Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798514
Senefelder , 
Alois. 
2439 
Nutendruck beschränkte. Von OlTenbach aus reiste er nach Lon- 
 dem, um ein Privilegium auf den Steindrucli zu erhalten, W35 ihm 
nach inehrmonatliehem Aufenthalte daselbst auch gelang. N!" 53h 
Cf sich mit seinem zu hofienden Patent auf den Cattundruck gß- 
lalläßl", Weil Walzen(lruchmaschinen für Cattun daselbst sßlw" 
gebraucht wurden. Der Aufenthalt in London war aber fürßßlllß 
liunst nicht ohne weitere Vortheile. Er verbesserte seine Stein- 
llllle, deren Bestandtheile er in seinem Lehrbuche genau angibt, 
machte die ersten Versuche in der Aquatinta-Manitär, übte 
"d? "11 Drucke mit mehreren Platten, womit er sich auf 
Steinefs Veranlassung schon in München versucht hatte, undIrich- 
tete auch ein besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der 
Iireidemanier, die er schon in München nach Entdeckung der 
chemischen Druchart erfunden hatte. Auf die Versuche in-lireide- 
Inanier leitete ihn der Maler Conrad Gessner, welcher einige Zeich- 
nungen in dieser Art ausführte. Diese Iiunst fand in London aus- 
serordentlichen Beifall, und es erschienen schon früherals in 
München Musterblätter,.unter dem Titel: Specimcns of Polyjauto- 
graphy, consisting of impressions talaen froln original drawmgs 
on stone. In dieser Sammlung sind auch Zeichnungen .von Jroseph 
Fischer aus Wien, der sich damals in London aufhielt.   
Gegen das Ende des Jahres 1800 reiste Senefe-ldervonLondon 
wieder nach Offenbach, wo jetzt auch Georg und 'I'he'obald Sene- 
felder sich aufhielten, da sie in München ihr Fßrtkommen nicht 
fanden. Sie arbeiteten als Lithographen für Andre, aber bald 
wurde das freundschaftliche Verhältniss gestört, da sie sich in Wien 
ein Privilegium auf den Steindruck erwerben wollten. Die Mutter 
Senefelder reiste zu diesem Zwecke dahin, worüber die Frau Gleise- 
ner in Verzweiflung gerieth, da sie sich der Hoffnung beraubt 
glaubte, daselbst mit AloisSenefelder und ihrem lYlanne ein sol- 
ches Institut gegründet zu sehen. Sie reiste daher ebenfalls nach 
VVien, um das Privilegium für sich zu erhalten. Allein die Sache 
hatte grosse Schwierigkeit, und selbst dann noch, als auch Alois 
Senefelder, der mittlerweile mit Hofrath Andre in Spannung ge- 
rieth, nach Wien gekommen war, um für sich ein Privilegiuxn zu 
"Ywlrken, da er, so wie Glleissner wieder ohne Mittel war, und 
dlß Iiunsthändler Wiens, welche den Betrieb der Andräschen ÄMu- 
Stkalienhandlung in Offenbach kannten, gegen die Etablirung Se- 
neieldefs protestirten. Endlich fand dieser an dem Hofagenten 
v. Hart] einen Gönner, welcher sich namentlich für die Gattun- 
druckerei interessirte. Er wies auch die Mittel zur Anschaliung 
Äim" Slangenpresse zum Druclae von Iiunstarbeiten an, und nun 
hefeljfff Senefelder verschiedene Proben, die von einer Conimlislß" 
SePm", und auf das günstigste begutachtet wurden. Man machte 
llml Lloainung auf eine baldige Gewährung seines Gesuches in Hin- 
 Sicht 465 itusschliesslichen Privilegiums, da aber voraus ziliiifhen 
 W313 dass über der Ausfertigung noch längere Zeit verfliessen Wjlnlß, 
50 Sucht? Er einsweileu um eine Gewerbsbefuqniss nach." die er 
bald erhielt. Jetzt wurden die Pressen in der] Gen-g gesetzt, da 
Hf-  Hßrtl" endlich mit Ernst an die Errichtung einer Camindru" 
Ckerei und einer Musikalienhandlung gehen zu wollen schien ü). 
 Uebenrlie Verhältnisse, welche siqhfiir Senefßldßr in Olien- 
bach in Verbindung mit Hofraih Amis-ä, und dann in Wien 
für ihn gestalteten, liest man ein Breites im Lehrbuehc der 
Lithographie. Senefeldep beweist sichlfortwiihrend als ein 
Mann von unerschüpilieher Geduld, und von dem redliehstrn 
Streben für seine liunst und ihre verbündeten Befördern.
        

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