Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1799618
Siegel! v 
Ludwig 
VOR. 
359 
überlassen, scit dem Erscheinen des unten in der Note genannten 
PfilCillWCPliOS des berühmten Grafen L. de Laburde ist es aber 
ausserZWeifc-l, dass L. v. Siegen auf dieselbe den ersten Anspruch hat. 
Wir haben darauf schon im Artikel des Prinzen Rupert von der 
Pfalz aufmerksam gemacht, und hier bemerken wir vor allem. dass 
durch eine grosse Anzahl von Schriften der Irrthum fortgepllanzt 
wurde. 
John Evelyn ist der erste, der den Prinzen als Erfinder der 
Schwarzkunst nennt, und da dieser mit ihm in persölinliche Be- 
rührung kam, so haben andere es ihm gläubig nachgeschrieben. 
Der Kiipferstecher W. Vaillant, der zur Zeit des Prinzen lebte 
und wahrscheinlich ihm nahe stand, bezeichnete auf einem von 
ihm gestochenen Bildnisse desselben ihn als Erfinder der schwar- 
T-ßn Kunst. Auf diese älteren Zeugnisse hin schreibt wahrschein- 
lich auch Laircsse (Schilderboepli ll. 598), _dass Prinz Robert 
in England der erste gewesen, welcher diese liunst geübt hat. 
Auch Houbracken (Schouburgh II. 105) lsennt nur den Prinzen 
als Erfinder der Schraaphonst. Dcscanips (Vie des peintres Il. 
551) hält ihn ebenfalls im Besitze des Geheimnisses, und I-Iuine 
(History of England) theilt wohl die Ansicht J. Evelynä, wenn er 
den lluprecht avlnventor of etchingw nennt. Diese Angaben wie- 
derholen sich in vielen biographischen, encyclopädischen und 
chalculogischen Werken, in Künstler  Lexiken, Handbüchern 
und Catalogen. 
Nur von wenigen wurde Sandrart beriicksichtiget, der als 
sachkundiger Zeitgenosse in seiner Akademie I. 5. S. 101. über 
die sogenannte schwarze Kunst spricht, wie folgt: nDer erste Er- 
linder dieser liunst war anno 1648 nach beschlossenem deutschem 
Iirieg ein hessischer Obrisilieutenant, Namens von Siegen, "welcher 
 
His High. Prince Rupert etc., London 1662, in zweiter 
 Aullage von 1769 (nicht 1755) ist der erste, welchersie Mezzo 
Tintu nennt. Die Italiener übersetzten die Worte nArs ni- 
grau in Sandrarfs lateinischer Ausgabe der Akademie mit 
vwManiera nerapv und später wählten sie die Bezeichnung 
wlhcisione a fumo, und Fuggia neram In England blieb der 
Name wMezzo Tinte, und Blach arm der herrschende, und die 
Franzosen bezeichneten diese liunstweise mit a1] Art noir, 
maniere noire, gravure d' epargnenv _Unter dem Namen 
wZwartelsonst oder Schrnaplionstvv ist S10 in den Niederlan- 
den bekannt. 
Der erste, welcher darüber schrieb, ist John Evelyn, in 
dem oben genannten Werke; dann gab Chelsum wA History 
Cf the art of cngraving in mezzo tinto from its origin K0 
the present time. Winchester 1786w heraus, 8. Dieses Werk 
Wurde ins Holländische übersetzt, unter dem Titel: Hiälofie 
de!" Zwartekunst printen van de uitvinding deser Kunst af 
tot den legenwoordigen tyd toe. Met een bericlut {an de 
werken der vruegste Iiunstenaaren in dit vak. Ult hit En. 
gelsßh Vertaald gedruckt te Haarlem by C- B- V- Bfllääel 
1791, 12. 
D35 Hauptwerk über diese Kunst gehört der neuesten 
Zeit an, und ist von dem Grafen L- Clß Lßbürlle, welcher 
die Erfindung durch Documente über allen Zweifel erhob. 
Es hat den Titel: Historie de la gravure en maniere noire, 
Paris, lDidot 1859, gr. 3.
        

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