Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1799957
Signorelli , 
Lnca. 
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tasievollcn Auffassung der Gedanken, als in den schön und gross- 
artig bewegten, durch trelfliche Verlsiirzungen in xieucrllivßise sich 
darstellenden Figuren als der nächste Vorgänger des Michel An- 
geln erscheint. 
Vor seiner Abreise nach Rom vollendete Signorelli die von 
P. della Francesca und Dom. Veneziano begonnenen Malereien in 
der Sahristei von St. Maria zu Loreto. Da sah man die Evange- 
listen, die vier Iiirchenlehrer und andere Heilige, im Auftrage des 
Pabstes Sixtus in Fresco gemalt. Diese Bilder gingen alle zu 
Grunde. Später -malte Pomarancio die Decke. Der genannte Pabst 
berief den Iiünstler auch nach Rom, um im Wetteifer mit anderen 
Malern in der Sixtina zu malen. Vasari sagt, der Künstler habe 
da zwei Bilder ausgeführt, die als die bessten anerkannt wurden, 
und nennt das Testament Mosis an die Israeliten und den Tod 
des Propheten. Diese beiden Darstellungen machen ein Bild aus, 
und das zweite, von Vasari übergangene Gemälde stellt die Bege- 
benheiten des Moses auf der Reise nach Aegypten mit seiner Frau 
Zipora vor. Ueber den Werth dieser Gemälde stimmt man ietzt 
der älteren Ansicht nicht bei. In der neuesten Beschreibung Roms 
von Bunsen etc. l. 475 heisst es, diese beiden Gemälde liesscn den 
vernehmlich in den Malereien des Doms zu Orivieto sich offen- 
barenrlen Charakter dieses Künstlers keineswegs erkennen. Malmi 
vermuthet, Signorelli habe diese Arbeiten in der Sixtina 1484 be- 
endigt, weil ein Document von I0. Jan. 1485 vorhanden ist, W0- 
dnrch er sich verpflichtet, eine Capelle in St. Agatha zu Spoleto 
zu malen, was jedoch uutcrblieb. Im Leben des Bart. della Gatta 
nennt Vasari diesen als Gehiilfen Sign0relli's in der genannten Capelle. 
Nach Vollendung der Werke in der Sixtina beschränkt Vasari 
Signurcllfs Thätiglscit anscheinlich nur noch auf wenige in Cortona 
und Arezzo zugebrnchten Jahre, wo der Meister nur noch zu sei- 
nr-m Vurgniigen arbeitete, weil er nicht ruhig bleiben konnte. In 
diese Zeit setzt Vusari eine Tafel für die Nonnen von St. Marg- 
lxerita zu Arezzu, wo man sie noch im vorigen Jahrhunderte über 
dem Hauplnltarc sah. Ein zweites Bild malte er für die Bruder- 
schaft des hl. Ilicronymils, auf welchem er den Dr. Nicculo Ga- 
murini vor der Madonna lsnieenrl vorstellte, wie ihn sein Schutz- 
patron empfiehlt. Auch die Heiligen Donatus und Stephanus, 
tiefer unten die nackte Gestalt des hl. Hieronymus, den Iiünig 
David mit der Ilarfe und zwei Propheten sieht man auf dem Ge- 
mälde. Die Aretiner trugen es auf den Schultern nach Arezzo. 
W0_man es noch wohlerhalten in St. Croce sieht. Signorelli bß- 
gleitete das Bild selbst dahin, und wohnte im Hause der Vasari, 
w" Gfßrgio als Knabe den alten Maler noch sah, und von ihm 
"ngeßlfert wurde, zeichnen zu lernen, überhaupt mehrere Erinne- 
rungen aus jener Zeit bewahrte. Nachdem das Bild aufgestellt 
F"? begab sich Luca nach Cortdna zurück, wo der Künstler von 
 alß Edelmann behandelt wurde, da er ein glänzendes Leben 
luhrtc, von vortrefflichen Sitten, offen und liebevoll WM, 59511115979 
(weh 5039" Seine Schüler, unter welchen Tommaso ßßfßabei und 
Tülnwiläü (Pltrcangclu Zaccagna zu den bessten gehören. Sein 
ISlT-tßß Vvcrk begann er im Landhause des Cardinals PIISSGrini bei 
Lortuna, welches Giov. Battista Caporali gebaut und Maso Papa- 
cclli und Thmunast) Bernabei mit Gemälden verziert hatten. Sig- 
nurelli malte da, bereits a]: und krank, in der Canelle die Taufe 
Christa, starb aber xioch vur Vollendung des Werkes, im Jahre 1521. 
_ln Gallcricn, namentlich im Auslnndc, sind die Wcrlgß dieses 
illlexstcra nicht häufig zu finden. In der Gallerie zu Florenz (Stanze
        

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