Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Schoute - Sole
Person:
Nagler, Georg Kaspar
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1795908
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1798410
Senefelder, 
Alois. 
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Sßllßfßlders Alolsa Erfinder der Lithographie  war der Sulill 
des Schauspielers Peter Senefelder aus liiinigshofen im bayerischen: 
Grahfeld, der sich 177i, als ihm Alois geboren wurde, gerade in 
Prag aufhielt"). Nach zwei Monaten erhielt er eine Anstellung 
beim Hoftheater in Mannheim, von wo er 1778 in gleicher Eigen- 
schaft nach München kam, und hier nun wurde spiiter von Alois 
Senefelder die Lithographie ins Leben gerufen, so dass München 
als die Wiege derselben zu betrachten ist. Senefelder erhielt in 
dieser Stadt seine Vorbildung zur Universität, denn der Vater 
wollte in ihm nichts weniger als einen Schauspieler heranbilden, 
und somit musste er im 17. Jahre nach Ingolstadt ziehen, um sich 
an der Hochschule der Jurisprudenz zu widmen, zu welchem Be- 
hufe ihm die Churfürstin Maria Anna eine jährliche Unterstützung 
verlieh, da Senefelder sich von jeher in seinen Studien ausge. 
zeichnet hatte. Auch seine akademischen Zeugnisse weisen die er- 
ste Note auf  aber der 1791 in München erfolgte Tod seines 
Vaters versetzte die zahlreiche Familie in eine beschränkte Lage, 
und so musste Senefelder noch vor Erlangung des Absolutoriums 
die Universität verlassen, und eine Bahn suchen, auf welcher er 
seine Existenz sichern könnte. Diese Richtung schien ihm die 
Bühne anzudeuten, da er von jeher Neigung zum Theaterleben 
und zur dramatischen Poesie in sich fühlte. Er hatte ja schon 
178g in einem von ihm selbst verfassten Lustspiele wider Mädchen- 
Rennens auf der Hofbühne in München mit Beifall rlebutirt f), 
und somit beschloss" er als Schauspieler und Dichter sein weiteres 
Heil zu versuchen. Das Hoftheater in München versagte ihm aber 
die Aufnahme, und die auf den Privatbühnen in Regensburg, Nürn- 
burg, Erlangen und Augsburg erlittene Noth stimmte im Verlaufe 
zweier Jahre seinen Enthusiasmus für das Theaterleben so sehr 
herunter, dass er künftig nur mit der Schriftstellerei sich zu nähren 
beschloss. Er schrieb jetzt mehrere Bülinenstüeke ernsten und ko- 
mischen Inhalts, die aber alle im Manuseripte blieben  bis 
auf eines, das Ritterschauspiel viMathilde von Altensteiim, welches 
gedruckt wurde. Der Druck dieses Werkes, der auf eigene Kosten 
ging. und letztere kaum deckte, hatte grossen Einfluss auf seine 
nachherige Erfindung, da der ungünstige Erfolg ihn auf den Gedan- 
lien brachte, sich die Druckmittel selbst zu verschaffen. Wie 
Senefelder dieses bewerkstelligen wollte, gibt er in seinem Lahr- 
buche der Steindruckerei München iaia, S. 4. a. an, und dabei 
tuhi-ze ihn der Versuch, die Buchstaben verkehrt in Stahl zu 
Mp 
iiilDer Artihel des geistlichen Rathes Schmid B. XV. S. 353 E. 
enthält die Geschichte derAnfänge dieser Iiunsl und der fol- 
gende aus Sencfelilefs Leben die weitere Entwickelung der- 
N sel_ben_auf dein Wege des chemischen Experimentes. 
l Seine übrigen Söhne sind Theobald, Clemens. Georg und 
Carl. und drei Töchter betraten die Bühne oder wurde" all 
Sfhallspieler verheirathet.  
"Ü Dlese Smfl noch vorhanden, undim Besitze des Herrn SPmßh- 
und Musiklehrers Ferchl, welcher die Papiere und de" liünste 
nachlass des sei. A. Senefelder sich erwarb.  
i) Dieses Stuck erschien bei Leutner zu München im Drucke, 
und Wafl dem Dichter einen reinen Gewinn von 50 fl. ab. 
ll") Das Verlßichniss derselben s. liunst- und Gewerbsblntt. 
München 1854- Heft V. S. 46 ff. Da ist der Necrolog Sene- 
felders, von welchem wir in mehreren Punkten abwelchen, 
namentlich in ldeziig auf die von i_hin gemachte Erfindung, 
wie dieses bereits im Artikel des Simon Schiiiid geschehen.
        

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