Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1799713
Siena , 
Agostino 
und 
Agnolo 
369 
kommen von 1290 an , dem Beginne des Doms, eine Reihe bisher 
unbekannter Architekten von Sieim vor. Auch der Vater unserer 
Yiiintsler, Maestro Russe, war noch Architekt, wie wir diess 
nuS Cicvgnarefs Storia della Scultura Ill. 277 wissen. Agoatiiio 
widmete sich aber schon mit fünfzehn Jahren der Bildhauerei, 
und zwar unter Leitung des Giovaniii Pisano, der nach Vasari 
1284 sich einige Zeit in Siena aufhielt, um die Zeichnung zur 
Vnrivand des dortigen Domes zu verfertigen. Agostiiio übertraf 
bald alle seine Mitschüler, und ciii jeder nannte ihn das rechte 
Auge seines Meisters. Bald darauf trat auch Agnolo, Agnstinohs 
jüngerer Bruder bei Giovanni in die Lehre, und da er schon früher 
einiges heimlich gearbeitet hatte, so fand sich; derJVIeister lie- 
wogen, bei der Ausführung der Marmortafel fur den Ilaiiptaltar 
zu Arezzo beide Brüder zu Gehiilfen zu wählen. Sie arbeiteten 
zu solcher Zufriedenheit desselben, dass er sie auch bei seinen 
Arbeiten in Pistuja, zu Pisa_ und besonders in Orvieto zu Iiliilfe 
zog, wu die von ihnen gefertigten Bilder der Propheten dem Giutto 
so wohl gefielen, dass er sie als die bessleii Bildhauer der Zeit 
erklärte. Doch belliessen sich diese jungen liiinstler nicht allein 
der Bildhauerei, sondern auch der Baukunst mit solchem Erfolge, 
dass Agustino 1508 den Auftrag erhielt, den Plan zum Palaste der 
Nenner iii hlalborghetto zu verfcrtigcn. Dieses Baiiwcrh machte 
den Künstlern einen grnssen Namen , und daher wurden sie nach 
Ginvanni's Tod zu Stadtbauineistern in Sieiia ernannt. liu Jahre 
1317 ward nach ihrer Angabe (lieVVand des Domes erbaut, welche 
gegen Mitternacht liegt, und 1521 wurde nach Vasari nach ihrer 
Zeichnung die Porta Romano errichtet, an welcher iiian eine Itirii- 
iiung Müflä von Sano Lorenzetti sieht, Tizio gibt 1329 und Ma- 
lavolti 1527 als die Zeit der Erbauung, Ugurgieri stimmt aber in 
den Poinpe Sanese dem Vasari bei, welcher wohl auch recht hat, 
da Neri di Donato, ein Zeitgenosse der Künstler, die von den.- 
selben iinternominene Restauration des 'I'l'iores nach Tufi in das 
Jahr 1327 setzt, so dass die genannten Schriftsteller dieses mit der 
Porta Iiomana verwechselt zu haben scheinen. Diese Arbeit be- 
schäftigte aber die Iiiinstler nicht ausscliliesslich, denn Baldinucci 
Dec. IV. del Sec. I. 68 sagt iii seiner Ergänzung der Nachrichten 
Tasai-Ps, dass diese Meister 1525 den Bau des Thuriucs auf dem 
großen Platze in Sicna begonnen haben, worauf wir noch weiter 
"P19" Zuriichhonimen. liu Jahre 1526 begannen sie den Bau des 
lillüilßrs und der liirche von S. Francesco in Siena, von welcher 
Vasari ebenfalls liunde hatte, nur nicht bis auf das Jahr. 
Um diese Zeit lässt. Vasari die beiden Brüder nach Orvieto 
bemleß, um für die Kirche der lil. Jungfrau einige ßildwerhe 
("lszflluhreni worunter er die Propheten an der Vordcrwand nennt. 
Allein Vasari irrt sich da in der Zeit. Jene Bildwerhe ivarcii bß- 
Tmls Vülllfndßt, denn Giotto sah 1526 dieselben bereits fertig. 
und da Sie ihm vnr alten gefielen, so empfahl er die Iiiillßllßl" 
dem Herr" Pißrü Saccone von Pietraiiiala, Welcher ihnen daraufhin 
die Ausführen: des Grabuialeä des Bischofs Guido Terme von 
5'611!) übertrug, Welches man iii der Capelle des Sakralllßllß im 
Dome siclit- Sie hatten dabei eine Zeichnung von Giolto- und 
fiilirten in Zeit von drei Jahren das Werk [niil grösstein Fleisgg 
aus. so dass die Basrclicfs wie Elfcnbeintafelii erscheinen. In der 
Beschreibung ist Vasari Wieder im Irrthumc, indem an demselben 
arm 12 sondern 1G Basreliefs sich finden, die in einer Menge 
einer Figuren Begebenheiten aus dem Loben des Bischofs vor- 
slellen- Ausführlich beschrieben sind sie in den Iiagiuiiamcuti 
Nasleräs Künstler  Lax. 3a. XVI. 
1M
        

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