Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796286
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Schroedter, 
Adolph. 
Schmied in der Werkstatt bei Fcuerbeleuchtung dar, in der Summ. 
vlung des Fhrn. v. Sinirnoff zu St. Petersburg, Jeut wißdcfhullß 
er das Bild des Falstaff in der Laube seine Compagnie inspizirend. 
Ein anderes Iauniges Bild aus Shakespeards Heinrich V. stellt die 
Zusammenkunft von Fluellon und Pistul dar, 185g gemalt. Im 
folgenden Jahre erschien Schroedtefs Veilobungskarte ein grusses 
Blattwvon seltenem Ideenreichthum und zugleich voller Witz und 
Laune. Der mittlere Baum enthält die Verlobungsanzeige; Posau- 
nen und Trompeten macht das Ereigniss den Freunden und der 
Kunstwelt bekannt. Don Quixote-und Falstaii", die Helden, welche 
Schrfoedterß Iiünstlerruf gesichert haben, bringen in gewaltigen 
liränzen alles was das Haus bedarf, Zwei Schaaren kleiner curio- 
ser Kerle schleppen Bügeleisen und Pantoffel. In dem genannten 
Jahre malte er für den Kunstverein zu Münster auch,eine neue 
Falstatfscene, ein höchst geniales und humoristischesuCharakterbihl. 
Falstaff sitzt mit den beiden Friedensrichtern zu Tische, und eben 
so fein als schlagend ist auf den Gesichtern und durch die Stel- 
lung ausgedrückt, wie jeder den anderen völlig getäuscht und iiber- 
listet zu haben vermeint. Am Nebentischeßitzt der Pnge und 
Gardulph, und der lächerlich bunt herausstatfirte Pistol brüstet 
sich als Hauptfigur. Ein schönes Bildchen von 1871i hat Ühland's 
Lied zum Gegenstancle: Ich höre meinen Schatz. lm Iiunstblatte 
von 1845 wird als eine von Schroedter's meisterlichsten Schöpfun- 
gen der Frhr. von Münchhausen geriihmt, wie der alle Lügner 
in der Wirthsstube am Tische sitzt, und Bauern, Gensdarmen, 
Jäger, alle in grösstem Staunen ihm zuhören. Eine solche Scene 
malte, wie oben erwähnt, Schroedter schon 1857, cliess ist aber 
eine Darstellung im Griisseren. Ein anderes Gemälde desselben 
Jahres ist unter dem Namen der Beichte im Walde bekannt, und 
eines der neusten stelltDon Quixotoäs Bast unter den Ziegenhirten dar. 
Doch sind diess nicht alle Werke des Meisters, nur der grösste 
Theil derselben. Ueberdiess nennen wir noch die betriibten Loh- 
gerber in der Sammlung des Professors d' Alton, die Uckermiirkä 
sehen Bauern im Gespräche über Politik, ein humoristischcs Bild, 
den schlafenden Knaben mit dem Hunde. eine Scene auf der Beh- 
jagd im Besitze des Prinzen Friedrich von Preussen, die gewlßgten 
und zerbrochenen Flaschen, und das entfliehende Jahr, komische 
Neujahrswiinsche, u. s. w. Auch für Simruclüs deutsche Sagen. 
Frankfurt 1840 5., lieferte er mit anderen Zeichnungen. 
Dann fertigte Schroedter auch viele Zeichnungen zu! Illustra- 
tion. Darunter sind solche zu einer neuenAlJSgabe des Eulen- 
spiegel, woiuit er 1840 begann. Von ihm, von K-Jordan, G. Oster- 
wald und L. Richter sind ferner dieZeichnungen zu Nlusäus Volks- 
mährchen der Deutschen. Leipzigi842. gf- 3- Allßh die deutschen 
Sagen, mit deutschem und französchem Text, und die Dichtungen 
von C.Simrock, Frankfurt 1840 5-, Sind nach seinen Zeichnungen, 
so wie nach solchen von Mücke, Becker, Sonderland, Pliiddemann, 
mit Kupferstichen von X. Steifensand rllustrirt, qu, F0], Es gib; 
auch eine kleinere Ausgabe. Seine Zerchnun en zum Don Quixute 
hat er selbst radirt. I. Heft. Leipzig teilt, gr. Fcl. Diese 
Compositionen sind im Iiunstblatte des genannten Jahres Nro 41 
genau beschrieben. Dann erschien nach den Zeichnungen von 
Schrocdter, Stilke u. a. auch eine Gallerie zu Schillers säinmt- 
lichen Werken in Stahlstich. Stuttgart 1336 6., my. 4. 
Auch mehrere von seinen Gemälden sind durch Abbildungen 
bekannt. Gille lillhUgfilPlilPiC das berühmte Bild des Don Quixote, 
und iu der Geschichte der neueren deutschen Kunst vom Grafen 
Raczynslii ist es von Thompson trefflich in Holz geschnitten. Die
        

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