Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1799005
998 
Serwout. 
Serwouter, 
Pieter 
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5'. 
französischen Geschmacke huldigten, und nicht selten alfehtirt er- 
scheinen. Servolini hatte indessen auch Bilder geliefert, welche, 
einige Erbfehler abgerechnet. grosse Schönheiten bieten. Eines 
seiner früheren, welches er 1823 zur Ausstellung in Florenz 
brachte. stellt Philipp II. dar, wie er die Königin im Gefängnisse 
seines Sohnes überrascht. Dieses effectvolle Bild fand grossen 
Beifall, kältere Beurtheiler hatten aher manches zu rügen. Im 
Iiunsthlatte des genannten_Jahres wird nur die Figur des Don 
Carlos in Haltung und Zeichnung gelungen genannt. Der sonst 
kalte und besonnene Philipp äussert aber auf dem Gemälde zu 
viel Leidenschaft in Stellung und Ausdruck, und der Schrecken 
und die Bewegung der Iiönigin bezeichnet dieselbe zu sehr als 
gemeine Verbrecherin. Ein späteres, sehr gelungenes Bild stell: 
die Francesca da Rimini dar, die Scene, welche Dante's Worte: 
La bocca mi baccio tutto tremante, bedingen. lm Jahre 1851 
brachte Servolini ein Gemälde zur Anstellung, welches unter den 
Arbeiten der jüngeren florentinischen Künstler die erste Stelle 
verdienle- Es stellt Maria Stuart zum Tode gehend dar, eine 
eliektvolle Scene, mit warmem Gefühle aufgefasst, und in Form 
und Färbung glücklich durchgeführt. Strengere Beurtheiler miss- 
billigten aber den Hang zur Coketterie, der sich auch in dem 
Bilde der Francesca von Biinini, und noch in den späteren 
Werken des Meisters ausspricht. Er zeigt aber in allen nnbe- 
streitbares Talent zur historischen Composition. Es fehlt ihm auch 
der Sinn für Harmonie der Farbe.nicht, so dass also auch von 
dieser Seite seine Bilder wohlgefällig und von angenehmer Wir- 
kung sind. 
Serwout , 
Serwouters. 
SGPWOIJIGP, Pieter V31], auch Serwout, Servouters und Sherwout- 
ter. liupferstecher, wurde um 1575 zu Antwerpen geboren, und 
 unter unbekannten Verhältnissen zum Iiünstler herangebildet. Man 
kennt ihn nur nach mehreren Blättern, die er nach verschiedenen 
Meistern ausführte, und welche gegen 1650 l'un Yßlchßn- Sie sind 
im Geschmacke seines Zeitgenossen Londerseel behandelt. 
J 1) Der Fall der ersten Eltern, nach D. Vinkenbooms 1611, fol. 
2) Simson den Rachen des Löwen zerreissend, nach David 
  Vinkenbooms, hl. qu. fol- 
5) David oder ein Sehäter, welcher den Bären bändiget, nach 
demselben 1608. k]. qu. fol. 
4) David als Sieger über _Goliath, nach L. van Leyden und 
nach J. Saenredam's benihmtem Stiche, welchen aber C. van 
Sichern noch besser copirt hat. 
5) Allegorie. Der Held des Glaubens fest gegen alles Böse, 
nach Vinkenbooms. In me quid . . . . . triumphus. P. Ser- 
wouter sc. 1614, qu. tol.  
6) Die Herberge der Bettler. De Beedelars Herbergjß- Rechts 
vor dem Wirthshause zechen einige am Tische, und links 
tanzen männliche und vreibliche Personen. Im Grunde links 
sitzt ein Mann und ein Weib, welches dem linaben die 
Flöhe absucht. Nahen der Thüre geht ein Bettler mit dem 
Messer auf den Wllllh los, der sich mit einer liriiclse ver- 
theidiget. Vom lenster herab droht ihm die Wirthin. 
Links liest man: D. v. Boens Inventur, und rechts: 1608 
P. Swuuter ft, Im Rande steht: Qui scuml innucuum etc. 
qu. ful, 
        

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