Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1799935
Sigu orelli- , 
Luca. 
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hl. Jungfrau am Sockel. und die Empfiingniss Mariä mit einigen 
Engeln und sechs Propheten. Das dritte Gemälde, jetzt im Chor 
des Doms daselbst, stellt das Abendmahl auf eigenthtimliche Weise 
dar, indem die Apostel von dem Heilande die Hostie ltnieend 
empfangen, und Judas die seine in den Geldbeutel steclst. in der 
Lunette oberhalb dieses Bildes ist die Madonna zwischen St. Jo- 
seph und Onuphrius. In der Dechanei, dann bischöflichen Kirche 
zu Cortona, hinterliess Signorelli mehrere Werlae. Auf die Tafel 
des Hauptaltares malte er die Himmelfahrt Mariä, in der Capelle 
des Sahraments mehrere lebensgrosse Propheten in Fresco, und 
um das Tabernakel mehrere Engel, welche ein Zelt aufschlagen, 
mit St. Hieronymus und St. 'I'hotnas voni Aquin. Zu den von 
Stagio Sassoli ausgeführten Glasmalercien des Hauptfensters dieser 
liirche fertigte er die Cartons. Manni nennt diese Bilder in der 
bischöflichen Iiirche ebenfalls, und fügt noch andere bei, wie eine 
Beschneidung Christi in einer lileinen Kirche auf dem Marktplatz 
in Cortona, in der bischöflichen liirche einen SLThomas, der die 
Finger in Christi Wunde legt, eine doppelt bemalte Itiirchenfahne 
in S. Nicolo, mit dem todten Christus auf der einen, und der 
Madonna mit den Apostelfiirsten auf der anderen Seite, und in 
St. Trinitä die Dreieinigkeit mit Maria, dem Erzengel und den 
Heiligen Athanasius und Augustinus.  
In Castiglione Aretino schreibt ihm Vasari über der Capelle 
des Salsraments einen todten Christus mit den lVIarien zu, welchen 
delln Valle für ein späteres Werk erklärt. In S. Francisco zu 
Luciguo verzierte er die Fliigclthiiren eines Schranhes, in welchem 
ein Corallenbaum verwahrt wird, auf dessen Höhe sich ein lireuz 
befindet. und in S. Agostino zu Sicna malte er ein Bild mit eini- 
gen Heiligen, in deren Mitte St. Christoph erhoben gearbeitet ist. 
Diese Tafel ist nicht mehr vorhanden, und die Bilder in einem 
Zimmer des Palastes des Pandolfn Petrucci dasclbst, deren Vasari 
im Leben des Genga erwähnt, sind zu Grunde gegangen. Della 
Valle setzt sie um 1470, vor den Arbeiten in der Sistina. Das 
erste stellte die Geschichte des Midas vor, an dessen Thron sich 
eine griechische Inschrift befand, diermit dem Namen des Malers 
schloss: AOTKAZ O HOPIT1OE' EUOIEI, Das zweite war ein 
Bacchanal mit vielen schönen Figuren. und das llfille enthielt den 
Tod des Orpheus, beide mit dem Namen bezeichnet. Die übrigen 
Bilder: die Enthaltsamkeit des Scipio und der Raub der Helene, 
Waren von Genga, welchem della Valle auch die obigen zuschrei- 
ben möchte. 
Von Siena aus begab sich Signorelli nach Florenz, um die 
Vürhandenexi Kunstwerke zu studiren. Hier malte er für Lorenzo 
de Medici einige nackte Göttergestalten, die nach Vasari sehr ge- 
Fllllmt wurden, aber nicht mehr vorhanden sind. Ferner malte 81' 
für den Herzog ein Bild der Madonna mit zwei kleinen Prvphß- 
ten in grüner Erde, welches sich zu Vasari's Zeit in der Villa 
Caslello befand, jetzt im östlichen Corridor der Gallerie 111 F10- 
renz aufbewahrt wird. Der Iiiinstler schenkte diese beiden Bilder 
dem HCFZUKE. der sich aber nie an Freigebigkeit übertreffen 11955. 
Neben dem letzteren Gemälde Sieht man jetzt auch ein sehr schiines 
Madunnenbjld in runder Einfassung, ehedem im Audienzsaale des 
Magistrats der Guelfen. 
Nach diesen Gemälden in Florenz nennt Vasari jene, welche 
Signorelli im Iiloster von Monte Oliveto zu Chiusuri im Gebiete 
von Siena ausliihrte, dabei ist aber nicht anzunehmen, dass sie 
der Zeit nach auf jene folgen. Delle Valle, der sie unter die 
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