Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1800703
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Sisto 
und 
Bistoro. 
Angabe stimmt zwar Marchese nicht bei, glaubt aber doch, dass 
S. Ftemigio um 1428 nur eine einfache Restauration erlebt habe, 
weil man nach dem Umsclnvunge, welchen die Architektur in Flur 
renz durch Bruneleschi und Leo Battista Alberti erfahren, nicht 
mehr im gothischen Style baute, dessen Elemente in dein genann- 
ten Kirchlein noch herrschend sind, 
EinWerk, welches aber unbestreitbar den Ruhm dieser from- 
men Klosterbrüder verkündet, ist die Kirche von St. Maria No- 
vella, welche da erbauta wurde, wo die alte Kirche S. Maria tra 
le Vigne stand, welche den Prediger Mönchen 1221 eingeräumt 
wurde. Diese Kirche erweiterte später (nach 1256) der Probst Ca- 
valcanti, allein nach einigen Jahren konnte dieselbe die Zahl der 
Gläubigen nicht mehr fassen, und Cavalcanti beschloss daher, eine 
neue prächtige Kirche zu bauen. Das Unternehmen zog sich in- 
dessen mehrere Jahre hinaus, und als endlich die Mittel vorhan- 
den waren, der Plan der beiden Brüder genehmiget, und die 
Zeit zum Baue bestimmt war, starb Cavalcanti. Den Grundstein 
legte der päbstliche Legat Latino Malahranca den 8. Oktober 1278 
alten Styls. Der Bau schritt jetzt rasch fort, da den Meistern treil- 
liche Werltleute (rnuratori e searpellini) zur Seite standen, lautet" 
Iilosterbriicler, so dass ltein einziger weltlicher Künstler beim Bauß 
war.  Doch erlebten die beiden Brüder die Vollendung des Baues 
nicht. Fra Giov. da Campi und Fra Jacopo Talenti vollendeten 
die Kirche und bauten das neue Kloster. Die Iiirche hat die Form 
des lateinischen Kreuzes in drei Schiffen (Länge br. 163. f). 8., 
Breite br. 71. 15- Öl- Sie iSl ein Werk des germanischen Stylß 
von vorzüglich harmonischer Durchbildung. 
Der Ruf der Meister dieser Kirche verbreitete sich auch nach 
Rom, und daher berief sie der Pabst, um ihnen die Leitung einBS 
Baues zu übertrugen. Von diesem Hufe erwähnt das genannte 
Necrologinn: von S. Maria Novella, bestimmt aber die Zeit nicht. 
in welcher diess geschah. Marchese glaubt daher, der Cardinal 
Legat, der in Florenz den Grundstein zur Kirche legte, habe dem 
Pabste Nieolaus lll. die Künstler empfohlen, so dass diese 1280 
nach Rom gekommen seyn konnten, in welchem Jahre der Cardi- 
nal starb. Marchese glaubt ferner, dass Sisto und [tismm zum 
Baue der Kirche von S. {Maria supra Mincrva berufen worden 
seyen, und dass sie denselben einige Zeit geleitet haben dürften. 
Die Benediktiner iiberliessen 1274 die kleine Kirche dieses Namens 
dem Prediger-Orden, der Bau der neuen Kirche scheint aber erst 
später begonnen zu haben, da sich bei P. Fontana ein Breve Ni- 
colaus lll. d. d. 211. Juni 1280 findet, welches der Pabst an die 
Senatoren Gio. Colonna und Pandolfo Savelli richtet, und worin 
er sie ersucht, den Predigern die zugesicherte Beisteuer zum Ball 
der neuen Kirche nicht zu versagen. Die Worte vcum itaque 
dicta ecclesia incipiatur fabrieari ad presensv deutet auf den Beginnt 
des Baues im Jahre 1280 oder bald darauf. Ptistoro kehrte bald 
wieder nach Florenz zurück, Sisto blieb aber noch mehrere Jahre 
in Rom, wahrscheinlich mit dem Baue bcschättiget, welcher in 
einem Breve Bomfaz VIVII. d. d- 3'21. Jänner 1295 ein kostspieliger 
genannt wird. In älteren Werken lterrschen über die Schenkung 
der Benediktiner und übßr die Zeit des Baues irrige Angaben, 
die sich noch in der Guida di Lima 1842 wiederholen. Auch 
dütgincourt lässt diese Kirche erst im Puntiiicate Gregor XI. (im 
14. Jaltrh.) erbauen. DaSS Siätu den Plan zu dieser Kirche ge- 
macht habe, iat aber nur muthmasslich zu bestimmen. Marchese 
findet zwar Aehnlicltlteit im Style mit derKirclte von S. Maria Nu-
        

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