Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1800692
Sisto 
und 
Bistoro. 
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WO und PtIStOPO, zwei betiihmte Architekten des 15. Jahrhuv. 
derts. (lcren Geschichte aber erst in neuester Zeit durch Archiira- 
lieu beleuchtet wurde, besonders durch V. Marchese in den Me- 
iiiorie dci piii insigni pittnri, sciiltori e architetti Douienicani 
I. Firenze 1845 Cap. II. p. 37. FF. Diese beiden Meister gehören 
dem Dniiiinicaner-Orden an, und bewohnten das Kloster Von S. 
Maria Novelle in Florenz. Der erste war von Florenz gebiirtig, 
und liistoro aus dem Gebiete von Campi, Ausserdem ist nichts 
bcliannt aus ihrer früheren Zeit; denn die Meinung BaldinuccFs 
und NicculinVs, (lass sie Schüler oder Nachahmer des Arnulfo ge- 
wesen, hat keinen Grund, indem dieser Meister den Fra iiistüro 
um 27 Jahre, und den Fra Sisto um 21 Jahre überlebte. Zur Zeit 
dieser beiden llvliinclic lebten Jacopo Tedesco und Nicula Pisano, 
beide berühmt als Baumeister und durch Werke Weltbekannt, wel- 
Cbe somit unseren Duuiinikanern zum Studium gedient haben 
liunnten. Das Necrulogium von St. hlaria Novella, welches mit 
1225 beginnt, schweigt indessen von dem Eintritt dieser Brüder 
ins liloster, es nimmt aber Pvlairchese mit P. Fiiiesclii (Memorie 
Istoriehe per servire delle vite degli uumini illust. del Convento 
di S. Maria Nov. Fir. 1780) mit Wahrscheinlichkeit an, dass sie 
unter Aldobranilini) Cavalcanti, der 1250 zum zweiten Male Prior 
wurde, auf den Schauplatz getreten seyen. Cavalcanti liess jetzt 
die alte Kirche des Klosters erweitern, und veruiuthlich waren schon 
zu jener Zeit Sisto und [listuru dabei tbätig, denen dann auch 
derNeubau übertragen wurde. Diese Nleister hatten damals schon 
grussen Ruf, der auch ausser den lilostermauern vviederliallte. Si- 
chcr ist, dass ihnen der Magistrat von Florenz die lryollentiung 
des von Jacob dem Deutschen begonnenen Baues des Palazzo clc' 
Priori übertragen hatte, worunter nach Fineschi wahrscheinlich 
der Palazzu del Pudcstä zu verstehen ist. Nach der t2Ö9 erfolgten 
grossen Uebersclnveminiing des Arne mussten zwei neue Brücken 
gebaut werden, und da waren es wieder die beiden Dominikaner, 
welche als Baumeister gewählt wurden. VYenigstens ist von ihnen 
die Brücke alla Carraja, und die audereflurfte nach Marchese von 
Apnqlfo gebaut geyn. Vasari, Baldiiiucci, Lanzi, CicognariyuFine- 
schi und Biliutti behaupten, dass Sisto und Itisturd beide Brücken 
gebaut haben, nämlich auch jene von St. Trinita, ohne jedoch 
einen url-iiinilliehen Beweis zu haben. In der Guida di Firenze 
von 1850 hasst es irrig, der Ponte alla Carrajzr sei 1513 von Ar- 
noltb erbaut, aber in jener von 1841 Wlfdflßhllg Giuvaiini da 
Campi als (ierjenige genannt, welcher 1354 einen neuen Brüchen- 
bau führte. Auch ist es ein Irrthuin, wenn wir lesen, (lass die 
jetzige Brüche nach die alte sei. Es ist dieselbe, die nach der 
[Jeherschvvtniiinung vnii 15.35 gebaut wurde, und zwar von Gio da 
Cainpi und Jacopu Talenti.  
Die Geschiclitsclireiber von St. Maria Novella glauben, dass 
die beiden Eratres in Florenz noch mehrere andere Gebäude er- 
richtet ltälbßljs; es ist aber diese nur vom Bau der liirche St. Dllaria 
Nuvella nachweisbar, In der (äuiila von 1341 wird ihnen zwar 
die ltleine liirulie von S. Pieinigiu zugeschrieben, wegen der Äebn- 
lichlieit des Styls mit jenem der genannten liirclie; allein P. ßi- 
cha nimmt für S. [iemigiu ein höheres Altertliuixx in Anspruch. 
Dabei kann aber nur vom alten Baue die ßßllß seyp. denn die 
jetzige, Gestalt erhielt die Iiii-cl-ie nach F. liantßlzl (Nuova Guida 
1812) erst iiin 14128. Damit fällt auch die "Angabe derjenigen, 
welche ljieliauptett, dass S. Pieinigio unsern Duiiiiiiilianern beim 
Baue van St. Fviatria Nwrrllti zum Ddrazllsllc gedient habe. Dieser 
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