Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1800382
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Simone, Fr. 
di 
Maestro. 
Simone, 
F rancesco 
Giotto, der vom Iiöni Robert dahin berufen wurde. Giotto war 
nach Baldinucci auch derjenige, welcher auf die Verdienste Simo- 
ne's aufmerksam machte, da er in einem noch höheren Grade 
die Gabe der Erfindung hatte, als selbst Giotto. Grossi geht aber 
in seiner Vorliebe fiir den Landsmann zu weit, wenn er den Si- 
mone in allen Theilen über Gietto stellt, und im vollen Irrthum 
ist er, mit der Angabe,_das die Bilder desselben in Oel ausgeführt 
seyen. Vasaridaennt diesen Meister nicht. Er gibt nur die Bio- 
graphie des Simone Memmi_(Max-tini) und erwähnt nichts von 
einem Aufenthalte desselben m Neapel. 
Simone Neapolitano malte mit Giotto in St. Chiara. Da sind 
von ihm die Bilder der hl. Lucia und der hl. Dorothee, die auch 
Lanzi als Oelgemälde erklärt. Dann malte er für die Kirche rlell' 
lncoronata ß) eine Pietä: einen todten Christus auf dem Schoosse 
der Maria mit verschiedenen Heiligen, und in der Salsristei da. 
selbst ist ein Christus am Kreuze von ihm. Die genannte Pielä 
wird von Domenici sehr geriihmt, aber nicht auf Kosten des Giotto, 
welchem er in Composition und Ausdruck den Vorzug einräumt, 
anderer Ansicht entgegen. In S. Lorenzo! sind aber zwei Bilder 
von Simone, die ihn als würdigen Nebenbuhler des Giotto beur- 
hunden. Das eine stellt den hl. Anton mit Engeln vor, und das 
andere den hl. Ludwig, Bischof von Toulouse, wie er seinem Bru- 
der, dem König Robert, die Krone reicht, indem er selbst die Mitra 
vorzog. Diese beiden Bilder führte Simone im Auftrage des KÖ- 
nigs Robert aus, _welcher damit zwei Altäre der Kirche zieren 
liess. Dann legt ihm Grossi am Grabmale des hl. Thomas von 
Aquin in S. Domenico das Frescobild der Madonna bei, und ein 
anderes Gemälde in der Capelle degli Afilitti zu! Montevergiui, 
nach seiner Ansicht in Oel ausgeführt. Dieser Maestro Simone 
starb 1346 in Neapel, Slefanone war sein Schüler. 
Simone, Francesco di Maestro , der Sohn des obigen Illeisters. 
übte ebenfalls die Malerei, und erwarb sich den Ruf eines tüch- 
tigen Künstlers. Grossi (Le belle arti II. 48-  erhebt seine Ver- 
dienste in der Composition und in der Färbung. und behauptet, 
Franeescu habe besser gezeichnet, als viele Maler damaliger Zeit. 
ln St. Chiara zu Neapel, links des Haupteinganges, ist ein Fresco. 
bild der hl. Jungfrau mit der Dreieimgkeit von ihm. Die Fresken 
Giotto's in derselben Kirche sind iiberweisst, B'raneesc0's Gemälde 
wurdefaber erhalten. Auchin S. Gio. a Mare ist eine Madonna von 
ihm, nach Grossi in Oel gemalt  Im Cupitelzimmer von S. 
Lorenzo daselbst sind ebenfalls Frescomalereien von Francesco, 
worunter nach Domenici die von reizenden Engeln emporgetra- 
gene Maria von Loreto besonders zu rühmen ist. Dieser Meister 
starb um 1570. Colantonio del Fiore war sein Schüler. 
Slmüne; Francesßo dl, Bildhauer von Florenz, war Schüler von 
Andrea Verrocchio, und nach Cicognarsvs Vermuthung (Star. IV. 
264) der Sohn des Simone di Donatello. Simuue fertigte das Grab- 
mal des Dr. Alessqndo Tartagni in S. Domenico zu Bologna. Die- 
ses Werk ist in vxelen Theilen, besonders in der Verzierung des 
Sarkophags, dem Grabmale des Carlo Marzuppini von Desideriu da 
 
1') Ueber die Fresken Giottmfs in dieser Kirche haben wir eil] 
kleines Werk von Dom. Ventimiglia: Sugli affreschi d! 
Giotto nella chiesa dclY Incoronatn. Nnpnli 1854.
        

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