Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1796254
Schroeder, 
Georg. 
Schroeder , 
Johann 
Heinr. 
23 
Martin Trinwald Gerning. 
nicht gelebt zu haben. 
Ueber 
1750 
hinaus 
scheint Schpoeder 
Sßbroeder; Geürg, Bildhauer, arbeitete um 1590 mit seinem Bru- 
der Simon zu Turgau in Sachsen. Sie lieferten verschiedene 
Arbeiten für Kirchen. lianzel und 'l'aulstein in der Iiirche zu 
Eilenburg sind von ihnen gefertiget.   
Schroeder, Johann Heinrich, Bildnissnialer, geb. zu Meiningen 
1756, fand in der Jugend bei beschränkten Verhältnissen seiner 
Familie nur dürftigen Unterricht im Hanse eines Anstreichers, sein 
Talent war aber so überwiegend, dass er in kurzer Zeit ein ziem- 
lich leidliches Portrait malen konnte. Mit einer Ersparmss von 
150 Thalern begab er sich dann nach Cassel, um unter Tischbein 
seine weiteren Studien zu machen, allein er fand sich du nicht 
ganz befriediget, da man sich mit dem Unterrichte in der Bild- 
nissmalerei wenig befasste." Schroeder verliess daher nach Verlauf 
eines Jahres Cassel, und begab sich mit Empfehlung nach Hanno- 
ver, wo ihm das von ihm ausgestellte Bildnis? eines dort Wohlbe- 
kannten Mannes zahlreiche ähnliche Aufträge verschaffte. Schroe- 
der erwarb sich in dieser Stadt im Verlaufe drcier Jahre den Ruf 
eines vorzüglichen Bildnissrnalers, Welchen er dann im Dienste 
des Herzo s von Braunschweig noch steigerte. Er war da drei 
Jahre besoideter Hotinaler, hatte aber immer noch Zeit" für linder- 
 weitige Aufträge, bis ihm endlich die lang erwünschte Gelegen- 
 heit wurde, Holland und England zu bereisen. Er studirte 
bei dieser Gelegenheit die Hauptwerke der Portraithunst, und 
malte auch mehrere Bildnisse nach dem Leben. InEngland malte er 
sogar mehrere Mitglieder der k. Familie. Nach seiner Rückkehr 
aus England malte er an deutschen Höfen mehrere Portraite. In 
Berlin wurde er vor allen gepriesen, namentlich des Bildnisses des 
Königs Wilhelm II. wegen, woron nach dem Willen des Fürsten 
der Künstler nur eine einzige Copie nehmen durfte. Allein meh- 
rere Grosse des Reiches geizten nach diesem Bildnisse, und als 
man endlich unter irgend einem Vorwande der Wiederholung 
Schroedefs habhaft geworden war, so gab es bald mehrere Copien 
des königlichen Bildes. Dieses zog dem Meister von Seite des 
Hofes Verdriisslichlteiten zu, und er verliess daher Berlin. Von 
dieser Zeit an lebte er abwechselnd in Meiningen und in Braun- 
schweig. und malte zahlreiche Porlraite, die unter den Arbeiten 
seiner Zeitgenossen mit Auszeichnung genannt werden müssen, so- 
wohl in Hinsicht auf Aehnlichkeit und charakteristische Darstellung, 
als aufMeisterschatt der Behandlung des Ganzen. Nur sind sie in 
Paste] gemalt, und in so ferne dem grüsseren Verderben ausge- 
setzt. Es sind unter den von Schroeder gemalten Bildnissen No- 
tabilitäten aller Art und zahlreiche Fürstenspersonen. In der 
letzteren Zeit war er grossherzoglich Badischer Ilotinaler, starb 
aber 1812 zu Meiningen.  
Iiessler stach nach ihm das Bildniss der Grossherzogin Stepha- 
nie von Baden, Lips jenes des Herzogs Georg von Sachsen-Coburg, 
Sinzenich ein solches der Prinzessin Fried. Louise Wilhelmine 
von Preussen und Colibert das Bildniss der Herzogin Charlotte 
Dorothea von Curland. Vinheles stach für C. v. der Aa's Geschichte 
des letzten Statthalters von Holland, Wilhelms V., das Portrait 
dieses Fürsten nach Schroedeüs Zeichnung. J. S. Iilauber stach 
für Franenholfs Sammlung von Bildnissen von Gelehrten jenes 
des Grafen von Herzberg. Auch in kleinem Formate wurden einige 
seiner Bildnisse gestochen.
        

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