Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798491
Senefelder, 
Alois. 
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695911945959, sondern auch des Letterndruckes und der Kupfer- 
stichß hervor. Die Manipulation beschreibt Scnefclder im Lehr- 
bllßhe S- Seit, und dann S. 35  58 wie diese rein chemischen 
Versuche zur Entdeckung des chemischen Druckvcrfahrens führ- 
tefhi) welchesihmjetzt unendlicheVoi-theile bot, und ihn zu einem 
schnellen Resultate führte, da er schon nach etlichen Tagen reine 
und kräftige Abdrücke erhielt. Diese Entdeckung ist ein Beweis. 
(lilSS dem menschlichen Geiste oft Dinge nahe liegen, deren Br- 
(assung von unendlichen Folgen seyn könnte. Die Römer waren 
flßr Buchdruckerkunst ganz nahe, wie diess die Töpferwaaren mit 
rhremeingedrucktcn Stempeln, ihre Tabulae honestae missionis, 
ihre _1n Metall gcgrabenen Alphabete zum Unterrichte u. s. w. 
beweisen. Allein sie kamen nicht zum Abdrucke aufPapiep. Eben 
so wusste man schon lange, dass es Stcinarten gebe, die sowohl 
wässerige. "als fette Flüssigkeiten einsaugen, und dass diese ihrer 
Natur nach sich widerstehen, aber erst Senefelder kam durch diese 
Erscheinungen auf die Eriindung des chemischen Steindruckes. 
Jetzt entstand ihm auch der Wunsch, dass sich geschickte 
Künstler und Arbeiter bilden möchten, da die neue Kunst bereits 
eine Menge von vorzüglichen Anwendungsarten darbot. Es hing 
nicht mehr davon ab, ob der Stein vertieft oder erhaben bearbeitet 
war; die Zeichnung konnte jetzt auch ganz eben und der Ober- 
fläche des Steines gleich seyn. Ein jeder Stein lieferte gute Ab- 
drücke, selbst wenn alle drei Fälle mit einander vermischt waren. 
Senefelder konnte jetzt auch mit allen Wasserfarben drucken, und 
das Bezeichnen mit trockener Seife gab ihm die natürlichste Idee 
zur nachherigen Iireidemanier. Der Uehergang zur gesto- 
chenen Manier war so einfach, dass er ihn sogleich benutzte, 
und diese Art war die erste, welche zu einem fürs Publikum be- 
stimmten Werke in Ausübung gebraucht wurde. Es ist diess das 
Titelblatt zu einer Symphonie von vier obligaten Stimmen von 
Gleissner, mit Dedicatiun an den Grafen von Törring-Seefeld, 
welches von Senefelder in die Tiefe gestochen ist, während die 
Noten, als frühere Arbeit, noch in der älteren Manier behandelt sind. 
Die Erfindung der neuen Iiunst war jetzt gesichert, da Sene- 
felder durch die Anwendung der Stangenpresse auch i-n mechani- 
scher Hinsicht nach den damaligen Anforderungen Vollkommenes 
leistete. Er konnte, wie er im Lehrbuche S. 59 behauptet, des 
Tages mehrere Tausend der schönsten Abdrücke machen, und 
 diese freudige Aussicht bewog ihn, auch seine Brüder Theobald 
und Georg, welche bis dahin Schauspieler waren, in das Geschäft 
Zu ziehen. Er lehrte sie auf Stein schreiben, ätzen u. rlgl-s nahm 
auch zwei Lehrjungen an, und 179g konnte Senefelder endlich 
mit Ruhe an die Zukunft denken. Die Opfer. welche er mit Gleis? 
Ußl" gebracht hatte, waren gross, jetzt erst sahen sie sich eine be- 
deutende Einnahme gesichert, und Churfürst Maximilian. ßrllleilie 
ihnen auf 15 Jahre ein Privilegium exclusivnm, wodurch ihnen i'll! 
BQYFT" das alleinige Druck- und Verkanfsrecht zugesprochen war. 
Alle!" ES fehlte immer noch an Unterstützung, um die Ausiali in 
Ruf z" bringen, und Senefelder war nahe daran mit dfmscililliiünd 
einen Contrakt einzugehen, vermüge dessen diesem die Errichtung 
ein" eigene" Presse zugestanden werden solltßa als ein zuiiiiliser 
 
 Die eigentliche von Senefqlder nicht berührte vßraulaggung 
war der Speichelauswurf. Er bemerkte; dass diese Flecken 
keine Farbe annehmen, und als Cileiflilief sail 91' bald die 
Wichtigkeit dieser Entdeckung ein. Eine Auflösung von ara- 
 bischcm Gummi statt des Speichels war die nächste crfol reiche 
Anwendung. Nlüiichner läunst- und Gewerbsblatt 1852 V- 5-
        

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