Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1799625
300 
510500, 
Ludwig 
VÜU- 
auf solche Weise Ihro Durchl. der regierenden Frau Wittib von 
Hessen Cassel Goiitrata-nt in halber Lebensgrösse, wie auch den 
Prinzen von Oraiiien, gebildet. Nach solchem haben Ihr Durchl. 
Prinz Robert Pfalzgraf bei Rhein, als die in der Zeichen und 
Malerey Kunst perfect erfahren, diese Wissenschaft herrlich und 
zu solcher Vollkommenheit erhoben, dass darin ein mehreres nicht 
zu erfinden ist: wie unterschiedliche Werke von deren furrtretf- 
licher Hand als eine Magdalena ettliche Contrafaute, ein sich um- 
äehender Soldat mit seinem glanzenden Harnisch und Spiess alles 
unverbesserlich, vorzeigen. Hiernächst. hat W. Vaillant als ein 
guter ertahrner Maler, in der Zeichnung Meisterhaft beschlagen, 
diese Manier fortgesetzt und eine Menge herrlicher Werke davon 
in Kupfer zu bringen angefangen, die zu erzehlen gar zu. lang 
thllen würde, welcher durch continuirliche Uebung und Fleiss 
hierin fast Wunder iiltlhä) 
Dann geht Sandrart auf das Technische dieser Kunst ein, und 
zeigt überall, dass er genaue Iiunde von dein Hergaiige der Sache 
habe. Nur irrt er sich in der Jahrzalil, da einesuder von ihm citir- 
ten Blätter im ersten Drucke die Jahrzahl 1642, iin zweiten 1643 
trägt, wobei Sandrart das Zalilzeichen 5 leicht für 8 angesehen 
haben könnte. Im Uebrigen ist das Zeugniss dieses Schriftstellers 
ein gültiges, welches namentlich durch Siegeifs Blätter bestättiget 
wird. Er nennt sich auf den Bildnissen der Kaiserin Eleonura 
iiiid des Prinzen Wilhelm von Nassau wlriventorm und noch deut- 
liclier spricht er sich auf dem Bildnisse des Kaisers Ferdinand llI. 
aus, wo man liest: Lnd. a Siegen in Sechten . . . . . . Pinxig m)- 
voque a se invento modo sculpsit anno Domini 1654. 
Schon aus diesen Documenten hätten deutsche Schriftsteller, 
und überhaupt jeder, der Siegen's Blätter und Sandrarfs Akade- 
mie liannte, auf den Erfinder der Schahkunst niitSicherheit schlies- 
sen können; aber dennoch schrieben viele dem John Evelyii und 
seinen Nachfolgern nach. Nur einige Schriftsteller sprechen sich 
uiilmedingt für Ludwig von Siegen aus, andere halten diesen für 
den Miterfinder der Schwarzliunst, oder lauben, dass zwei Per- 
sonen eine und dieselbe Erliiidung gemaclit haben, und sehr be- 
quem macht sichs Iiriinitz (Encyclopädie LVI.), wenn er sagt: 
v Siegen oder Rupert, der Erfinder schwer er wollem Nur einer, 
Granger in der Biograph. History ol England, London 1767 Il- 
407. schreibt die Erfindung dem _Architekten Christopher Wren zu, 
welcher den Kopf eines Mohren in Schwarzkunst stach, aber keines- 
wegs der Erfinder dieser liunst ist. Fast keiner Widerlegung be- 
darfMillin, welcher dem G. And. Wolfgang diese Erfindung beilegt. 
Wolfgang wurde 1651 geboren, und die ersten Versuche fallen sicher 
schun vor 1642. Ein weiterer lrrthum wurde durch Gersaint (Ca- 
tslogue raisonnd de tuutes les pieces r ui forment Poeuvre de Rem- 
brandt, PeriS 1751) verbreitet, welcher liehauptet, der eigentliche Er- 
{Inder der Sehwarzlsunst sei Rembrandt, eine Ansicht, die andere, und 
namentlich auch Bartsch in seinem Werke über Rembrandt, nicht 
tlieilen konnten. da die wenigen Blätter jenes Meisters, Welche 
ein samnitartlges Ansehen haben, nicht in der Weise des L. v. 
Siegen behandelt sind, wovon aber Rembrandt Iiunde haben 
honnlc, so wie er_ auch mit Prinz Rupert in direktem Verkehr 
816ml. dessen ßildiiiss er fertigte. Von den Blättern Iiembrandfs, 
welche aut' die Meinung brachten, er sei der eigentliche Erfinder 
der Schablauiist, ist vor alißll die Anbetung der Hirten zu nennen, 
wo ein s0lclici' die ganze Scene mit der Laterne erleuchtet. Auch 
iii einer Flucht iii Aegyptvn ist eine ähnliche Beleuchtung. Auch
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.