Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798456
Senefelder , 
Alois. 
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Juli 1796 seinen Versuchen einen neuen Vorschub gab. Früher 
halle 61' Sßlllß Steine nur verticlt geätzt, wobei es ihm schwer wurde 
reine Abdrücke zu erhalten, du sich die Schwärze von dem nur 
schwach polirten Steine nie rein wischen liess. Dieses Verfahren 
kannte aber auch schon Schmid, welcher ebenfalls von seinem 
Steine mit der liartc von Alrica keine brauchbaren Abdrücke cr- 
ltlfßll. Schmid's meiste Steine sind daher hoch geiitzt, wie jvnt! 
mit den Pllanzenabdriicken. Die ersten Versuche in dieserlVInnier 
lltachte Senefclder im July 1790, fast zehn Jahre später als Schund 
damit begann. Darauf brachte ihn der Zufall. dass er in Ermang- 
lllilg der gewöhnlichen Tinte den Waschzettel mit Steintinte auf 
dßjl Stein schrieb, und die Neugierde, was aus der Schritt werden 
Wlirdc,'wenn man die Platte mit Scheidewasser ätzte, führte ihn 
nach seiner Angabe zur erhobenen Manier. Bei der Untersuchung 
des Steins nach dem Aetzen fand er die Schrift ohngefiihr ein 
Zehntel von einer Linie hoch, sah aber bald, dass gut geschriebene 
Zii e noch besser elin en müssten, was sich auch sobald bc- 
Wälärte. Dieser SCllIgitI viiar für die Lithographie entsäheitlfnti, da 
Sencfelder in seinem unermiideten Streben nicht bei er a ten er- 
hobenen Manier stehen blieb, wie Schmid, der dlese Kunst Wahr- 
scheinlich nicht höher gebracht hätte. Anfangs stand aber auclh 
Scnefelder auf derselben mechanischen Basis, und es kostete HOC! 
viele Versuche, bis er, fast entblösst von Mitteln, zu einem günsti- 
gen Resultate gelangte. Zur Einführung und Ausübung dieser 
Erfindung war ein kleines Qapital nuthwentiig, welches Senelelder 
nicht aufbringen konnte. Die kleine liupfcrpressc mit zwei Wal- 
zen, welche sechs Gulden kostete, und die ganze Baarschzift der 
WFamilie erschöpfte, war zwar für den Anfang genügend, Senefelder 
sah aäer äalläl die läuthwendigkeit einer besser construirtcn Presse 
ein. m e zu er alten fasste er endlich den Entschluss, liir einen 
Conscribirten bei der Artillerie in lngrolstadt einzustehen, da dieser 
ihiäl 200 GuldcnP bot. tglletin auclh gileslellgifnubnä wäxgd: getäiuscliyt; 
1D eni er von ra e uri , as us an er e rac c un lmc 
cingereiht wurde.gSgeine tiincrschiitterliche Geduld ersetzte aber 
den gescheiterten Plan bald mit einem neuen Projekt. Alle 
Versuche hatte er bisher zu Gunsten seiner Schriftstellerei ge- 
macht. jetzt aber beschloss er sie aufzugeben, und bloss Drucker 
um Lohn zu werden. Mit dieser Idee traf er den damaligen Hof- 
musikus Gleissner, der als Compositeur Nlessen, Symphonien, Va- 
riationen und Duetten für die Flöte u. s. w. zur Herausgabe be- 
arbeitete, und seinem Freunde Senefelder, der nicht selbstMusikcr 
Wart die grösste Aufmerksamkeit schenkte, als dieser (ihm sagte, 
inan könne auch Noten drucken. Gleissner war in der liunst de! 
Stcindruckes nicht ganz unerfahren, da er im Hause des Profeswfß 
Scllmifl Zutritt hatte, nur wusste er aus dieser Erfindung für sich 
keinen Vortheil zu ziehen. Jetzt aber trat ein anderer Ußtäl-ßltd 
ein, der ihm aus der Lithographie Gewinn versprach. Glelääller 
erneuerte Sogleich die Besuche bei Pwr. Schmid und erkundigte 
sich angelegendlictist um die lithographischen Arbeiten dßsäßlbßn- 
Schmid müühlc auch kein grosses Geheiinniss aus d" Suche: Üb- 
Sleißll e? in letzter Zeit zurückhaltender wurdß- DUCh gelangte 
Zuletzt Glßiiällßr mit seiner Frau in den Besitz des Scifmldißlilten 
Geheimnisses, und namentlich wurden zur Erreichung dieses Zwe- 
ckes weibliche Triebfedern in Bewegung gesesetzt. MmmGleissnt-r. 
Wusste durch die Haushälterin des Professors ihren Zweck zu errei- 
chen, und das Verfahren desselben war bald in dem Grade Gemeingut 
der beiden Eheleute, als sie es gemäß ihrer Kenntnisse tassen 
konnten. Senetelder galt ihnen jetzt nur als Compagnon, dessen 
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