Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796412
Schiichlin , 
Hans. 
Schiihlein , 
Hans. 
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Fleischberger, Hainzelmann, Ph. und W. Iiilian haben mehrere 
Bildnisse nach ihm gestochen. Er ist wahrscheinhch Quch jeüqr 
A. Schuech, nach welchem Hainzelmann 1684 das Portrzflt des kal- 
serlichen General-Feldieugrneisters Grafen von Hoflurchen ge- 
stochen hat. 
Schüchlin , 
Hans , 
Schühlein. 
Schaffner, Kupferstecher, oder vielleicht nur Iiunstliebhaber, radirte 
1715 ein Paar Landschaften, deren im Winckler'schen Cataloge 
erwähnt werden.  
1) Landschaft mit einem halb verdorrten grossen Baum in der 
Mitte, der von Gesträuch umgeben ist. SchülTner E1775. fol. 
2) Gebirgslandschaft, vorn der Hirte mit zwei Ochsen und ci- 
ner liegenden liuh. Eben so bezeichnet, qu. fol. 
Schühlem, Hans, auch Schiichlin, Schiihle, Schülin und Schiele 
geschrieben, Maler, das Haupt einer Iiünstlerfamilie in Ulm. und 
einer der ausgezeichnetstcn deutschen Meister aus der zweiten Hälfte 
des 15. Jahrhunderts. Hans Schühlein erscheint in Ulmer Bürger- 
biichern von 1468  1492, die Maler Erasmus, Lucas und sein 
Bruder Daniel 111.97. 1509 und 1510. 
Dieser ausgezeichnete Meister wurde erst in neuester Zeit durch 
C. v. Griineisen bekannt, der in seinem Werl-xe über Ulm's Iiunst- 
leben im Mittelalter, und dann im Kunstblatte 18140, Nr. 96, in- 
teressante Nachrichten über Scbühlein und über dessen Stellung 
und Einfluss in der Ulmischen Schule gegeben hat. Seine Re- 
sultate zog er besonders aus Schühlciifs herrlichem Altarblatt in 
der Kirche zu Tiefenbrtmn. Es enthält in einem prächtigen Schrein 
von reicher Vergoldung sechs verschiedene biblische Darstellungen 
von bemaltem Schnitzwerk in zwei horizontalen Reihen, in jeder 
Reihe eine griissere zwischen zwei kleineren, über jeder Darstel- 
lung der unteren Reihe ein Spitzbogen, der oberen ein Bundbo- 
gen von schöner durchbrochneiler Arbeit in golhischer Zeichnung. 
In der oberen Reihe ist inmitten die Kreuzabnehmung, mit der 
knieenden Magdalena, links St. Cntharina, rechts die heil. Elisa- 
beth. ln Mitte der unteren Reihe sieht man den Leichnam Chri- 
sti_ im Schousse der Mutter, daneben die beiden anderen Marien 
mit Salbengefiissen, zu den Seiten die beiden Johannes. Dieses 
Schnitzwerk hat volle Gestalten, ausdrucksvolle Antlitze, schönen 
Gewandwurf; und besonders schön und von innigem Ausdrucke 
ist die Magdalena bei der lireuzabnehmung. Ueber dem Schrein 
hängt Christus am Kreuze unter einem Baldachin, der sich wie 
ein Thürmchen erhebt, und von zwei kleineren umgeben ist. Ne- 
ben am Schrein, an die Sockel "der Pfeiler, welche die Hab-- 
men der Darstellungen bilden, vertheilt, liest man die Jahrzahl 
MCCCCLXVIIII. Alles Uebrige ist Malerei. In der Stalfel sind je 
sechs Apostel im Brustbild auf beiden Seiten, und bilden bewegte 
Gruppen. In der Mitte siebt man Gatt Vater in seguender iiewe- 
gung, den Iteichsapfel in der Linken, mit weissem Burte, mit der 
kaiserlichen Krone, ein herrlicher Kopf von hoher Majestät und 
VViirde. Die Flügel des Altarschreines haben auf jeder Seite zwßl 
Darstellungen, je 5-äß F. hoch, und [41- F. breit. Im Aeussern ist 
links oben die Verkündigung, im unt-ercn die Geburt und Aube- 
mllg des Kindes in einer Tempelruiile mit rund bßfleCiilen IÄM" 
stern und rothen Säulchen. Rechts im oberen Tbeile ist die Heim.- 
suchung, im unteren der Besuch der drei Könige, unter wßlßhß"
        

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