Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1800627
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Sirani , 
Giov. 
Andrea. 
Sirani , 
Elisabetta. 
n. A. fortpflanzten. Erst Bartsch P. gr. XIX. p- 148 hat die Sachß 
in's Reine gebracht, und gezeigt, dass die Liebesgötter und die 
Fama von L. Luli, und Saturn von Scarsello herrühren. Die- 
se Meister haben Compositionen Sirani's in Kupfer gebracht- 
Anch Elisabeth Sirani hat nach Bildern ihres Vaters in Kupfer 1'8- 
dift, S0 wie Giro]. Scarsello und L. Loli, deren Werke wir an 
ihrer Stelle verzeichnet haben. Van der Borcht hat ebenfalls Blät- 
ter nach ihm geliefert. 
Als eigenhändige, malerisch und geistreich behandelte Radi- 
rungen bleiben dem Meister seit Bartseh nur zwei Blätter. 
1) Lucretia sich durch den Dolch den Tod gebend. Sie sitzt 
am Tische, auf welchen sie den rechten Arm stützt, wäh- 
rend sie den Dolch in der Linken hält. In der Mitte un- 
ten ist das Wappen des Cardinals Pauletti und die Dedica- 
tiun: All. IllJIlv RJM mio S. e Pron. ColJM Mons. Archid." 
Pauletti. H. 7 Z. 5 L. mit 1 Z, Ö L. Rand, Br. 5 Z. 1 L- 
I. In der Grösse der ursprünglichen Platte. H. 8 Z. 10 L., 
Br. 7 Z. Bei Weigel 2 Thl. 
II. Von der verkleinerten Platte, und mitDedication, wie oben. 
2) Apollo und Nlarsyas. Letzterer erscheint links des Blattes 
am Arme an einen Baumstamm gebunden  mit dem rechten 
Knie auf dem Boden und das linke Bein ausgestreckt. Apollo 
mit dem Messer ist vor ihm auf den Knieen und schinclet 
den vermessenen Satyr. Vom, wo die Flöte liegt, steht: 
Sirano. 'Oval. H. 5 Z., Br. 7 Z. 5 L. 
511'331, Ellsabßllta, Malerin, die Tochter des obigen Meisters und 
Schülerin desselben, galt als ein Wunder ihrer Zeit, so wie ihr 
auch die Nachwelt hohes Lob zollte, einem Mädchen, dass nur 
27 Jahre alt wurde, und an Gründlichkeit viele gleichzeitige Mei- 
ster übertraf. Sie besass ein reiches Talent, welches bei unermü- 
deter Uebung den grössten Aufgaben gewachsen war. Sie hielt 
sich an G. Reni, in dessen mittlerer Periode, wo er viel Schönes 
geleistet hatte. in der Carthause zu Bologna ist von ihr das grösstß 
Bild, welches je ein Frauenzimmer gemalt haben dürfte, ein .50 
Palmen hohes Gemälde der Taufe Christi. Auch "in anderen Kir- 
chen und in Privathäusern Bolognzfs waren früher mehrere Ge- 
mälde von ihr, deren jetzt in der Pinakothek daselbst zu sehen 
sind. Da ist das ausgezeichnet schöne, durch den Ausdruck der 
Frömmigkeit bewunderungswiirdige Bild des heil. Anton von Pa- 
dua, der kniend dem Jesuskinde die Fiisse küsst. Simone Tassoni 
liess es 1662 für seine Ca clle in S. Leonardo malen. Aus St. Ma- 
ria nuova stammt eine gegtrönte Maria mit dem liinde in den Ar- 
 men. Der heilige Philippus Neri in Verehrung der heil- Jungfrau 
mit dem Iiinde, nach einem Bilde von Guido Reni, war ehedem 
in la Madonna della Galliera, und zwei kleine Gemälde stammen 
aus der Carthause: eine heil. Familie und das Christkind auf der 
VVeltkugel mit dem Oelzweige. Dann ist in der Pinakothek zu 
Bologna auch das durch eine Radirung der Künstlerin bekannte 
herrliche Gemälde, Wßlehes die trauernde Madonna mit einer Dor- 
nenkrone auf dem Schosse vorstellt, wie sie die Passionswerkzeuge 
 des göttlichen Sohnes betrachtet. Sirani malte dieses Bild 1657 für 
einen P. Ettorc Ghisilieri, einem Priester von la Madonna Gal- 
liera, wo man es früher" in der Sakristei sah. E. Sirani malte 
ntchrcre Mnclonnen, Christlainder und Magclalenen, deren man in 
den Palliislen Zampieri, Zambcccari und Caprnra zu Bologna und 
in den Gullerien Corsini und Bolognetti zu Rom sah. Auch ihre
        

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