Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1800112
Silvestre, 
Israel. 
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dass es Silvestre in der Kunst noch ziemlich weit gßbfüßbl habe- 
Sein Todesjalir ist unbekannt. 
SIIVCSIYC. ISTQBI, Zeichner und Kupferstecher. der Sohn des oben 
erwähnten Gilles Silvestre, wurde 1621 zu Nancy geboren, und 
von Israel Henriet„seinem Oheime, unterrichtet, bis er nach Ita- 
lien sich begab, wo Silvestre mit Stefan della Bella in ein freund- 
schaftliches Verhältniss trat, welches auf seine weitere Ausbildung 
grossen Einfluss hatte. Silvestre nahm viel von der Kunstweise 
desselben an, so wie in anderer Hinsicht Jakob Callot sein Vor- 
bild blieh. so dass er als derjenige Künstler zu bezeichnen ist, der 
am glücklichsten in die Fussstapfen dieser beiden Meister trat. 
Nach seiner 1642 erfolgten Rückkehr aus Italien liess er sich in 
Paris nieder, wo ihm zuletzt Israel Henriet seine Kunsthandlung 
iiberliess, wesswegen er auf vielen Blättern nur als Verleger er- 
scheint, sowohl auf eigenen, als auf solchen von fremden Mei- 
stern, wo man Israel Silvestre excudit liest. An einigen Blättern 
nach letzteren hat er theilweisen Antheil, wie an einer Folge von 
vier Blättern von Swanevelt. Nr. 72 - 75- Es sind diess die 
Ansichten des Palais Orleans, von Gondy, der Oysc und Marne, 
die Nymphe der Seine. Auf den ersten Abdriicken erscheint er 
sogar als Stecher und Verleger, indem man liest: Israel Silvestre 
delin. et fec., oder delineavit et fccit. Israel exc. cum privil. Pie- 
giS. und s. Paris, chez Israel. Beim zweiten Drucke wurde Israel's 
Name ganz weggelassen. Auch an Svzanevclfs Ansicht von Rom 
Nr- 76, hat er Theil, welche desswegen im ersten Drucke folgende 
Adresse trägt: Israel Silvestre delin. et fecit, a Paris chez Israel 
Henriet. Im zweiten Druck fehlt Israel's Name, und überhaupt 
gelten diese Blätter als Swanevelfs eigene Werke. 
Diess ist auch mit einigen Blättern von Callot der Fall, wo 
er nicht nur als Verleger, sondern auch als Stecher erscheint, du 
er Theil an der Arbeit hatte. Auf sechs Blättern einer Folge, wel- 
che Weiber in verschiedenen Stellungen enthalten, steht: Ilrael f. 
et excu-l. Eine Ansicht des Campo Vaccino soll er nach Bella's 
Zeichnung radirt haben, sie gilt aber gewöhnlich als Callufs Werk. 
In Callufs Blatt mit einem Slilairenmarkte raclirte er im Grunde 
die Ansicht des Pont-neuf zu Paris, welche aber nur im späteren 
Drucke vorkommt. Diess ist auch der Fall, wenn seine Adresse 
als Verleger auf Callofschen Blättern erscheint. Auf dem grossen 
Blatte vun J. Huchteuburg, welches Ludwig XIV. mit seinen Gar- 
den auf dem Pont-neiif vorstellt, stach er die Gebäude in der Ferne. 
 Silvestre's Werke sind ausserordentlich zahlreich, sowohl 
Zeichnungen als Badiriingen. Das Iiupferwerk dieses Meisters 
in der Sammlung des Chev. J. A. de Silvestre, welche Begnault- 
Dälalaßde 1810 beschrieb, belief sich auf 900 Blätter, Welche die 
gfussiß llrlannigfaltigkeit bieten, und theilweise nicht nach Ver- 
dienst geschätzt werden. Sie bestehen in Ansichten aus Italien, dlß 
er während eines zweimaligen Aufenthaltes in diesem Lande Zeich- 
nete, iinzahlreichen Ansichten aus Frankreich, England, Slmnlefh 
cmlsianunüPßl und Persien; sie enthalten Städte, Burgen, Kirchen. 
liliisler, Schlösser. Paläste, Thduinphbögen, Grabinäler, Säulen, 
öffentliche Plätze, Brücken, Fontainen, Grotten, Parke, Gärten 
etc. Die meisten dieser Blätter sind nach eigener Zeichnung, an- 
dere nach lienrlel, Liucler, Fuunrd, Goyrand, Mßlllllßf, Noblesse, 
Pcrellc und Quinanlt. Auch einige Cupien seiner Blätter findet 
liiaii, besonders in dein Werke: Spiegel der Nature eii School der 
'l'eekenl.undc, Amsterdam, van Esvelt, qu- 4- Im Auftrage des
        

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