Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798647
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Scncfuidcr , 
AIOiS. 
prhaltenlqhabe, dass man durch eine eigene, von diesem in An- 
wendung gebrachte Art des Ausbesserns sehr leicht lauter wahre 
Originale verfertigen könne. Der Druck der Platten in Iirniile- 
mnnicr war damals noch von besonderer Schwierigkeit, und viele 
Abdrücke gelangen daher nur unvollkommen. Iiuniirkc nahm da- 
runter die besseren heraus. und retnuchirte sie mit Pariserkreiilc. 
Einen solchen gut retouchirten Abdruck erklärte nun Senefelder 
als ein wahres Original. 
Im Jahre 1817 kehrte Senefelder wieder nach München zuriicli, 
wo er endlich auf mehrmalige Aufforderung des General-Secretärs 
der Akademie der Wissenschaften, des Direktors von Schliclitegroll, 
sein Lehrbuch der Lithographie nusarbeitete. Er fühlte sich jetzt 
einer solchen Ausgabe Vüllliüfllllll!!! gewachsen, da er seit 1809 
 fast ununterbrochen dem Steintlruclt seine Aufmerksamkeit gewid- 
met hatte, um alle lVIuuipulatinnsarten der verschiedenen Zweige 
auf die einfachsten und sichersten Grundsätze zuriiclt zu liihren. 
Ueber die Verbesserungen und Entdeckungen, welche er im Ver- 
laule dieser Jahre gemacht hatte, gibt er in seinem Lehrbuche S. 
128 Nachweisung. Vorerst bemerkt. Senefeltler. dass er einige von 
ihm früher erfundene Methoden, z. B. den Ucberdrilcls von Papier, 
auf welches mit fetter Tinte geschrieben oder gezeichnet wird, 
dann den Urherdruck von neuen und alten Büchern und Iiupler- 
stichen, durch vielfältige Versuche zu einer grussen Vollkommen- 
heit gebracht habe, wodurch sich auf die leichteste Art litho- 
graphische Ste r eotypen verfertigen lassen. Ferner behauptet 
Senelelcler seitdem im Farbendrucke solche Fortschritte gemacht 
zu haben, dass er ausser den mitFarben illuminirten Bildern auch 
noch von Oelgemälden ganz ähnliche Abdrücke liefern könne, 
welchen niemandvnnsehe, dass sie gedruckt werden scyeß, indem 
sie alle Eigenheiten der Oelmalerei besässen. So behauptet Sene- 
felder in seinem Lehrhuche von 1818, dieser Oelgelnälde-Druck, 
welchen er l. c. S. 366 beschreibt, ist aber verschieden von einem 
erst 1850 erfundenen Druck von Oelmalereien. Auch erfand Sene- 
felder noch vor (ler Publikation seines Lehrbuches eine neue Art, 
Bilder, Tapeten, Spielkarten und selbst Cattun mit Steinen zu 
drucken. wo zwei Personen in einem Tage über 1000 Abdrücke 
in fol. machen könnten, wenn das Bild gleich aus hundert Farben 
bestehen sollte.  Von den seit dieser Zeit neuentdeckten Stein- 
druckmanieren hält er einige Aquatintn-Arten, dann die gespritzte 
Manier, die vertiefte Iireidemanier, die Verwandlung der erhabe- 
nen in die vertiefte Manier, und umgekehrt, den Silber- und Gold- 
(lrllvli, nebst der mittelst einer Maschine geschriebenen Druck- 
 
 Der erste, welcher den von Sencfeldcr angegebenenFarben- 
 druck im Grossen anwendete, ist der schon oben genannte 
Werkmeister der lithographischen Anstalt der k- Sleuer- 
Cataster-Commissiun in München. Franz Weishaupt, ein 
Mann, der im Gebiete der Lithographie viele Entdeckungen 
machte, die noch nicht bekannt sind. Er druckte 1325 die 
miturliistorischen Abbildungen zum Werke über Brasilien 
von Spix und Mßrtius- Wcishaupt wendete auch schon da- 
mals den Farbendruck zu historischen Bildern an, und er 
 ist sicher als Begrunder der Lithochromie zu betrachten, 
die seit dieser Zelt im 111- und Auslande vielfache Anwen" 
dung gefunden halle. Heinrich XVeishaupl. der Sohn des 
Werltiiicislers, bcsstzl ein lt. Privilcgiulll auf den Farben- 
dtuck.
        

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