Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798583
reits Gedrucktemvon Landkarten ctc. hielt er damals geheim. damit 
kein Missbrauch geschehe, zwei Proben wollte er aber liefern. 
Dann versprach er auch Proben in Iireideiiianier zu liefern, 
in SChWQrZEP oder rother Kreide, und auch Abdrücke von" meh- 
reren Platten; alles dieses in erhobener Manier. In vertietti-r 
Manier konnte er mit der Iiu[iferstecherhunst wetteifern, indem 
geschnittenygeällt oder Pßditt wird. Eine dritte Abtbeilung soll- 
ten die Proben der gemischten Manier bilden, worunter Serie- 
felder die Aquatinta, Schabmanier, Federzeichnung mit Iireirle, 
Federzeichnung mit Geschnittenem und Hadirtein, und Ratlirtes mit 
Gescbnitteneni zählt. Im Ganzen sind es 24 Arten, in welchen ei- 
Proben gehen wollte. Auch verspricht er, das allererste Probe. 
blatt von 1796 beizugeben; allein von Allem erschien nur das 
erste Heft. Steine hatte aber Senefelder viele vorräthig, denn er 
sagt im Lehrbuche S. 104, dass er ausser der Menge von Regie- 
rungsarbeiten viele Proben in verschiedenen Iiunstmanieren ge- 
macht hätte. Er bemerkt aber, dass es schwer gehalten habe, gi- 
schickte Arbeiter, besonders Scliriftschreiher und Zeichner zu cr- 
lialten. Selbst die berühmten Lithographen Strixner und Piloty, 
welche B. von Aretin anstellte, brachten es nur langsam zu der 
nöthigen Vollkommenheit und Geschwindigkeit. 
Die Lithographie erlangte durch den Beitritt des Freiherrn 
von Aretin einen bedeutenden Aufschwung, und wurde jetzt erst 
in ihrer ganzen Ausdehnung recht vortheilliaft bekannt. Die aus- 
gezeichnetsten einheimischen und auswärtigen Staatsmänner inter- 
essirtcn sich für die junge Kunst, und besonders war es auch der 
damalige Kronprinz, der jetzt regierende Iiiinig Ludwig von Bay- 
ern, welcher derselben die höchste Aufmerksamkeit widmete. Er 
erkundigte sich angelegentlichst um die Entdeckung und Fortbil- 
dung dieser Iiunst, und auf seine Veranlassung muste sich Georg 
von Dillis mit dem geistlichen Rathe S. Schmid in Benehmen 
setzen. Die Folge davon war eine brieflichc Erklärung Schinid's 
vom Jahre 1810, deren wir im Artikel desselben. und in dieser 
kurzen Geschichte der Lithographie erwähnt haben. Der 11mm- 
prinz wusste die Verdienste beider Männer Wohl zu würdigen, 
und den Erfinder der chemischen Drucherßl, die von dem Ver- 
fahren SchmicPs ganz abweicht, suchte er sogleich dadurch zu 
ehren, dass er dessen Biiste vomdiildhauer liirchmayer für die 
bayerische Buhmeshalle ausführen _liess. Kronprinz Ludwig machte 
in dieser Druckerei sogar einen eigenhiindigen Versuch, indem er 
mit der Steintinte seine Ueberzetlgung von dieser [iunst auf Papier 
schrieb, welches dann umgedrucht und in seiner Gegenwart ver- 
vielfaltiget wurde. Diese Blätter enthalten das königliche Auto- 
graphnm: Die Lithographie ist eine der wichtigsten 
Erfllldungen des achtzehnten Jahrhunderts. Die er- 
habene _Schwester des Kronprinzen, die nachherigeliaiserin von 
Oesterrewh, schrieb die Worte: Ich ehre die Bayern, mit 
chemischer Tinte auf Papier, womit ein Gleiches geschah- 
Das Hßlllflwßrlf. welches unter B. v. Aretin unter der Presse 
hervorging, Slnd die Imitationen von Dürer's Bandzeichnungen zu 
Kaiser Maximilian? Gebetbuch  unter clein Titel: 
Albrecht Durer's christlich  mythologische Hand- 
zeichnungeni München 1803, fol. 
 
v 
und 
Diese Randzeichnpngen werden auf der k. Hof- 
bibliothek in München aufbewahrt. 
Staats-
        

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