei, und es 
scheint, dass er damals der Architektur entsagen wollte. Allein 
nach einiger Zeit griff er dieselbe wieder mit erneuter Liebe auf 
und unternahm Zur Weiteren Ausbildung weitläufige Reisen nach 
Italien, Sicilien, Griechenland und Deutschland, welche er 1305 
vollendete. Er machte bei dieser Gelegenheit die interessantesten 
Studien, besonders in Italien und Griechenland, Er zeichngte da 
viele antike Denkmäler. Der von Iktinos erbaute Tempel zu Bassii 
bei Phigalia in Arkadien war Gegenstand seines besonderen Stu- 
diums, über welchen aber Stackelberg (Apollolcmpel Taf. 1  5) 
und Donaldson (Anliq. ot Athens, Supplem. I. pl. 1  10) später 
Erschüpfendes gaben. 
Von seinen Iiunstreisen zurückgekehrt fand Smirke in London 
einen würdigen Iireis zur Ausübung seiner Iiunst, die er auf ein- 
fache, reine Prinzipien zurückführte, so dass Smirke in England 
um die Verbreitung eines besseren Geschmackes in derArchitektur 
ein bleibendes Verdienst sich erwarb. Zu seinen früheren Bauten 
gehört das Coventgarden Theater, welches er 1808 Vvllellslßle- Seit! 
VVerk ist auch der Penitentiary, mit dessen Bau der Iiünstler 1816 
beschäftiget war. Mittlerweile war Smirke auch mit verschie- 
denen Zeichnungen beschäftiget, deren einige die Restauration an- 
tiker Gebäude zum Gegenstande haben. So machte er sich an die" 
Herstellung der Villa Laurentina nach der Beschreibung des Plinius," 
die bekanntlich für den Architekten sehr unklar ist, und woran 
mehrere frühere Künstler scheiterten. Smirke erhielt 1820 mit den 
Zeichnungen die goldene Medaille. Im Jahre 1825 baute er das 
schöne Union Cloub-house Charing Cross, ein im Styl überein- 
stimmendes Werk. Er componirte da nach der classischen Weise 
der Griechen, und wusste diejenigen Theile, die der Zweck des 
neuen Gebäudes erforderte, dem Ganzen analog zu schaffen. In 
dieser Hinsicht wich er beim Bau des General-Postamt-Gebäudes 
wesentlich ab, indem er die Fenster in Bögen wölben liess, was 
mit den anderen, griechischen Vorbildern nachgeahmten Theilen, 
nicht harlnonirt- Im Ganzen ist diess aber ein Gebäude, in welchem 
antike Einfachheit mit den aus modernen Bedürfnissen entsprin- 
genden Einrichtungen vereiniget ist. Besonders grossartig ist die  
Fagade mit ihren drei Säulenhallen. Den mittleren Raum im In- 
neren nimmt ebenfalls eine Halle ein, vor welcher ein Porticus 
steht. Von dem Baue dieses Palastes zog der Künstler 1836 6000 
Pf. St. Sein Werk ist auch das neue Antiken-Museum, Wf) die 
Elgidschen Marmor-e aufgestellt sind. Es ist ebenfalls III] griechi- 
sehen Style erbaut und eine der Zierden Londons. Im Jahre 1859 
war der Bau vollendet. 
Dann baute Smirke auch mehreres im altenglischen Style, wie 
das prachtvolle Lowther Castle in Westmoreland, dein Landsitze 
des Grafen von Lonsdale. Es ist diess eines der Sßhnnsten und 
grössten Gebäude im strengen Style der Castelle. ZWEI Abbil- 
dungen davon findet man in J,.Neale's Views of Seats of Noblemen. 
Dann fertigte Srnirke auch eine Zeichnung zum berühmten  
Schilde des Herzogs von Wellington, welcher aber nach jener des
        

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